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Mit Neil Armstrong starb ein amerikanischer Held

Washington (dpa) - Die Welt trauert um Neil Armstrong. Der erste Mensch auf dem Mond ist am Samstag im Alter von 82 Jahren in den USA an den Folgen einer Herzoperation gestorben.

Armstrong
Neil Armstrong ist tot. Er war der erste Mensch auf dem Mond. Foto: NASA Foto: dpa

Am 21. Juli 1969 faszinierte der Raumfahrtpionier Millionen Fernsehzuschauer, als er seinen Fuß auf den Erdtrabanten setzte und den legendären Satz sprach: «Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.» Der Tod des «Apollo 11»-Astronauten rief weltweit Reaktionen hervor.

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«Neil war einer der größten amerikanischen Helden - nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten», schrieb US-Präsident Barack Obama. «Als er und seine Crew 1969 mit der Apollo 11 gestartet sind, nahmen sie die Sehnsucht einer ganzen Nation mit.»

In Russland würdigten Staatsmedien und Internetportale Armstrong als mutigen Pionier. Der US-Astronaut habe sich für immer in die Geschichtsbücher der Menschheit eingetragen, kommentierte der TV-Sender Westi. Die USA und die Sowjetunion hatten sich im Kalten Krieg einen Wettlauf im All geliefert. Moskau feierte Erfolge mit dem ersten künstlichen Erdtrabanten Sputnik (1957) und dem Kosmonauten Juri Gagarin (1961), der als erster Raumfahrer die Erde umkreiste. 1969 hatte Washington dann mit der Mondlandung die Nase vorn.

Armstrong leitete die Mondlandungsmission von «Apollo 11» und steuerte auch die kleine Mondlandefähre «Eagle» («Adler»). Viele Millionen Menschen in allen Erdteilen saßen 1969 vor dem Fernseher und verfolgten, wie der damals 38-Jährige nahezu 400 000 Kilometer von der Erde entfernt seinen linken Fuß in die wüstenähnliche Landschaft des Mondes setzte. Zusammen mit dem Astronauten Edwin «Buzz» Aldrin spazierte Armstrong drei Stunden lang auf dem Mond. Der dritte Astronaut der Mission, Michael Collins, umkreiste währenddessen im Mutterschiff den Mond.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso würdigte Armstrong als Verkörperung des Entdeckergeistes. «Neil Armstrong hat einen ewigen Fußabdruck in unserer Erinnerung hinterlassen», heißt es in einer Erklärung Barrosos.

Die Bundesregierung äußerte in einer Mitteilung ihre Trauer «mit dem ganzen amerikanischen Volk um diesen Raumfahrtpionier, der in der Entdeckergeschichte der Menschheit auf einer Stufe mit Christoph Kolumbus steht».

Einen ähnlichen Vergleich zog der deutsche Astronaut Thomas Reiter. «So wie ein Christoph Kolumbus mit seiner Crew und seinen Schiffen damals zu einer Reise ins Ungewisse aufgebrochen ist, so war das, glaube ich, auch 1969», sagte Reiter dem Radiosender MDR Info. Dennoch sei Armstrong ein netter und bescheidener Mensch geblieben. Der Astronaut Ulf Merbold, der 1983 nach Sigmund Jähn als zweiter Deutscher ins All geflogen war, sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Er war einer der ganz Großen der Menschheitsgeschichte.» Er verliere auch einen guten Freund.

Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Johann-Dietrich Wörner, hat Armstrong nach eigenen Angaben bewundert. «Aber nicht dafür, dass er als Erster seinen Fuß auf den Mond setzen konnte. Vielmehr dafür, dass er die Leistung der vielen tausend Ingenieure in den Vordergrund gerückt hat, die daran mitgearbeitet hatten.»

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa betrauerte den Verlust «eines Freundes, Kollegen und wahren amerikanischen Helden». Auch Aldrin (82), der zweite Mann auf dem Mond, zeigte sich «tief betroffen» von Armstrongs Tod: «Ich weiß, dass Millionen von Menschen auf der ganzen Welt mit mir um diesen wahren amerikanischen Helden trauern, den besten Piloten, den ich kannte.» Der britische Milliardär Richard Branson, der mit seinem «SpaceShipTwo» selbst Weltraumträume hegt, bezeichnete Armstrong auf Twitter als seine erste Inspiration. «Ein Held für jeden, der in die Sterne schaut und träumt.»

Neil Alden Armstrong wurde am 5. August 1930 in Wapakoneta (Ohio) geboren. Seinen ersten Flug erlebte er im damals ungewöhnlich jungen Alter von sechs Jahren. Den Pilotenschein hatte Armstrong mit 16 Jahren in der Tasche - früher als den Führerschein.

Armstrong diente im Korea-Krieg als Kampfflieger, arbeitete als Testpilot und wurde 1962 als künftiger Raumfahrer der Nasa vorgestellt. Seinen ersten Raumflug absolvierte er am 12. März 1966 als Kommandant der US-Raumfähre «Gemini 9». Drei Jahre später ging ein Traum in Erfüllung. Er landete auf dem Mond. Nach dem Ausscheiden aus der Nasa lehrte er acht Jahre lang als Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Cincinnati (Ohio).

Armstrong hatte sich am 7. August, zwei Tage nach seinem Geburtstag, einer Bypass-Operation unterzogen, an deren Folgen er starb. Armstrongs Familie in Cincinnati - laut Nasa auch sein Sterbeort - formulierte in ihrer Mitteilung eine tröstende Empfehlung: «Ehren Sie seinen beispielhaften Dienst, seine Leistung und Bescheidenheit, und wenn Sie das nächste Mal in einer klaren Nacht nach draußen gehen und der Mond zu Ihnen runter lacht, denken Sie an Neil Armstrong und zwinkern Sie ihm zu.»

Nasa Website

Panetta Statement

Richard Branson bei Twitter

Webseite des israelischen Ministerpräsidenten