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Mit Kraftakt zum Punkt: Stuttgart schafft 2:2 in Bremen

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Werder Bremen -  VfB Stuttgart
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Der Stuttgarter Gotoku Sakai (l) setzt sich gegen den Bremer Eljero Elia durch. Foto: Carmen Jaspersen Foto: dpa

Bremen (dpa) - Nach dem erfolgreichen Kraftakt herrschte beim VfB Stuttgart eine Gefühlsmischung aus Erleichterung, Ärger und Trotz. Das 2:2 bei Werder Bremen war vor allem ein Punkt für die Moral der in der Fußball-Bundesliga weiter sieglosen Schwaben.


Nach einem 0:2-Halbzeitrückstand belohnten Martin Harnik (50.) und Cacau (81.) das VfB-Team mit ihren Treffern für eine engagierte Leistung in der zweiten Halbzeit - auch wenn die Stuttgarter nach ihrem zweiten Remis auf dem vorletzten Tabellenplatz blieben.

»Wir haben schon in der ersten Halbzeit ein ordentliches Spiel gemacht«, sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia. Den zwischenzeitlichen Rückstand nannte er »bitter«. »Es war ganz wichtig, dass wir noch mit einem Punkt nach Hause fahren.« Sein Sportdirektor Fredi Bobic meinte, das Remis sei »mehr als verdient gewesen. Jetzt muss endlich ein Sieg kommen.« VfB-Spieler Ibrahima Traoré, mit dessen Einwechselung nach der Pause der Umschwung kam, war dennoch zufrieden: »Der Punkt ist Gold wert.«

Die Stimmungslage bei den Bremern war einheitlich: alle waren enttäuscht. Werder verspielte vor 40 172 Zuschauern nach den Toren des Belgiers Kevin de Bruyne (23.) und von Zlatko Junuzovic (34.) leichtfertig den zweiten Erfolg in dieser Spielzeit und verpasste als Tabellenelfter den Sprung ins Mittelfeld. »Wir müssen so ein Spiel nach Hause bringen. Dass die soviel Glück haben, versteh ich nicht«, ärgerte sich Marko Arnautovic. Sein Trainer Thomas Schaaf klagte: »Wir müssen die Konter konsequenter und sicherer zu Ende spielen.«

Die hitzige Schlussphase sorgte für keine Diskussionen: Erst hatte VfB-Torschütze Harnik in der 88. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen, dann hatte der Bremer Assani Lukimya mit glatt Rot in der Nachspielzeit vom Feld verlassen müssen.

Lange hatte es nach einem einseitigen Spiel ausgesehen: Werder hatte von Beginn an mehr vom Spiel, machte sich aber durch unnötige Ballverluste das Leben schwer. Die Stuttgarter bemühten sich, früh zu attackieren. Doch wenn sie im Ballbesitz waren, konnten sie ähnlich wie am Donnerstag in ihrem Europa-League-Gruppenspiel gegen Steaua Bukarest (2:2) nur wenig damit anfangen. Zudem war ihnen lange das Fehlen ihres rot-gesperrten Top-Torjäger Vedad Ibisevic anzumerken.

Mit einem Weltklasse-Tor brachte de Bruyne die Bremer in Front - es war Werders 100. Heimspiel-Treffer gegen den VfB in der Bundesliga-Geschichte. Die Chelsea-Leihgabe leitete seinen zweiten Saisontreffer mit einem Doppelpass mit Nils Petersen selbst ein und ließ VfB-Keeper Sven Ulreich keine Chance. Auch am zweiten Bremer Tor war Petersen mit seinem Pass auf Junuzovic beteiligt.

Nach der Halbzeitpause änderte sich das Bild komplett: Die Gäste gaben sich nicht geschlagen. Vor allem die Hereinnahme von Traoré brachte Schwung. Er schlug in seiner ersten Aktion die Flanke zum Anschlusstreffer durch Harnik. Werders junge Mannschaft geriet immer mehr in Verlegenheit: Theodor Gebre Selassie (56.) rettete in letzter Sekunde vor Shinji Okazaki, danach verzog der Japaner (60.) per Kopf.

Werder brauchte einige Zeit, um sich wieder zu befreien. Aaron Hunts Schuss (63.) war ein erstes Lebenszeichen im Bremer Angriff nach langer Zeit. Als die Gastgeber das Spiel wieder in den Griff zu bekommen schienen, schlug Cacau zu und schaffte den verdienten Ausgleich.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 35,5 - 64,5

Torschüsse: 11 - 13

gew. Zweikämpfe in %: 53,9 - 46,1

Fouls: 17 - 13

Ecken: 6 - 7

Quelle: optasports.com