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Mit Optimismus in den Wahlkampfendspurt

Berchtesgaden (Grüne) – Zuversicht herrschte bei den Berchtesgadener Grünen bei ihrem Bürgerstammtisch im »Goldenen Bären«. Mit dem Rückenwind der bestbesuchten Wahlkampfveranstaltung im Rücken (»Wellbappn«) gehen Spitzen- und Landratskandidat Bartl Wimmer und sein grünes Team die letzten Wochen des Wahlkampfs an.

Viele Grüne aus Berchtesgaden engagieren sich im Mehrgenerationenhaus »Werk 34«. Foto: privat

Nach den für die Grünen eher schwierigen Landtags- und Bundestagswahlen kommt die Zuversicht zurück. Die vielen jungen Kandidaten, die gewonnenen Bürgerentscheide der letzten Monate, der Ministerrücktritt Friedrichs, der Skandal um den Miesbacher CSU-Landrat und die Kapriolen Seehofers in Sachen Energiewende und Schulpolitik bringen den Optimismus bei der Ökopartei zurück.

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Barbara Aschauer, Gemeinderatskandidatin von der Buchenhöhe, verwies verärgert darauf, dass durch die unsägliche Stimmenthaltung der Bundesregierung in Sachen Genmais der jahrelang erfolgreiche Kampf um eine gentechnikfreie bäuerliche Landwirtschaft einen herben Rückschlag erlitten habe, der »voll aufs Konto der neuen Bundesregierung geht«.

Gemeinderat Manfred Leubner betonte vehement, für wie wichtig er eine deutlich bessere Netzanbindung für viele Ortsteile hält. Hier bleibe noch sehr viel zu tun. Insbesondere für viele Tourismusbetriebe und die vielen mittelständische Betriebe aus dem Handwerk, dem Werkzeugbau und der Feinmechanik gewinne das schnelle Internet immer mehr an Bedeutung, so Leubner.

Mit Stolz blicken die Berchtesgadener Grünen auf die Erfolge der letzten sechs Jahre zurück. Was mit dem »Werk 34« für alle Generationen in Berchtesgaden geschaffen wurde, ist nicht nur nach Ansicht der Initiatorin Sabine Wimmer, Jugendreferentin und Leiterin der Jugend AG, einzigartig im Landkreis. Unter den vielen freiwilligen Helfern im Werk befinden sich auch einige grüne Kandidaten. So leitet Martha Fendt einen Seniorenchor und der junge Elektrotechnikstudent Sebastian Werner kümmert sich um die Technik im Haus, während Andrea Grundner sich mit viel Freude um die sportliche Ertüchtigung der Kinder kümmert. »Für die Grünen ist ehrenamtliche Tätigkeit keine Frage von Sonntagsreden oder Wahlkampfzeiten, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit für eine lebenswerte Zukunft«, hieß es beim Bürgerstammtisch.

Zweifelsohne gab es auch nach Ansicht der Grünen in der letzten Gemeinderatsperiode Erfolge, die einer vernünftigen und sachlichen Zusammenarbeit im Gemeinderat geschuldet waren. Das Hotel »Edelweiß«, die neue Fußgängerzone, das neue Fernwärmenetz und das »Haus der Berge« führte man als Leistungen an, die Berchtesgaden guttun.

Die Herausforderungen für die nächsten Jahre bleiben jedoch nach Ansicht von Bartl Wimmer enorm. Nach einer anfangs sehr unschönen Auseinandersetzung im Gemeinderat, wie mit den Schwierigkeiten im Bürgerheim umzugehen ist, sei hier zwar wieder Sacharbeit im Gemeinderat eingekehrt. Es sind jedoch nach Ansicht Wimmers noch erhebliche Herausforderungen bei der für Berchtesgadens Senioren so wichtigen Einrichtung zu stemmen.

Noch schwieriger wird nach Ansicht des Tourismusexperten Michael Drummer die Sanierung der TRBK und ihrer Tochtergesellschaften. »Die letzten sechs Jahre waren hier eine verlorene Zeit. Intransparenz, ineffiziente Strukturen und eine unklare Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Kompetenzen machen eine Neuordnung unserer gesamten Tourismusstrukturen notwendig«, sagte Drummer, der Interessierte auf die Homepage www.gruene-bgd.de verwies.

Landratskandidat Bartl Wimmer sprach anschließend noch einige Kreisthemen an. Zentrales Zukunftsthema im Landkreis sei die Organisation der Energiewende auf lokaler Ebene mit hervorragenden Chancen einer Umverlagerung der Wertschöpfung weg von den Ölscheichs und Putins Gazprom hin zum einheimischen Handwerk, hin zu den Waldbauern und hin zu Bürgerkraftwerken. Das vom Kreistag beschlossene Konzept sei wesentlich von den Grünen und ihrem Kreisvorsitzenden Bernhard Zimmer als Mitverfasser geprägt worden. Die praktische Umsetzung des Konzepts bleibe aber gerade wegen Seehofers »unerträglicher Sprunghaftigkeit beim Energiethema« eine enorme Herausforderung, so Simon Köppl, Kreistagskandidat aus der Ramsau und neben Zimmer der Energieexperte der Grünen.

Eine ähnlich große Herausforderung sieht Wimmer im Erhalt und in der Stärkung der Kreiskliniken. Wimmer forderte, dass in der nächsten Legislatur mehr medizinischer Sachverstand im Aufsichtsrat vertreten sein müsse.