weather-image

Mehr biologische und regionale Produkte

4.8
4.8
Bildtext einblenden
Noch mehr biologische und regionale Produkte sollen in landkreiseigenen Einrichtungen verwendet werden. (Foto: privat)

Berchtesgadener Land – Der von der ÖDP eingebrachte Antrag im Kreistag über einen höheren Anteil an biologischen und regionalen Produkten in landkreiseigenen Einrichtungen wurde bei drei Gegenstimmen angenommen. Dabei ist der Begriff »Regionalität« gesetzlich nicht verankert, der Begriff der »biologischen Produktion« hingegen schon, merkte die Verwaltung an. Landrat Georg Grabner wehrte sich allerdings gegen die Formulierung der ÖDP, die ihren Antrag als »Umsetzung des Volksbegehrens Artenschutz« definierte. »Wir können höchstens »in Anlehnung an das Volksbegehren« schreiben«, so der Landrat.


Auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber fand Zeit für die Kreistagssitzung und attackierte den ÖDP-Antrag. »Ministerpräsident Markus Söder hat den Artenschutz im Begleitgesetz noch ausgedehnt und sich sehr dafür eingesetzt. Wir gehen heute bei regionalen und biologischen Produkten von einer Quote von bis zu 50 Prozent in öffentlichen Einrichtungen aus, es ist uns wichtig. Dazu gibt es in den Kantinen in Bayern durchaus die Möglichkeiten. Wir wünschen uns mehr Landwirte, die biologische Produkte anbauen.

Anzeige

Wir wollen die Bauern aber nicht gängeln, sondern sie fördern und beraten, es gilt der Grundsatz der Freiwilligkeit.« Dabei gebe es in fast allen Bereichen noch Handlungsbedarf. Als Beispiel etwa nannte sie die Bundeswehr. »Es kann nicht sein, dass wir hier in Bad Reichenhall bei den Gebirgsjägern Milch aus Hamburg verwenden, zumal wir eine ausgezeichnete und leistungsfähige Molkerei in direkter Nachbarschaft haben, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat.«

Agnes Thannbichler von der ÖDP hielt dagegen. »Ich engagiere mich seit 15 Jahren für den Verein »Solidargemeinschaft BGL«. Es ist sehr schwer, für regionale und biologische Produkte Absatzmärkte über die Saison hinaus zu erschließen. Die Bauern brauchen ein geschlossenes System, das vom Anbau bis hin zur Erschließung der Märkte reicht, sonst sind sie in ihrer Existenz gefährdet. Die Verschärfung der ÖDP-Forderung durch Markus Söder ist zwar ehrenhaft, doch wir im Landkreis wären froh, wenn Mindestanforderungen erfüllt werden.«

Kreisrat Franz Rasp legte nach und forderte auch für die Krankenhäuser die Festschreibung von biologischen und regionalen Produkten. Die aber zählen nicht zu den Liegenschaften in der Region und sind in einer eigenen Gesellschaft organisiert, schränkt Georg Grabner ein. Die Umsetzung der Forderung nach 20 bis 30 Prozent Anteil sei selbst an den Schulen nicht so einfach.

»Es bestehen vertragliche Vereinbarungen, und auch die Schulleitungen haben ein Mitspracherecht. Bei Vertragsabschluss wurden Kriterien zur Qualität vorgegeben und mit der konkreten Forderung nach Produkten aus in Ökoverbänden produzierten Lebensmitteln ergänzt«, informierte der Landrat. Über ihren Antrag nach regionalen biologischen Produkten von mindestens 20 Prozent bis 2025 und mindestens 30 Prozent bis 2030 an den landkreiseigenen Einrichtungen hinaus fordert die ÖPD auch, dass ab 2020 landkreiseigene Flächen nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden sollen. Nach Angaben der Verwaltung wird dies bereits heute zu 94 Prozent umgesetzt. Gerd Spranger