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Motorradübungsstrecke gesucht

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Die Straße an der Jugendsiedlung in Traunreut wird schon seit Jahren von den Fahrschulen für Übungszwecke genutzt. Der Verkehr ist dort absolut überschaubar und minimal. Deshalb schlägt die Stadtverwaltung vor, die Waginger Straße von der abknickenden Vorfahrtsstraße bis zum Waldrand als Motorradübungsstrecke für die Fahrschulen zu nutzen. Eine Alternative wäre die neue Umgehungsstraße in Hochreit. Eine Entscheidung soll der Hauptausschuss nächster Woche treffen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Fahrschulen der Stadt Traunreut sind auf der Suche nach einer neuen Motorradübungsstrecke. Zuletzt stand dafür eine Straße im Bereich der Firma Heidenhain in Hochreit zur Verfügung. Zuvor wurden am Bahnhof in Hörpolding die Grundfahraufgaben zur Vorbereitung auf die praktische Fahrerlaubnisprüfung geübt.


Es sei schwierig, einen Platz zu finden, der dem Anspruch an eine Übungsstrecke auch gerecht werde, erklärt der Kreisvorsitzende des Landesverbands bayerischer Fahrlehrer, Theo Mathis. Ein dahingehender Antrag des Kreisvorsitzenden wird in der Sitzung des Hauptausschusses am kommenden Donnerstag um 16 Uhr behandelt.

Der Bundesverband der Fahrlehrer hatte über das Innenministerium alle Kommunen und Städte 2016 darum gebeten, einen Platz oder eine Strecke auszuweisen oder zur Verfügung zu stellen, die den Anforderungen bezüglich der Länge und Beschaffenheit entsprächen. In der Stadt Traunreut waren der Vorplatz am Sportplatz in St. Georgen und die alte Kreisstraße nahe dem neuen Bauhof im Gespräch. Beide Strecken stellten sich jedoch als ungeeignet heraus. Die Fahrschulen der Stadt Traunreut, die Prüfstelle des TÜV Traunstein und der Kreisverband der Fahrlehrervereinigung schlagen jetzt zwei neue Möglichkeiten vor, über die der Hauptausschuss befinden soll. Entweder die neue Umgehungsstraße in Hochreit, die am heutigen Donnerstag offiziell eröffnet wird, oder die Waginger Straße von der abknickenden Vorfahrtsstraße bis zum Waldrand auf Höhe der Jugendsiedlung.

Aus Sicht der Antragsteller wäre die neu gebaute Straße in Hochreit die beste Möglichkeit, zumal sie aus verschiedensten Richtungen gut und sicher zu erreichen sei. Der Straßenverlauf sei übersichtlich, gerade und befinde sich in einem Teil der Stadt Traunreut, der auch den Anforderungen des Lärmschutzes gut entsprechen würde. Allerdings müsste hier in Absprache mit dem städtischen Tiefbauamt eine zweite Wendemöglichkeit durch eine kleine Aufpflasterung oder eine Querung zum begleitenden Fuß- und Radweg hergestellt werden. Voraussetzung wäre wie beispielsweise am Motorradübungsplatz in Traunstein eine entsprechende Beschilderung und ein beidseitiges Halteverbot.

Die Alternative im Bereich der Jugendsiedlung werde seit mehreren Jahren für Motorradanfänger genutzt. In der Sackgasse, die in den Waldweg nach Pierling führt, habe man sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen gemacht. Die Wendemöglichkeit in Richtung abknickende Vorfahrtsstraße sei bei guter Einsicht sehr gut möglich und am Waldrand unter Zuhilfenahme des so gut wie gar nicht frequentierten Geh- und Radwegs ab der Einmündung in die Gärtnerei der Jugendsiedlung möglich. Kritisch würden jedoch die fehlende Krümmung der Straße gesehen und der nicht zu verhindernde Lärm durch die beschleunigenden Krafträder sowie die sorglose Querung von den Schülern der Jugendsiedlung.

Die Polizei erklärt dazu in einer Stellungnahme, dass sich aus ihrer Sicht der Übungsplatz an der Waginger Straße am besten eignen würde. Der Platz liege abseits einer Durchgangsstraße und in Richtung Waldgebiet. Im Vergleich zur Örtlichkeit in Hochreit mit einem hohen Verkehrsaufkommen, sei hier mit wenig bis gar keinem Verkehr zu rechnen. Der TÜV Süd hingegen würde unter den Bedingungen einer zweiten Wendemöglichkeit Hochreit bevorzugen. Aus der Sicht eines Führerscheinprüfers des TÜVs sei die neue Umgehungsstraße des Ortsteils Hochreit auch aus Lärmschutzgründen der bessere Platz. Gegenwärtig werde auch mit allen Fahrschulen die Alternative an der Jugendsiedlung geprüft, die auch funktioniere, wobei man zu bestimmten Zeiten auf querende Fußgänger und Busse aufpassen müsse.

Dass die Suche nach einer geeigneten Übungsstrecke nicht einfach ist, weiß auch die Stadtverwaltung. Die Stadt unterstütze Fahrschulen bei der Suche, da auch sie Interesse daran habe, dass die Fahranfänger eine möglichst optimale Ausbildung bekommen. Die Verwaltung weist aber auch darauf hin, dass die Fahrschulen zwar öffentliche Straßen und Plätze für ihre Ausbildung nutzen dürfen, aber es keine rechtliche Verpflichtung gebe, Plätze zur Verfügung zu stellen. Zum Vorschlag Hochreit weist die Verwaltung auf die Bedenken der Verkehrsbehörde wegen des dort stetig steigenden Verkehrsaufkommens durch die Firma Heidenhain hin. Die dort im Moment noch parkenden Lastwagen würden die Situation auch nicht idealer machen. Diesen Missstand könnte man aber nach Ansicht der Verwaltung durch die Anordnung eines absoluten Halteverbots beseitigen.

Nachdem die Straße an der Jugendsiedlung bereits seit Jahren von Fahrschulen zu Übungszwecken genutzt wird und der Verkehr dort absolut überschaubar und minimal sei, schlägt die Verwaltung dem Hauptausschuss vor, diese Variante zu bevorzugen. Um den Übungsbetrieb zu optimieren, sollten die notwendigen Verkehrsschilder aufgestellt werden. Die Beschwerden vonseiten der Jugendsiedlung wegen des Lärmaufkommens von den anfahrenden und beschleunigenden Motorrädern lägen Jahre zurück, sodass davon auszugehen sei, dass sich die Situation als nicht mehr so drastisch darstelle. ga