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Mit dem Cadillac über die Autobahn nach Holland

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Stefan Dettl (Dritter von rechts) & Co. schenkten sich und dem Publikum beim Konzert im Pietlinger Festzelt nichts, ließen tanzen, springen und singen, bis einem fast die Puste ausging – und alle machten mit. (Fotos: Agnes Huber)

Mit dem »einzigen Chiemgaukonzert« auf der Bierzelttour von »LaBrassBanda« hatte die Freiwillige Feuerwehr Pietling in der Gemeinde Fridolfing einen echten Coup gelandet.


In zart scheinender Abendsonne kamen die zahlreich herbeiströmenden Fans nicht nur in den Genuss ihrer Favoriten, sondern im Vorfeld auch traditioneller Volksmusik mit der Urner Musi sowie »a kind of best british ska & funk« mit »Killamonjambo« aus Norwich.

Für etwa eine Dreiviertelstunde servierte die preisgekrönte Urner Musi aus dem Münchner Umland auf der »Buh-Bühne« traditionelle bayerische Volksmusik. Eine ausgezeichnete Einstimmung auf den Abend, die nicht besser hätte passen können. Die Brüder Johannes (Steirische Harmonika) und Leonhard Servi (Flügelhorn/Basstrompete) ziehen gemeinsam mit dem zweiten Brüderpaar Simon (Tuba) und Bernhard Filser (Gitarre, die er ebenfalls bei der Couplet AG und der Großstadt Boazn rupft und zupft) alle Register klassischer Volksmusik, teils aus dem reichhaltigen Schatzkasterl althergebrachter Stücke, teils aus eigener Feder und legen am Ende auch noch Rasantes aus der Oberkrainer-Kiste in die gut gefüllte Waagschale.

Die perfekte Überleitung und Vorbereitung auf das bevorstehende Highlight sind »Killamonjambo« aus Norwich in England. Das Septett aus Großbritannien sorgt mit lässigem Reggae, fetzigem Rock und Ska, groovigem Funk- und Dance-Pop bereits nach wenigen Minuten dafür, dass sich die gesamte Zuschauerschar in rhythmischer Bewegung befindet. Die Briten verbindet mit »LaBrass Banda« nicht nur eine innige Freundschaft, sondern auch die Leidenschaft für Musik, ein herzhafter Humor und die Liebe zum Slapstick. Was sich in einer witzigen Bühnenperformance zeigt, deren »Klassen-Clowns« hauptsächlich das Blechbläserduo Jonny Lawes und Sam Bramley geben, während sich die LBB-Bläserfraktion unauffällig in den Bühnengraben schleicht, um die Freunde von der Insel zu einem überwältigenden Metall-Blas-Duell herauszufordern.

Derart hervorragend »warmgerockt« ist die Beweglichkeit der Fans für die kommenden knapp zwei Stunden bestens gesichert. Trinkvorräte auf und vor der Bühne für die schweißtreibende Show sind gebunkert – und los geht’s einmal quer durch den musikalischen LBB-Garten. Dettl & Co. schenken sich und dem Publikum nichts, lassen tanzen, springen und singen bis einem fast die Puste ausgeht – und alle machen mit! Sie jagen mit dem »VW Jetta« und dem »Cadillac« über die »Autobahn«, quer durch »Holland« und mit dem »Bayern Techno« zurück zum »Bauer« im heimischen Kuhstall, für den Stefan Dettl ebenso eine Lanze bricht wie für die unverzichtbare Arbeit der Feuerwehren, und den FFW-Ladies den »Alarm« widmet. Dazwischen findet Dettl immer wieder Zeit für lässige Anekdoten und unterhält die Fans mit ein paar angeblichen Insidern. »LaBrass Banda« geben alles! Soli, Tanzeinlagen als Fananimation, Singstunden fürs schnelle und langsame Mitsingen und für den »Soultrain« sogar eine kurze Tanzstunde, »bei der man sich sexy wie ein Model fühlt«, an der sich im Publikum spontan auch »Killamonjambo« beteiligen.

Manuel Winbeck (Posaune) Jörg Hartl und Korbinian Weber (beide Trompete) sowie Stefan Huber( coolster Tubist aus der Gemeinde Aufham im Berchtesgadener Land) rocken und blasen sich mit »Boss« Stefan Dettl quer durch alle Musikstile, oft nahezu mit Lichtgeschwindigkeit, so dass jeder dankbar für eine kleine Ballade »zum Runterkommen« und die drei »Yoga-Minuten« mit Bassist Fabian Jungreithmayr und Schlagzeuger Manuel da Coll vor der Zugabe sind.

Auf vielfachen Publikumswunsch gibt es mit dem »Zehnerlfuchser« quasi einen »Oldie« und dem »Opa« eine Extrazugabe. Fazit: Ein LBB-Konzert ist ein umwerfendes Gemeinschaftserlebnis, das glücklich macht und besser ist als jedes Fitnessprogramm der Welt. Love & Peace! Maria Ortner