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Mein Freund hat sein Kind geohrfeigt - was tun?

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Häusliche Gewalt
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Die Ohrfeige zur Maßregelung von Kindern ist verpönt, doch leider noch Realität in vielen Haushalten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa Foto: dpa

Gewalt ist keine legitime Erziehungsmethode, darüber sind sich Experten einig. Doch wie sollte ein Elternteil oder Partner reagieren, wenn dennoch die Hand gegen das Kind erhoben wurde?


Fürth (dpa/tmn) - Manche Frage traut man kaum zu stellen. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich werden, vielleicht drohen rechtliche Konsequenzen. Wie gut, dass einen Freund gerade genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir also mal für ihn...

Die Frage heute: Mein Freund hat sein Kind geohrfeigt - sollte er sich entschuldigen?

Antwort: Erziehungsexperten sagen dazu klar «Ja». «Grundsätzlich haben Kinder das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung», erklärt Ulric Ritzer-Sachs von der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Dazu gehört auch der Verzicht auf Ohrfeigen - auch wenn dieses Mittel manchmal reizvoll sein kann und sicher manchem Elternteil schon mal die Hand ausgerutscht ist. «Dann sollte ich keinesfalls in Panik geraten oder denken «Ich bin der schlechteste Papa der Welt»», so Ritzer-Sachs.

Stattdessen sollte man sich beim Kind entschuldigen. Zum Beispiel könne man sagen: «Ich habe etwas gemacht, das falsch war. Es tut mir leid.» Hilfreich sei daneben unter Umständen die offene Frage an das Kind «Wie kann ich das wieder gutmachen?». Oft kommen dann laut Ritzer-Sachs Antworten wie «Lass uns etwas zusammen spielen». Auch eine kleine materielle Entschädigung findet der Experte nicht falsch, zum Beispiel gemeinsam ein Eis essen zu gehen.

Damit es in der Zukunft nicht mehr vorkommt, rät Ritzer-Sachs dazu, sich zu wappnen und eine Strategie für ähnliche Situationen zurechtzulegen. Wichtigster Tipp: die Situation verändern. Das kann zum Beispiel dadurch erreicht werden, indem man für eine kurze Zeit das Zimmer verlässt. «Kinder beruhigen sich meist sehr schnell. Oft reicht es schon, vor der Tür bis 20 zu zählen.» Wenn Situationen mit dem eigenen Nachwuchs öfter eskalieren, rät Ritzer-Sachs, sich professionelle Hilfe zu suchen.