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Maschinenschnee rettet das Weihnachtsgeschäft

Großer Andrang herrschte »zwischen den Jahren« im Skigebiet Götschen. Fotos: Anzeiger/cw
Am Aschauerweiher ist Langlauf noch ganz passabel möglich. Doch Schneenachschub wäre auch hier langsam wichtig.
Wegen des Tauwetters stehen die Schneekanonen derzeit still. Doch ohne ihren Einsatz in den letzten Wochen wäre das Weihnachtsgeschäft in den meisten Wintersportgebieten des Berchtesgadener Landes wohl schlecht ausgefallen.

Berchtesgadener Land - Den meisten Skigebieten im Berchtesgadener Talkessel rettete heuer der Maschinenschnee das Weihnachtsgeschäft mit den Wintersportlern. Weil im November bei tiefen Temperaturen überall gut beschneit werden konnte, waren die Bedingungen trotz des anhaltenden Tauwetters »zwischen den Jahren« akzeptabel, teilweise sogar sehr gut. Während einzelne Skigebiete wie das Roßfeld auch ohne Maschinenschnee noch gut über die Runden kamen, ging beispielsweise am Hochschwarzeck skifahrerisch nichts. Dafür war auf der Rodelbahn Hirscheckblitz Hochbetrieb. Nun sehnen aber alle Wintersportgebiete die Rückkehr des Winters herbei.


Über eine Woche weitgehendes Tauwetter hat der herrlichen weißen Pracht, die vor Weihnachten fast kitschig schön das Land bedeckte, ganz schön zugesetzt. Ohne Maschinenschnee wäre die Lage für die vielen Urlauber und Einheimischen recht trist, denn allenthalben sieht man schon das Gras durch die dünner werdende Schneedecke. Es wird höchste Zeit, dass es wieder schneit oder zumindest kalt wird, dann können die Schneekanonen und Schneelanzen wieder in Betrieb genommen werden.

Immerhin ist im Aschauerweihergebiet bis dato sogar der nordische Langlauf in Tallage noch ganz passabel möglich. In der Scharitzkehl treffen sich dagegen die nordischen Experten, die bessere Verhältnisse suchen.

Die Wintersportbedingungen am Jenner sind für Alpine immer noch sehr gut. Die Abfahrt ist aufgrund des Maschinenschnees sogar noch bis ins Tal sehr gut möglich. »Ohne den Maschinenschnee wären wir gar nicht zum Skifahren gekommen. In Anbetracht der aktuellen Witterung muss man mit den Verhältnissen zufrieden sein. Jetzt hoffe ich aber doch auf Kälte, damit wir wieder beschneien können, denn Wasser haben wir genug«, erklärte der Betriebsleiter Wilfried Däuber, der mit dem Skibetrieb am Jenner durchaus zufrieden war.

Wie auf einem Ameisenhaufen ging es in den letzten Tagen am Götschen zu. Hunderte von Skiläufern frönten ihrem Hobby und erfreuten sich an gut hergerichteten Pisten. Allerdings setzte das Tauwetter auch dem Götschen zu. Die Schneedepots sind erschöpft, weil zum Beschneien mittlerweile zu wenig Wasser da ist. Noch reicht die Schneelage aus, doch auch am Götschen hofft man auf Neuschnee oder tiefere Temperaturen. Marketing- und kaufmännischer Leiter Klaus Dinzler zeigte sich mit dem Geschäft bisher recht zufrieden. »Wir brauchen gerade das Weihnachtsgeschäft für unsere Zahlen, denn da kommen die meisten Gäste. Weil in diesem Jahr Skilauf am Schwarzeck nicht möglich war, kamen auch diese Gäste samt dortiger Skischule zu uns«, erklärte Dinzler.

Im Familienskigebiet Gutshof laufen drei Lifte. Erich Schalmoser ist mit dem bisherigen Betrieb relativ zufrieden: »Freilich hatten wir gegenüber dem letzten Jahr Einbußen, aber bei diesen Witterungsverhältnissen muss man einfach zufrieden sein. Unsere Schneedepots sind nahezu erschöpft, jetzt muss endlich wieder der Winter zurückkommen«, sagt Schalmoser. Allerdings ist er wenig hoffnungsvoll, dass sich bis zum 12. Januar etwas an der Großwetterlage ändern wird. »Falls es jedoch in den Nächten ähnlich kalt bleibt, dann könnten wir wenigstens Maschinenschnee produzieren«.

Sehr gut sieht es in den Skigebieten Oberau und Roßfeld aus. Am Rottenlift herrschen nach wie vor ausgezeichnete Verhältnisse. Hans Meisl ist es gelungen, den Schnee fachgerecht zu bearbeiten, sodass die Skifahrer und Trainingsgruppen dort gute Bedingungen vorfanden. Am Rottenlift fand auch wie schon oft das Berchtesgadener Ski-Opening statt. Seither lief der Lift bei teilweise besten Verhältnissen. Durch die Wärme am Tag und die Nachtkälte ist die Piste derzeit recht hart. Hans Meisl fräst die Piste aber immer wieder auf, damit sie griffig und gut befahrbar bleibt. Mit dem Geschäft sind die Liftbetreiber bisher recht zufrieden.

Einige Höhenmeter weiter oben herrschen auch in der Mautgrube beste Verhältnisse. »Bei uns hat es ja immer wieder geschneit. Der erste Pulverschnee wurde durch den Regen gut komprimiert. Wir haben überhaupt keine Schneeprobleme, das reicht uns für den ganzen Winter«, erklärt Wasti Stanggassinger, der für die Kinder bereits mit dem ersten Schnee Ende Oktober die Piste hergerichtet hatte.

Ganz oben über der Au lädt das Roßfeld-Skigebiet die Skifahrer bei sehr guten Verhältnissen und 60 Zentimeter festem Altschnee ein. Die Verhältnisse sind ausgezeichnet, die Abfahrt bis zur Maut gut. In die Oberau fahren allerdings nur noch die Tourengeher ab. »Wir präparieren mit zwei Wieseln, fräsen häufig und schieben den verwehten Schnee wieder zurück auf die Piste«, erklärte Rudolf Schaupp von den Roßfeld-Skiliften, der mit dem Geschäft und mit den Verhältnissen sehr zufrieden ist: »Zu uns kommen traditionell viele Salzburger, Dänen und neuerdings sogar Gäste aus Oberösterreich, denen es bei uns sehr gut gefällt. Gehörig verbessert hat sich auch die Disziplin der Skitourengeher«, freut sich Schaupp.

Am Hochschwarzeck wartet man dagegen sehnsüchtig auf die weiße Pracht. Geschäftsführer Christian Riel: »Bisher war mit Alpinskilauf nichts los. Dafür rauscht es auf der Hirscheckblitz-Rodelbahn ganz gehörig. Wir können die Einbußen nicht ganz auffangen, aber durch die Rodler etwas kompensieren. Die Rodelbahn wird in jeder Nacht wieder hergerichtet. Aber allmählich ist wieder eine Ladung Schnee nötig. Uns würden ja gut 20 Zentimeter Neuschnee reichen, damit wir auch den Skibetrieb aufnehmen können.«

Dagegen lief der Skibetrieb der Skischule »Treff aktiv« am Talstation-Lift des Jenners recht gut. »Wir sind zufrieden mit dem Geschäft. Weil es bei uns schattig ist und wir gerade bei Inversionslagen gut schneien konnten, haben wir auch noch genügend Schnee«, informiert Skischulchef Franz Graßl. cw