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Mehr Unternehmen im Landkreis Traunstein

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2017 gab es im Kreis Traunstein mehr Gewerbeanmeldungen als -abmeldungen, darunter auch viele als Selbstständige.

Sein eigener Chef sein? Das streben in Bayern derzeit immer weniger an. Für die ersten zehn Monate 2017 lautete die landesweite Bilanz: weniger Gewerbeanmeldungen, darunter deutlich weniger Neugründungen.


Regional ist die Gründerlust ganz unterschiedlich ausgeprägt: Für den Kreis Traunstein melden die Statistiker aktuell ein Plus an Gewerbeanmeldungen. Von Januar bis Ende Oktober 2017 wuchs die Zahl verglichen mit dem Vorjahr gleich um 1,1 Prozent auf 1361.

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Start-ups und Betriebsgründungen schaffen bestenfalls Arbeitsplätze, bringen neuen Schwung in die Wirtschaftsstruktur und Geld in die Kassen. Doch nicht hinter jeder Anmeldung steckt ein neues, aussichtsreiches Unternehmen, deshalb muss die Gesamtzahl etwas genauer unter die Lupe genommen werden.

Von Januar bis Ende Oktober 2017 sind 1361 Gewerbeanmeldungen beim Gewerbeamt eingegangen. Darin enthalten sind 1025 Neuerrichtungen, also Firmen, die es zuvor nicht gab, und in dieser Zahl wiederum stecken 152 Betriebsgründungen, von denen sich Experten besonders viel versprechen, da es sich um Betriebe handelt, »die aufgrund ihrer Rechtsform beziehungsweise Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen«. Ein Indiz auf das viele Experten weiterhin setzen. An diesen wichtigen Betriebsgründungen haben wir 22 weniger als bis dato 2016 zu verzeichnen. Bayernweit gibt es aktuell ein Minus von 878 Betriebsgründungen.

Doch auch in kleinen Nebenerwerbsgründungen steckt Potenzial. Denn nicht wenige innovative Geister arbeiten anfangs gerne aus einem sicheren Arbeitsverhältnis heraus und checken zunächst die Marktchancen ihrer Idee, ehe sie ihren Job kündigen und den endgültigen Sprung in die Selbstständigkeit wagen. Sicherlich steckt auch in den hiesigen 873 neuen Klein- und Nebenerwerbsgründungen die ein oder andere erfolgreiche Überraschung.

Die einen erfüllen sich den Traum von der eigenen Firma, andere beenden ihn. Im Oktober 2017 standen den 117 Gewerbeanmeldungen (Vorjahr: 128) insgesamt 93 Abmeldungen gegenüber (Vorjahr: 95). Damit haben sich in den ersten zehn Monaten 2017 insgesamt 1147 Firmen per Gewerbeabmeldung aus dem Wirtschaftsgeschehen verabschiedet (Vorjahr: 1185). Davon sind 865 als »echte Aufgaben« eingestuft, davon zählen 165  als Betriebsaufgaben, bei denen auch von größeren Arbeitsplatzverlusten auszugehen ist.

Auch Standortwechsel von Firmen und Gewerbetreibenden wirken sich auf das lokale Wirtschaftsgefüge aus. Bis Ende Oktober 2017 haben 181 Betriebe den Wirtschaftsstandort Kreis Traunstein verlassen. Zugezogen sind im selben Zeitraum 227 Betriebe. Bedeutet bis dato im Saldo ein Plus von 46 Gewerbebetrieben.

Außerdem stecken in den Abmeldungen noch 101 Betriebe, die an Nachfolger oder Käufer übergeben wurden, also bei den Anmeldungen in der Zahl der Übernahmen mit 109 größtenteils wieder auftauchen, sofern sie ihren Standort nicht verlagert haben.

Gründen, aufgeben, zuziehen, wegziehen – alle Aktionen bündeln sich in der Gesamtzahl der Gewerbean- und -abmeldungen. Bayernweit liegen die Gewerbeanmeldungen nach zehn Monaten 2017 bei rund 97 400, und damit im Vergleich um 1,9 Prozent im Minus, bei den Neuerrichtungen sogar um 2,5 Prozent und bei den Betriebsgründungen um 5,1 Prozent. Der Gründersaldo blieb landesweit mit 14 912 positiv, sprich die Zahl der Abmeldungen war kleiner als die der Anmeldungen. Für den Kreis Traunstein gilt das auch, hier liegt der   Gründersaldo mit 214 im Plus, die Zahl der Firmen ist also gewachsen. zds

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