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Marktschellenberg ist eine große Baustelle

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Am Wanderweg zur Köpplschneid war nach dem Unwetter viel zu tun. (Fotos: privat)
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Nur mit erheblicher finanzieller und handwerklicher Unterstützung konnte die Marktgemeinde Marktschellenberg die Almbachklamm nach den Unwetterschäden sanieren.

Marktschellenberg – Sanieren, Graben, Verlegen – in der Marktgemeinde Marktschellenberg wird seit Monaten an zahlreichen Stellen gebaut. Alleine die Abwicklung der Unwetterschäden vom Juni 2013 verursacht Kosten von 3,5 Millionen Euro, die aber von der Marktgemeinde zum Großteil nur zwischenfinanziert werden müssen. Und dann laufen derzeit noch zwei große Kanalbauarbeiten. Diese Baumaßnahmen stellten einen Schwerpunkt im Rechenschaftsbericht dar, den Bürgermeister Franz Halmich am Donnerstag im Rahmen der Bürgerversammlung gab.


Über 100 Personen lauschten im Veranstaltungssaal des Feuerwehrhauses dem mehr als einstündigen Bericht des Rathauschefs, der zur Bürgerversammlung zwar keinen Vertreter des Landkreises, dafür aber den Vorsitzenden der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, Franz Rasp, begrüßen konnte. Neben einer umfassenden Darstellung der aktuellen Gemeindesituation mit vielen Zahlen (siehe Kasten) kam Franz Halmich vor allem auf die umfangreichen Bauarbeiten in der Gemeinde zu sprechen, die im Wesentlichen für den drastischen Anstieg des diesjährigen Haushaltsvolumens verantwortlich sind. So liegt der Gesamthaushalt diesmal bei über 7,2 Millionen Euro. In den Jahren zuvor waren es zumeist zwischen 4 und 5 Millionen Euro.

Aktuell betreut die Verwaltung der Marktgemeinde rund 22 Baustellen zur Beseitigung der Unwetterschäden. Das Gesamtvolumen der Maßnahmen beträgt rund 3,5 Millionen Euro. Alleine die Wiederherstellung der Almbachklamm kostet circa 1,2 Millionen Euro, die durch Zuschüsse abgedeckt sind. »Wir hätten uns das alleine niemals leisten können. Ohne finanzielle Hilfe und die Unterstützung durch viele Helfer und die Bundeswehr hätten wir die Klamm wohl über längere Zeit schließen müssen«, sagte Halmich.

Der Rathauschef listete schließlich, untermalt von Bildern, alle Baustellen auf. Dazu zählen: Am Vorderettenberg die Straße zum Eck und Kocherbichl, außerdem der Grasleitenweg, der Talgrabenweg, der Gatterlsteig, das Gewässer beim »Haus am Wald«, der Anfangmühlweg, der Steinhäuslweg, die Mauer am Steinerweg und der Steinerweg selbst, der Kedererweg, der Weberbichlweg, der Auerbodenweg, das Lagergebäude am Schwimmbad, der Grasleitengraben, der Graben beim Reschenlehen, der Köpplschneidweg, der Gastagweg, der Madlweg, die Hangrutschung Schlief, der Kapplgraben, der Scheibenkaserweg, der Nesseltalweg, der Klammsteg und die Heizung im Rathaus.

Im nächsten Jahr soll es dann mit der Sanierung weitergehen. Diese betrifft den Glockenweg, den Neuhäuslweg, den Weberbichlgraben im Ortskern, den Gartenauer Weg, den Weg vom Kederlehen zum Stillerlehen, den Graben beim Hammerstielwanderweg, den Graben Wilhelmer, die Ettenberger Straße und die Dr.-Berkmann-Straße.

Bei den Zuschussgebern in München war der Name Marktschellenberg nach dem Unwetter bestens bekannt. »Rund zehn Prozent unserer Schadensmeldungen kommen aus Marktschellenberg«, soll ein Beamter gegenüber den hiesigen Verwaltungsbeamten gescherzt haben. Immerhin hat sich die Hartnäckigkeit ausgezahlt: Die Gelder werden fließen.

Das gilt auch für die aktuellen Kanalbauarbeiten, die in Marktschellenberg zum Ende der Förderzeit noch realisiert werden. Hier handelt es sich im Wesentlichen um zwei Projekte: einmal um den Bereich Barmsteine, wo die Maßnahme bis auf letzte Restarbeiten bereits fertiggestellt ist, und einmal um den Bereich Götschen-Mehlweg inklusive den Kleinbereichen Gastag, Hartlhöh, Hirschbichl und Kraxenberg. »Beim Abwasserentsorgungskonzept liegen wir im Zeitplan und werden 2015 mit den Teilen Mehlweg, Kraxenberg und Hirschbichl fortfahren«, sagte Franz Halmich. Eine Anliegerversammlung für den Bereich Kraxenberg und Hirschbichl soll in Kürze erfolgen.

Einiges verspricht sich Bürgermeister Franz Halmich von dem Städtebauförderungsprogramm, an dem die Marktgemeinde im Rahmen des Flächennutzungsplan-Projekts zusammen mit den anderen Gemeinden teilnimmt. »Vor allem im Ortskern müssen wir einiges machen, das ist keine Frage«, sagte Halmich. Hier geht es in erster Linie um eine Belebung und bauliche Revitalisierung. Derzeit befindet man sich in der Konzeptphase, doch der Rathauschef geht davon aus, dass man schon im Frühjahr erste Ideen präsentieren könne.

»Es bleibt spannend«, sagte Franz Halmich zur Finanzsituation der Gemeinde. Immerhin ist man bei der Steuerkraft im Landkreis von der 15. auf die 12. Stelle nach vorne gerückt. Doch der oberbayerische Vergleich zeigt laut Halmich, »dass die Handlungsfähigkeit des Marktes recht eingeschränkt ist«. Obgleich der Markt von den gestiegenen Steuereinnahmen der vergangenen Jahre profitiere, beeinträchtigten die vorhandenen Strukturschwachpunkte – insbesondere die Leerstände im Ortskern – die allgemeine Finanzwirtschaft und damit eine stärkere positive Entwicklung. UK