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Das Mozarteumorchester plant in der Saison 2017/18 Neues mit internationalen Künstlern

Mensch, Natur, Sehnsucht und Spiritualität

Spannende Werkzusammenstellungen in fünf Sonntagsmatineen und sechs Donnerstagskonzerten sind wieder die Programmstruktur des eigenveranstalteten Angebots des Salzburger Mozarteumorchesters. Als Variante zum bisher praktizierten Saisonmotto sind in der kommenden Spielzeit die einzelnen Konzerte mit jeweils einem Leitgedanken ausgestattet, der sich aus einem »literarischen Zitatschnipsel« formt – um Mensch, Natur, Sehnsucht, Liebe oder Spiritualität ranken sich die Wortbilder. Musikgeschichtlich spannt sich ein Bogen vom Spätbarock bis zur zeitgenössischen Moderne und beleuchtet die Themenbereiche aus verschiedenen kompositorischen Winkeln.

Statt eines Saisonmottos werden beim Mozarteumorchester in der kommenden Spielzeit die einzelnen Konzerte mit jeweils einem Leitgedanken ausgestattet. (Foto: Mozarteumorchester/Horowitz)

Zum Saisonauftakt am Donnerstag, 21. September um 19.30 Uhr im Großen Saal des Mozarteums startet das Mozarteumorchester unter der Leitung des neuen Chefdirigenten Riccardo Minasi in eine neue künstlerische Etappe. Festliche Werke von Dmitri Schostakowitsch, Joseph Haydn, Igor Strawinsky, Franz Liszt und Carl Philipp Emanuel Bach sind die ungewöhnliche Mischung, die sich vom Zitat Dante Alighieris »Eine mächtige Flamme entsteht aus einem einzigen Funken« tragen lässt.

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Ein reines Mozartprogramm dirigiert Constantinos Carydis im zweiten Konzert im November mit den Solisten Arabella Steinbacher und Nils Mönkemeyer. Beim Dezemberkonzert mit dem Pianisten Till Fellner steht Nicholas Collon am Pult und dirigiert Werke von Mozart und Schumann. Riccardo Minasi geht im März 2018 mit Heinrich Heine konform, wenn es heißt »Manchmal kommt mir in den Sinn, nach Amerika zu segeln«: Eine spannende musikalische Reise durch die »Neue Welt« bringt George Antheils Jazz-Symphony und »Clapping Music« von Steve Reich.

Leonard Bernstein ist mit Titeln aus dem Musical »On the town« vertreten und Aaron Copland mit Ballettmusik aus »Rodeo«. Joseph Curiales Trompetenkonzert bläst Johannes Moritz und »Afro American« heißt William Grant Stills »Symphony Nr. 1«. Im April dirigiert Prof. Dr. Peter Ruzicka, Intendant der Osterfestspiele, eine eigene Komposition und das Orgelkonzert von Francis Poulenc mit der Organistin Iveta Apkalpa. Den Reigen der Donnerstagskonzerte beschließen im Mai 2018 Riccardo Minasi und der junge Pianist Gianluca Cascioli mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 und der letzten Haydn-Symphonie.

Zur Sonntagsmatinee im Oktober entführt Minasi die Zuhörer ins »Land, wo die Zitronen blüh'n« mit einem italienisch orientierten Programm von Hector Berlioz, Felix Mendelssohn Bartholdy und Richard Strauss. Dirigenten der übrigen Matineen sind Ivor Bolton mit Wagner und Liszt, Jeffrey Tate mit Anton Bruckner und die junge Litauerin Mirga Grainyté-Tyla schwört im Februar auf die Kombination von Messiaen und Debussy mit Liebesliedern von Szymanowski.

Zum 85. Geburtstag von Krzystof Penderecki spielt die spanische Geigerin Leticia Moreno im April dessen Violinkonzert und der Komponist dirigiert im Anschluss Beethovens Symphonie Nr. 7. Das Konzert für Jedermann zugunsten des Kinderschutzzentrums Salzburg findet bei freiem Eintritt auf dem Kapitelplatz am 10. Juni um 12 Uhr unter der Leitung der französischen Dirigentin Marie Jacquot statt. Mit Bedrich Smetanas »Die Moldau« und Antonin Dvoráks Symphonie »Aus der neuen Welt« will das Orchester ein neues Publikum für die klassische Musik gewinnen.

40 Prozent der Aktivitäten des Mozarteumorchesters spielen sich im Landestheater ab. Bei den Festspielen ist das Mozarteumorchester mit den konzertanten Opern »I due Foscari« und »Lucrezia Borgia« eingebunden sowie mit Matineen, mit der c-Moll-Messe und dem »Young Singers Project«. Im Herbst ist eine Deutschlandtournee geplant. Die seit längerem geplante Reise nach Istanbul wurde angesichts der politischen Situation bis auf Weiteres verschoben, bei der Fernosttournee 2018 wird der neue Chefdirigent Riccardo Minasi musikalischer Leiter und Ansprechpartner des Orchesters sein.

Nach wie vor kann der Konzertbesucher in Salzburg zwischen verschiedenen Abonnements wählen. Neu im Kartensortiment ist die Kategorie U 30 – für Musikliebhaber unter 30 Jahren, erhältlich als Einzelkarten und im Abonnement. Mit diesem Angebot soll Studenten, Schülern und Lehrlingen sowie allen anderen jungen Menschen unter 30 Jahren ermöglicht werden, zu erschwinglichen Preisen in den Genuss der Konzerte des Mozarteumorchesters zu kommen. Weitere Information gibt es im Internet unter www.mozarteumorchester.at. Elisabeth Aumiller