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Merkel nennt Bedingungen für enge Kooperation mit Trump

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Kabinettssitzung
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Der Bundesaußenminister und die Bundeskanzlerin müssen sich mit dem neuen US-Präsidenten arrangieren. Foto: Britta Pedersen Foto: dpa

Die Kanzlerin gratuliert dem amerikanischen Wahlsieger Trump - und zählt penibel auf, was die Grundlagen der Zusammenarbeit mit dem demnächst mächtigsten Mann der Welt für sie sind.


Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den künftigen US-Präsidenten Donald Trump an demokratische Grundwerte erinnert und Bedingungen für eine enge Zusammenarbeit formuliert.

Deutschland und Amerika seien durch Werte verbunden, sagte Merkel in Berlin. Sie nannte Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf der Basis dieser Werte biete sie dem künftigen Präsidenten Trump eine enge Zusammenarbeit an, sagte die Kanzlerin.

Merkel betonte, mit keinem Land außerhalb der EU habe Deutschland eine tiefere Verbindung als mit den Vereinigten Staaten. «Die Partnerschaft mit den USA ist und bleibt ein Grundstein der deutschen Außenpolitik, damit wir die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen können.» Die Kanzlerin nannte «das Streben nach wirtschaftlichem und sozialem Wohlergehen, das Bemühen um eine vorausschauende Klimapolitik, den Kampf gegen Terrorismus, Armut, Hunger und Krankheiten, den Einsatz für Frieden und Freiheit».

Merkel hatte Trump zuvor zum Wahlsieg gratuliert. Sie kritisierte, dass der Wahlkampf in der «alten und ehrwürdigen Demokratie» der USA ein besonderer «mit zum Teil schwer erträglicher Konfrontation» gewesen sei. Mit Blick auf die künftige Präsidentschaft Trumps hob sie hervor: «Wer dieses große Land regiert, mit seiner gewaltigen wirtschaftlichen Stärke, seinem militärischen Potenzial, seiner kulturellen Prägekraft, der trägt Verantwortung, die beinahe überall auf der Welt zu spüren ist.» Die Amerikaner hätten entschieden, dass diese Verantwortung in den nächsten vier Jahren Trump tragen solle.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) drückte die Hoffnung aus, dass es «nicht zu größeren Verwerfungen in der internationalen Politik» komme. «Wir wissen nicht, wie Donald Trump Amerika regieren wird», sagte Steinmeier. Viele brennende Fragen seien offen. Deshalb werde die Bundesregierung das Gespräch mit dem künftigen Präsidenten suchen.

Steinmeier schlug zudem ein Sondertreffen der EU-Außenminister n Brüssel vor, verlautete aus dem Auswärtigen Amt. Das Treffen soll am Sonntagabend stattfinden, einen Tag vor dem nächsten regulären Rat der Außenminister der 28 EU-Mitgliedsstaaten

Das Wahlergebnis in den USA sei anders, als es sich die meisten in Deutschland gewünscht hätten, sagte Steinmeier. «Aber wir haben das Ergebnis zu akzeptieren und akzeptieren es.» Die amerikanische Außenpolitik werde in Zukunft weniger vorhersehbar sein. Amerika werde dazu neigen, häufiger allein zu entscheiden.

«Nichts wird einfacher, vieles wird schwieriger», betonte Steinmeier. Aber das Funktionieren der transatlantischen Beziehungen sei so etwas wie das Fundament des Westens und dürfe nicht preisgegeben werden.

Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

Bundesregierung zu USA