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»Mangelnde Unterstützung für die Landwirtschaftsministerin«

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Foto: Armin Weigel/dpa

Marlene Berger-Stöckl, Projektmanagerin der Ökomodellregion Waginger See / Rupertiwinkel, hätte sich gewünscht, dass der erfolgreiche Weg mit allen zehn Gemeinden weitergegangen wird. Doch die drei Gemeinden des Berchtesgadener Lands steigen aus; nicht sofort, aber in drei Jahren. Teisendorf und Laufen haben es bereits beschlossen. Saaldorf-Surheim wird noch abstimmen. Die drei Gemeinden werden sich mehr zur Biosphärenregion Berchtesgadener Land hin orientieren. Die hat personell stark aufgestockt und will sich künftig ebenfalls dem Thema Ökolandbau widmen.


»Ich hätte mir gewünscht, dass es in diesem Rahmen weitergeht«, sagt Berger-Stöckl im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, »es ist alles so gut angelaufen und die Vernetzung der beiden Landkreise war hervorragend.« Von der Mitgliedschaft der drei Gemeinden hätten alle profitiert. In der kurzen Zeit sei viel gelungen und auf den Weg gebracht worden: »Biokäseprodukt und Wirtenetzwerk, Bioobstvermarktung, Fleisch und Laufener Landweizen, die Zusammenarbeit von Direktvermarktern, Bäckern, Mühle, Schlachthof, Kelterei, Naturschutzakademie und Lebensmitteleinzelhandel.« Und das mit gerade mal 1,15 Personalstellen. »Wir könnten sofort drei Leute beschäftigen«, verdeutlicht sie den Umfang möglicher Arbeitsfelder. »Es wäre genügend Arbeit für beide da, für Biosphäre und ÖMR.«

In Sachen Biolandbau stehe die Biosphäre ganz am Anfang, man habe also viele Aufgaben, um die Vernetzung der drei BGL-Gemeinden in den übrigen Landkreis auszuweiten, meint sie, »hier könnten die Gemeinden als wichtige Schnittstelle fungieren.«

»Wir sind Vorbild in ganz Bayern«, erklärt sie nicht ohne Stolz. Sie lobt Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, die sich gleich nach Amtsantritt für eine Verlängerung der ÖMR-Förderung eingesetzt habe. »Enttäuscht bin ich, dass der mutige Kurs der Ministerin und ihr persönlicher Einsatz für die Ökomodellregion ausgerechnet in diesen drei Gemeinden ihres Heimatwahlkreises keinen Widerhall mehr findet, während sich gleichzeitig 27 bayerische Regionen als Ökomodellregion bewerben.« Die Ökomodellregion habe die Biosphärenregion seit dem Beitritt der drei Gemeinden inhaltlich voll unterstützt, »und ich hätte mir von der Biosphäre umgekehrt gewünscht, hier keine unnötige Konkurrenzsituation aufzubauen.«

»Im April war man sich in der Runde der Bürgermeister einig, gemeinsam weiter zu machen, im September hatten wir noch mehrere gemeinsame Projekterfolge. Es war schon ein Schock, als es dann im Oktober hieß, wir übergeben das Thema jetzt an die Biosphäre.« Denn eine konsequente Förderung des Ökolandbaus gehe über die Förderung von Regionalprodukten wie in der Biosphärenregion hinaus und sei zur Vorsorge am Abtsee genau so wichtig wie am Waginger See.

Ähnlich äußert sich Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner: »Es hat uns in dieser Form schon überrascht«, habe es doch im Vorfeld einen intensiven Austausch zwischen Ökomodell und Biosphäre gegeben. Der ÖMR-Vorsitzende berichtet, dass auch ein Sofortausstieg der drei BGL-Gemeinden im Raum gestanden habe. Der nun beschlossene Ausstieg nach den Förderjahren sei ein Kompromiss, mit dem beide Seiten leben müssten.

»Es ist alles im Fluss, und Rahmenbedingungen ändern sich«, sagt Birner. Der Verlängerungsantrag für eine Förderung liege bereits in München. Gleichwohl müssen erst noch die sieben Gemeinden über eine Fortführung entscheiden. Für diese Gemeinden ist Birner zuversichtlich, denn die Arbeit der ÖMR werde durchwegs als Erfolg gesehen. »Ziel ist eine dauerhafte Einrichtung«, beschreibt er seine langfristige Zielsetzung über den Förderzeitraum hinaus. Die Beschlüsse aller Kommunen beträfen die drei Jahre des aktuellen Förderzeitraums.

Was bedeutet der Ausstieg nun konkret, zum Beispiel für den biozertifizierten Laufener Schlachthof? »Vernetzung und Vermarktung sind schon auf einem guten Weg«, antwortet Birner, »jetzt gilt es, sich mit der Biosphäre abzustimmen, damit kein Kompetenzproblem entsteht.« höf