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Mit Losen Einheimischen helfen

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Der erste Vorsitzende Stefan Schlagbauer ist nach eigener Aussage in erster Linie für die Koordination der Aufgaben innerhalb des Vereins »Berchtesgaden Hilft« zuständig. (Foto: Voss)

Berchtesgaden – 17 000 Lose gibt es in diesem Jahr in der Adventszeit in den fünf Talkesselgemeinden zu kaufen. Die Gewinner werden an fünf Terminen auf dem Schlossplatz gezogen.


Der Erlös der Aktion geht an den Verein »Berchtesgaden Hilft«, der wiederum bedürftige Einheimische unterstützt. Der Vorsitzende des Vereins, Stefan Schlagbauer, erzählt bei einem Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«, wer auf welche Weise profitiert und wie die traditionelle Los-Aktion heuer abläuft.

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Ab sofort gibt es die grünen Lose des Vereins »Berchtesgaden Hilft« je für einen Euro bei allen Geschäften der Aktiven Unternehmen Berchtesgaden, Gastronomiebetrieben und Banken. Wer eins hat, muss nur seinen Namen und Adresse draufschreiben, diesen Teil abtrennen und in eine Box einwerfen. Die Abgabestellen sind auf alle fünf Gemeinden verteilt. Einwurfkästen stehen in der Ramsau im Edeka-Markt Gütling und in der Bäckerei Niedermayer; in Berchtesgaden im Schuhladen, im Schuhhaus Angerer und im Edeka Hölzlwimmer; in Bischofswiesen in der Bäckerei Böcklmühle und der Metzgerei Ehler; in Schönau am Königssee in der Sparkasse Unterstein; sowie in Marktschellenberg in der Sparkasse und in Tanjas Bäckerladen.

Die Gewinner der Los-Aktion werden fünf Mal gezogen und im »Berchtesgadener Anzeiger« veröffentlicht. Die Lose, die aktuell zu haben sind, werden am 2.  Dezember auf dem »Berchtesgadener Advent« gezogen. Dann werden die Einwurfkästen geleert. So wird das jede Woche gemacht, damit jeder dieselbe Chance hat. Zu gewinnen gibt es Einkaufsgutscheine bis zu 100 Euro, der Gesamtwert aller Gewinne beträgt 6 000 Euro. Die Ziehungen sind am 2., am 9., am 16., am 23. und am 30. Dezember. Eine Neuheit gibt es beim letzten Termin – eine Sonderverlosung mit größeren Gewinnen.

Hilfe bei Brandkatastrophe oder Todesfall

Der Reinerlös dieser Los-Aktion kommt Einheimischen zugute, die aus verschiedenen Gründen in einer Notlage sind. Stefan Schlagbauer nennt einige Beispiele: »Wir helfen zum Beispiel bei einer Brandkatastrophe oder wenn in einer Familie der Hauptverdiener plötzlich krank wird oder stirbt.« Eine Frau, die von ihrem Mann verlassen wird und dann mit zwei Kindern alleine dasteht, sei heutzutage schon fast ein Sozialfall, so Schlagbauer. Denn die Mieten seien hoch, und die Lebenshaltungskosten ebenso.

Sachspenden statt Geld

Eines haben die Fälle, in denen der Verein Unterstützung leistet, gemeinsam: »Wir helfen nur einmalig. Das heißt, wir unterstützen niemanden dauerhaft.« Des Weiteren werden zum größten Teil Sachspenden und keine Geldspenden vergeben. »Es kann zum Beispiel vorkommen, dass jemand dringend Kleidung benötigt. Wir sagen dann, er soll zum Beispiel zum Dollinger gehen und sich eine Hose aussuchen. Das Geschäft übergibt uns die Rechnung und wir bezahlen dann.« Damit wird vermieden, dass das gespendete Geld für andere Zwecke missbraucht wird.

Apropos: Was, wenn jemand sich gar nicht in einer Notlage befindet, dies aber vorgibt? »Wir gehen persönlich zu jedem nach Hause und reden mit den Leuten«, lautet die Antwort des Vorsitzenden. So können die Vereinsmitglieder sicherstellen, dass wirklich Not am Mann ist. Das Team besteht neben Stefan Schlagbauer aus Sepp Obraczka, Kathrin Staudinger, Petra Auer und den Ansprechpartnern in den jeweiligen Gemeinden: Angelika Plenk für Bischofswiesen, Edith Lochner für Schönau am Königssee, Sophie Stanggaßinger für Marktschellenberg und Gaby Maltan für Ramsau. Sepp Obraczka ist für Berchtesgaden zuständig.

Wer Hilfe braucht, traut sich nicht zu fragen

Hier ist wichtig zu wissen: Die Menschen, die wirklich Hilfe benötigen, fragen nicht selbst danach. Laut dem Vorsitzenden wird das Team von »Berchtesgaden Hilft« von der Caritas, der Jonathan Jugendhilfe oder der Berchtesgadener Tafel über eine akute Notlage eines Bürgers informiert. Auch die Kirche meldet es dem gemeinnützigen Verein, wenn so ein Fall eintritt. Übrigens: Derjenige muss ein Einwohner aus einer der fünf Gemeinden sein. »In der Vereinssatzung steht, dass nur Bürger des Talkessels unterstützt werden dürfen«, versichert Schlagbauer. Die Jonathan Jugendhilfe habe schon eine Anfrage aus Bad Reichenhall weitergeleitet, erzählt Schlagbauer. Aber die wurde abgelehnt – hier ist der Verein nicht zuständig.

Wer auch helfen und etwas spenden möchte, der kann ein Los kaufen oder auch eine Geldspende überweisen. Informationen zum Spendenkonto gibt es per E-Mail an Petra.Kastenhuber@gmx.de, auf der Internetseite www.berchtesgaden-hilft.de und unter Telefon 0151/4147 1427. Annabelle Voss

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