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Melodien aus aller Welt von gefühlvoll bis temperamentvoll

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Wechselnde Plätze nahmen die Sänger auf der Bühne bei den verschiedenen Stücken ein. (Foto: Dumberger)

Der A-cappella-Chor »Zwischenklänge« hat sich über die Jahre eine große Fangemeinde erobert. Das zeigte sich auch beim Jubiläumskonzert zum 10-jährigen Bestehen. Für die über 300 Besucher hatten die neun Sänger im vollbesetzten Teisendorfer Poststall ein tolles Programm zusammengestellt.


Die ersten Töne erklangen von der Empore herunter. »Conquest of paradise« stimmte das Publikum sehr schön auf das abwechslungsreiche Konzert ein. Mit klaren Stimmen formten die Künstler gut aufeinander abgestimmt die Melodie. Der Applaus der Anwesenden begleitete die Sänger auf die Bühne. Dort zeigten sie sich mit »Scat Calypso« recht temperamentvoll. Herbert Eder führte charmant durch das Programm. »Griechischer Wein« interpretierte der Chor dynamisch und mit einem abwechselnd in Männerstimmen und Frauenstimmen gesungenen Text. Dabei wurde die Melodie vom jeweils anderen Part beigesteuert.

Erstaunlicherweise vermisste man als Zuhörer bei dieser reinen, unbegleiteten Vokalmusik keinesfalls den instrumentalen Hintergrund, denn durch das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Chormitglieder ergab sich stets ein harmonischer Gesamteindruck. »Girls, girls, girls« entlockte den Zuhörern so manches Schmunzeln. Dabei setzte die gut aufgelegte Truppe auf der Bühne auch Pantomimische Elemente ein. »Männer mag man eben« stellte das neunköpfige Ensemble anschließend fest. Hier warfen sich Männer und Frauen musikalisch die Bälle zu. Mit feinem Humor und ein wenig Selbstironie begeisterten sie hierbei das Publikum. Irisches Temperament brachte »Zwischenklänge« mit dem rhythmischen Folksong »Botany Bay« auf die Bühne.

Das Konzert sollte ja ein Querschnitt durch den zehnjährigen Werdegang sein und so freuten sich die Gäste zunächst über »Mana-mana« aus der Muppetshow. Lustige Handpuppen sorgten dabei für gute Laune. Anschließend gab es Musik fürs Herz. Mit »Weit weit weg« von Hubert von Goisern servierten die Sänger gefühlvolle Klänge. »Canon in D« interpretierten sie im Gegensatz dazu wieder schwungvoll und fröhlich. Vor der Pause durfte auch ein Abstecher in die Welt der Klassik nicht fehlen. Diesen meisterten sie gekonnt mit dem Stück »Fa la la« nach Mozarts »Eine kleine Nachtmusik«.

Für die Besucher hatten sich die Jubilare eine besondere Aufgabe ausgedacht. Sie durften bis zum zweiten Konzertteil aus drei Vorschlägen ein Wunschlied auswählen, das anschließend ins Programm eingebaut wurde. Seine Vielseitigkeit bewies der Chor ein weiteres Mal mit »Tage wie dieser«. Den folgenden »Riverdance« präsentierte er lebhaft und dessen Takt stampfend. In den Solopassagen der wunderschönen Ballade »Only Time« glänzten Birgit Mayer und Claudia Winkler. Flott und humorvoll setzte die Gruppe das Lied »Rote Lippen« in Szene. Dazu hatten sie zum Vergnügen des Publikums als Requisiten sogar überdimensionale rote Lippen mitgebracht.

Nun sollte das Wunschlied kommen. Die Entscheidung der Zuhörer war jedoch nicht eindeutig. »For the longest time« hatte beinahe ebenso viele Punkte bekommen wie »The Rose«. So wollten die Sänger dem Publikum keines von beiden vorenthalten. Mit der gefühlvollen Ballade »The Rose« und einer Solopassage von Conny Enzinger bescherte das Ensemble den Zuhörern wohlige Gänsehaut. »The longest time« wurde rhythmisch, flott und temperamentvoll interpretiert. Mit »Drück die Eins« stellte die Truppe wieder ihre humorvolle Seite unter Beweis und man sah den Künstlern die Freude an der Performance an. Das nächste Lied zauberte Wohlfühlatmosphäre. »Über'n See« wurde sehr gefühlvoll und mit feiner Dynamik dargeboten.

Bei der Vorstellung der Ensemblemitglieder gab es wieder etwas zu schmunzeln, ist doch die Stimmlage der Damen jeweils an der Haarfarbe zu erkennen, wie Herbert Eder erklärte, der gemeinsam mit Hannes Maier den Tenor abdeckt. Die Blondinen Barbara Bauer, Conny Enzinger und Monika Schillinger sind für den Sopran zuständig, während ihre dunkelhaarigen Kolleginnen Birgit Mayer und Claudia Winkler im Alt singen. Letztere beherrscht als Kopf der Gruppe jedoch mehrere Stimmlagen. Im Bass des A-cappella-Chores fungieren Andi Wimmer und Stefan Mösenlechner. Für den war das Jubiläumskonzert allerdings das letzte Konzert mit den »Zwischenklängen« und er wurde von seinen Kollegen herzlich verabschiedet.

Mit dem Lied »Dont stop me now« setzte der Chor dem Programm ein beschwingtes Ende. Als Zugabe gewährte er das Stück »Wochenend und Sonnenschein«, das als drittes Wunschlied ebenfalls zahlreiche Punkte abgeräumt hatte. So hatten die Jubilare mit der Auswahl der Lieder perfekt den Geschmack der Zuhörer getroffen. Nachdem diese vehement noch eine Zugabe forderten, verabschiedeten sich die Zwischenklänge mit »Heast as net« endgültig vom begeisterten Publikum. Mit ihrem Jubiläumskonzert haben sie bestimmt noch so manchen Fan dazugewonnen. Sylvia Dumberger