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»Maze Runner 3«: Showdown im Labyrinth

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Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone
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Im Blut der Teenager liegt die Lösung - Dylan O'Brian als Thomas (l-r), Thomas Brodie-Sangster als Newt und Giancarlo Esposito als Jorge. Foto: Twentieth Century Fox Foto: dpa

Nach dem beschwerlichen Weg aus dem Labyrinth und der kräftezehrenden Flucht durch die Brandwüste führt es Thomas für den Abschluss der »Maze Runner«-Reihe zurück zu den Ursprüngen.


Hamburg (dpa) - Im Fahrwasser der erfolgreichen »Tribute von Panem«-Saga erschienen vor einigen Jahren zahlreiche Filme aus dem sogenannten Young-Adult-Abenteuergenre. Darin kämpfen junge Erwachsene in der Regel gegen ein düsteres Regime - etwa in »Die Bestimmung« und »Hüter der Erinnerung«.

Auch »Maze Runner« gehörte dazu; die ersten beiden Teile spielten jeweils das Mehrfache ihrer Produktionskosten ein. Mitten in den Dreharbeiten zu Teil drei verletzte sich Hauptdarsteller Dylan O’Brien allerdings so schwer, dass sich der Start des heiß ersehnten Finals um über ein Jahr verschob.

Doch für Fans hat sich die Wartezeit gelohnt: »Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone« ist ein handwerklich erstklassiges Actionspektakel, bei dem die seit Teil zwei bereits schwächelnde Erzählung zunehmend in den Hintergrund rückt.

Nachdem Teresa (Kaya Scodelario) ihre vermeintlichen Freunde an die Organisation WCKD verraten hat, hat die Forschungsstation außer Thomas (Dylan O’Brien) fast alle Auserwählten gefangen genommen. Der Grund: Im Blut der Teenager liegt die Lösung - ein Heilmittel gegen das gefährliche Brandvirus, das bereits einen Großteil der Bevölkerung ausgelöscht hat. Nun liegt es an Thomas und den übrig gebliebenen Rebellen, den brutalen Anführer Hanson (Aiddan Gillen) zu stürzen und ihre Freunde aus dessen Gewalt zu befreien. Dafür müssen sie dorthin zurück, wo alles begonnen hat: ins Labyrinth.

Wie schon der zweite Teil richtet sich nun auch das Finale vorwiegend an jene Zuschauer, denen die Ereignisse aus den beiden Vorgängerfilmen nicht fremd sind. »Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone« eröffnet mit einer imposanten, an »Mad Max: Fury Road« erinnernden Actionsequenz, die sich direkt an die Ereignisse aus dem Finale von Teil zwei anschließt.

Einordnende Rückblenden oder ein klassisches »Was bisher geschah« gibt es nicht. Thomas und seine Freunde jagen mit viel PS einem Zug hinterher, um jenen Waggon, in dem sich die Gefangenen befinden, abzukoppeln und später mittels futuristischem Flugzeug in Sicherheit zu bringen. Dieser Auftakt beinhaltet alles, worin »Die Auserwählten in der Todeszone« seine Stärken hat: Die Action kommt ohne viel Effekte daher und sieht dadurch umso besser aus, sämtliche Darsteller legen einen sichtbaren Arbeitseifer an den Tag und der Zusammenhalt der Teens ist so stark wie eh und je.

Dass ein Großteil des Films entsprechend nach dem Schema »Actionszene - kurze Pause - Actionszene« funktioniert, kann gut verschleiern, dass das Teenager-Abenteuer inhaltlich nach wie vor schwächelt. Nachdem der Auftakt der Kinoreihe noch sehr ordentlich veranschaulichen konnte, wie sich eine Gruppe wild zusammengewürfelter Jugendlicher selbstständig zu einem kleinen Regime entwickelt, geht es seit Teil zwei vorwiegend um den Kampf zwischen Gut und Böse, wobei Gut hauptsächlich von Böse gejagt wird.

Auch der Hintergrund rund um das Brandvirus, das Infizierte zu willenlosen Untoten mutieren lässt, ist so austauschbar, dass vereinzelte Szenen aus »Maze Runner« ebenso gut aus Zombie-Werken »The Walking Dead« oder »World War Z« stammen könnten. Dafür sorgen sie für eine derbe Note in der ansonsten so biederen Welt der hollywood'schen Jugendabenteuer - das in diesem Fall mit mehr (mitunter tödlichen) Wendungen aufwartet, als man es vom Genre gewohnt ist.

Auf dem Weg von der Brandwüste zurück zu WCKD stellen sich Thomas jedoch nicht nur blutige Gefahren in den Weg. Es gibt auch ein Wiedersehen mit einer bislang totgeglaubten Figur, vermeintliche Schurken offenbaren ihr Herz am rechten Fleck und für Thomas wird der Weg in die Freiheit obendrein zu einer emotionalen Bewährungsprobe: Kann er es Teresa verzeihen, dass sie ihn und seine Freunde verraten hat? Das alles sind Themen, mit dem ein jüngeres Publikum seit jeher vertraut ist. 

Doch auch wer sich bei Filmen über Heranwachsende sonst nur zu gern über weichgespülte Action und fehlplatzierte Romantik beschwert, bekommt mit »Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone« eine sehenswerte Gegenthese serviert. So endet die Reihe zwar auf einer optimistischen Note, doch spätestens mit der allerletzten Einstellung offenbart sie auch, was Thomas für eine halbwegs erbauliche Zukunft für Opfer bringen musste. Mit so viel bitterer Süße beendet »Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone« das Franchise definitiv als eines der besseren der vergangenen Jahre.

Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone, USA 2018, 142 Min., FSK o.A., mit Dylan O’Brien, Kaya Scodelario, Aidan Gillen, Thomas Brodie-Sangster

Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone