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Mit Scharfblick durchs neue Jahr

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Die Fotos im neuen Nationalparkkalender 2016 stammen wieder von Hans Stanggassinger. (Foto: Merker)
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So wünscht man sich den Mai. (Fotos: Hans Stanggassinger)
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Oktoberstimmung auf St. Bartholomä.

Berchtesgaden – Der Nationalpark Kalender 2016 ist soeben erschienen. Durch das nächste Jahr begleitet er mit beeindruckenden Fotos, die alle wieder Hans Stanggassinger geschossen hat. Immer die Kamera griffbereit, fängt Stanggassinger die Schönheiten des Nationalparks und seiner Umgebung ein. Natur und Kultur stehen im Mittelpunkt des abwechslungsreichen Kalenders, der beim »Berchtesgadener Anzeiger« gedruckt wurde.


Im letzten Oktober entstand das Titelbild. Es zeigt den Blick auf die Bindalm mit den Mühlsturzhörnern. Von rechts ragt der Kopf eines Steinadlers herein, der mit scharfem Auge die Landschaft beobachtet. »Er erinnert an das Adlerprogramm des Nationalparks«, erklärt Hans Stanggassinger. Trotz seines extrem guten Sehvermögens kann der Adler eines nicht sehen: die Zukunft. Aber ein wenig in das nächste Jahr hineinblättern kann man im neuen Nationalparkkalender.

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Mit ihm wird 2016 auf jeden Fall abwechslungsreich. Der Januar zeigt die Heiligen Drei Könige, wie sie in der Ramsau auf der Resten durch den Schnee stapfen. Mit dem Watzmann im Rücken geben sie ein schönes Bild gelebten Brauchtums ab.

Tierisch wird der Februar. Ein Bergfink-Weibchen hockt in den frisch verschneiten Zweigen. »Es ist ein Jungvogel, das erkennt man an der Farbgebung des Schnabels«, erklärt Stanggassinger. »Es ist gerade so lange da gesessen, wie ich gebraucht habe, meine Kamera zu holen und abzudrücken.« Ein Quäntchen Glück gehört bei der Naturfotografie immer mit dazu.

Eiswände im Nationalpark zeigt das Foto im März. »Sie stehen für die Rauigkeit und die Schroffheit des Nationalparks. Beides charakterisiert ihn.« Lokale kleinklimatische Bedingungen lassen in Schattenlagen eine derartige Eisbildung zu.

Mit gelber Pracht erblüht das Gamsbleame, die Aurikel, im April. Die Natur zu achten, das ist eine Botschaft, die Stanggassinger mit seinen Fotos ausdrücken will. Gelb blüht auch der Goldregen im Vordergrund auf dem Maifoto. Dahinter sieht man Berchtesgaden, das vom Watzmann eingerahmt wird. Ein klassisches Foto, das in einem Bild alles zusammenfasst, was Berchtesgaden ausmacht. »Alle drei Kirchen – Stiftskirche, St. Andreas und Christuskirche – sind auf dem Foto zu sehen«, betont der Fotograf. Die Aufnahme entstand in der Früh, da man später Gegenlicht hat. Schön ist, dass Stanggassinger einen Standort gewählt hat, von dem aus nicht, wie sonst üblich bei dieser Ansicht, die Locksteinstraße zu sehen ist.

Der Juni widmet sich der alten Berchtesgadener Hauskultur. Ein blühender Balkon einer alten Villa, hinter der sich der Watzmann erhebt. Das mit dem typischen Berchtesgadener Grün gestrichene Dach wird zu einer eigenen, abstrakten Landschaft vor der Landschaft.

Putzig ist das Mankei, das im Juli zu sehen ist. »Das habe ich auf der Büchsenalm entdeckt und mit dem Teleobjektiv aufgenommen.« Gerade die Jungtiere sind nicht so scheu wie ihre älteren Artgenossen und lassen sich deswegen leichter fotografieren. Außergewöhnlich ist die Aufnahme am frühen Morgen vom Funtensee, die man im August genießen kann. Stahlblau liegt der See in der Senke, leichter Morgennebel steigt auf. Nach rechts hin wechselt die Farbe wie auf einem Aquarell ins frische Grün der Wiesen, die von den ersten Sonnenstrahlen erhellt werden. Das Schottmalhorn mit seiner prägnanten Spitze ragt als Fixpunkt heraus. Es herrscht eine fast magische Stimmung und im nächsten Jahr wird man nur ungern zum September blättern.

Der wartet dafür mit einer ungewöhnlichen Ansicht von St. Bartholomä auf. Von Salet aus hat Stanggassinger die Kirche aufgenommen, während fünf Elektroboote auf dem Königssee fahren. Es ist nur ein kleiner Perspektivenwechsel, aber dadurch bekommt ein bekanntes Bild etwas Neues. Die Herbstsonne bringt auf dem Oktoberfoto filigrane Spinnennetze zum Leuchten, die in einem alten Ahorn aufgespannt sind. »Im Hochseilgarten der Natur«, hat der Fotograf für sich den Titel dazu gewählt.

Man muss schon einigermaßen ortskundig sein, um das Foto vom November richtig zuordnen zu können. Eine Wiesenfläche, Wald darum herum und ein einsam gelegenes Bauernhaus. Die Bäume sind mit dem ersten Schnee überzuckert und Nebelfetzen rahmen das Motiv ein. Es ist das Marxenlehen, aber mit einem großen Teleobjektiv vom Obersalzberg aus aufgenommen. »Mir gefällt, wie sich hier der Mensch und seine Architektur gut in die Natur einfügen. Ich finde das vorbildlich und stimmig.«

Weihnachten in Berchtesgaden zeigt der Dezember. Vom Lockstein aufgenommen, sieht man den stimmungsvoll beleuchteten Markt. Ein Foto, das man länger anschauen und richtig darin mit den Augen herumspazieren kann. »Am Neujahrstag dieses Jahres waren die idealen Bedingungen. Schnee war gefallen und dann klarte es auf.« In der Dämmerung dann drückte Hans Stanggassinger auf den Auslöser. Nun kann man dieses und alle anderen Bilder des Nationalpark Kalenders im nächsten Jahr ausgiebig anschauen und so vielleicht ein wenig die Zeit anhalten.

Der Nationalpark Kalender 2016 ist an folgenden Stellen für 8,50 Euro zu erwerben: Berchtesgadener Anzeiger, Griesstätterstraße 1, Die Bücherstube, Fuchs Schreibwaren, Bahnhofsbuchhandlung Ganter, Bahnhofsplatz, Hölzlwimmer EDEKA, Tourist-Information Schönau am Königssee, Anita Graßl Lebensmittel (Schönau am Königssee), Gütling EDEKA (Ramsau), Tourist Info Ramsau, Jakob Renoth (Hauptstraße 20, Bischofswiesen), M. Dorrer, EDEKA Panoramapark, Bahnhofsbuchhandlung Wittmann (Bad Reichenhall), Kurbuchhandlung Bad Reichenhall, Buchhandlung Krittian (Freilassing), Buchhandlung Zehrer (Freilassing), Stumpfegger Schreibwaren (Anger), Traunsteiner Tagblatt (Traunstein). Christoph Merker

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