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Mitverantwortung übernehmen und das Miteinander fördern

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Am Freialtar auf dem Kirchbichl zelebrierten die Pfarrer Martin Straßer (links) und Paul Janßen die Messe. (Fotos: Wunderlich)

Schleching – Zum 68. Mal pilgerten die Wallfahrer aus den 23 Trachtenvereinen des Chiemgau-Alpenverbandes an Christi-Himmelfahrt in zwei langen Zügen von Unterwössen und Schleching nach Raiten zur Wallfahrtskirche »Maria zu den sieben Linden«. Etwa 1000 Gläubige nahmen an der Wallfahrt teil. Den Zug begleiteten unter anderem Gauehrenvorstand Otto Dufter, Landrat Sigi Walch, Gauvorstand Miche Huber, Pankraz Perfler vom Außergau »Gödei« Inngau und Wast Gasteiger vom Gauverband I sowie Schlechings Bürgermeister Josef Loferer. Die Schlechinger Böllerschützen begrüßten jeden ankommenden Verein.


»Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut und in unserem Grundgesetz verankert«, begann Miche Huber seine Ansprache an die Trachtler. Weiter bezog er sich auf die so wichtige Streitkultur, die zum Tragen komme, wenn Menschen sich aktiv für ihre Überzeugungen einsetzen. »Aber grod a Kreizl zu macha, um auf andere die Verantwortung zu schieben ist a ofafach und scho a bissl bequem«, mahnte er an. Er appellierte, eigenverantwortliche Trachtler zu sein, die selbst anpacken, wenn die Traditionen an die nächste Generation weitergegeben werden. Dazu gehöre auch eine Streitkultur, die aber keine Tabugrenzen überschreiten darf, sondern aktiv ein Miteinander fördert, wofür auch eine Trachten-Wallfahrt eine gute Gelegenheit sei.

Pfarrer Paul Janßen aus Aschau zelebrierte mit Ortspfarrer Martin Straßer den Gottesdienst an einem Freialtar am Kirchbichl. Er nahm als Metapher die Pralinenschachtel von Tante Rosie, die immer weiterverschenkt wurde, bis sie wieder bei Tante Rosie landete, die sie anhand eines privaten Grußes auf einem Zettel in der Schachtel wiedererkennen konnte. So sei es mit dem Weitergeben auch eine Sache des Herzens, und der Pfarrer empfahl, etwas nur weiterzugeben, wenn es aus dem eigenen Herzen kommt. Das betrifft auch das Weitergeben an die nächste Generation, nicht nur weil es Brauch ist, sondern aus Überzeugung so wie die Botschaft von Jesus Christus nur weitergegeben werden kann, wenn der Gläubige erfüllt und gestärkt im Glauben ist.

Gauvorstand Miche Huber schloss mit einem Dank an alle Beteiligten, die zum Gelingen der Trachtenwallfahrt beigetragen haben, ein besonderer Dank ging an die Raitener Dorfgemeinschaft, die alles wieder liebevoll hergerichtet hatten, sowie für den Altardienst an den GTEV »De Griabinger« aus Hohenaschau.

Musikalisch gestalteten die Messe die Musikkapelle Schleching unter Leitung von Walter Reisenauer, die Schlechinger Sänger und die Schlechinger Alphornbläser; sie gaben der Trachtenwallfahrt einen feierlichen Rahmen an einem ganz besonderen Platz.

Pfarrer Paul Janßen gedachte am Soldatenkreuz der Verstorbenen. Die Feier klang mit der Bayernhymne aus. wun