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Merkel und Obama beschwören Einigkeit

Washington (dpa) - Angesichts der zugespitzten Lage in der Ostukraine haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama in Washington Einigkeit demonstriert.

Merkel und Obama
Nach einem Gespräch mit Angela Merkel hat Barack Obama Russland mit weiteren Sanktionen gedroht. Foto: Michael Reynolds Foto: dpa

«Wir sind vereint in unserer Entschlossenheit, Russland Kosten für sein Handeln aufzuerlegen, einschließlich durch koordinierte Sanktionen», sagte Obama nach einem Gespräch mit Merkel im Weißen Haus. Zwischen Deutschland und den USA gab es aber weiterhin scharfe Gegensätze im Abhörskandal.

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Obama und Merkel räumten ein, dass die Folgen des NSA-Skandals noch nicht ausgestanden seien. Merkel sprach offen von Meinungsunterschieden, Obama sagte: «Wir sind noch nicht ganz auf einer Linie.»

Eindringlich forderte Merkel Russland zum Einlenken in dem Konflikt auf. «Ich hoffe, dass Russland seiner Verantwortung in Zukunft besser gerecht wird», sagte die Kanzlerin bei der Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. «Dafür müssen wir aber Taten sehen.»

Beide bekräftigten die Notwendigkeit weiterer Sanktionen, falls Moskau die Situation eskalieren lasse. Sie sagten aber nicht, wann und welcher Art neue Strafmaßnahmen konkret umgesetzt werden sollten. Merkel deutete an, dass man zunächst die ukrainischen Wahlen am 25. Mai abwarten wolle. «Sollte es nicht möglich sein, die Situation weiter zu stabilisieren, werden weitere Sanktionen unvermeidlich sein.»

Wörtlich sagte Merkel: «Es ist uns ernst.» Es gebe vielfältige Möglichkeiten, eine weitere Sanktionsstufe ins Auge zu fassen. Deutschland sei fest entschlossen, den weiteren Weg gemeinsam mit den USA zu gehen. Bei der «dritten Sanktionsstufe» sollten nicht mehr wie bisher einzelne Personen oder russische Unternehmen getroffen werden, sondern ganze Wirtschaftszweige. Zuvor hieß es in US-Medien, Obama wolle Merkel zu einem schnelleren Inkrafttreten der dritten Stufe drängen.

Einen völligen Stopp russischer Öl- und Erdgaslieferungen in der Ukraine-Krise hält Obama allerdings für «unrealistisch». Selbst in der schlimmsten Zeit des Kalten Krieges habe Russland Europa weiter mit Energie versorgt, sagte er.

Beide erklärten, dass sie nach wie vor eine diplomatische Lösung vorziehen würden. Obama zeigte sich empört über die anhaltende Geiselnahme der sieben OSZE-Militärbeobachter durch Milizen in der Ostukraine. Es gebe keinen Zweifel, dass Moskau hinter den gut ausgerüsteten und bewaffneten Milizen stehe, betonte der US-Präsident.