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Mammutbau in Ramsau

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Die beiden haben offensichtlich einen Plan: Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt (l.) und Andreas Rupp vom gleichnamigen Ingenieurbüro. (Foto: Fischer)

Ramsau – Das Leben ist eine Baustelle, heißt es. Das Gleiche kann man seit Mitte März auch von der Ramsau behaupten. Dort lassen es Gemeinde und Staatliches Bauamt richtig krachen. Für rund 3 Millionen Euro entstehen dort ein Kreisverkehr, ein Radlweg, ein Gehweg, Querungshilfen, eine Bushaltestelle, zwei Abbiegespuren und ein Fahrbahnteiler. Die Beteiligten zogen jetzt bei einem Pressetermin im Rathaus eine Zwischenbilanz.


Martin Bambach, der zuständige Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Traunstein, ist Kummer gewöhnt. Gerade jetzt, wo er eine Rekordzahl an Projekten im Landkreis betreut, geht es rund. Es ruckelt, hackelt und zwackelt auf dem Asphalt. Doch die Ramsau scheint für den kernigen Straßenbauexperten eine Oase der Ruhe, ein Hort der Wertschätzung zu sein. Denn Bürgermeister Herbert Gschoßmann und sein Geschäftsleiter Martin Willeitner finden ausschließlich lobende Worte. »Es läuft bestens«, stellt Gschoßmann klar. »Einheimische und Urlauber nehmen das Ganze entspannt. Es gab noch keine einzige Beschwerde.« Und das will was heißen. Denn in der Ramsau gilt laut Bürgermeister das Sprichwort: »Ned g'schimpft is schon g'lobt gnua.«

Bei der Gestaltung des Kreiselinneren hat die Gemeinde freie Hand. Die Planungen laufen bereits. Wie Gschoßmann berichtete seien derzeit drei Varianten im Gespräch. Dabei gehe seine Tendenz klar zu einer schlichten, naturnahen Gestaltung. In Gesprächen mit der Nationalparkverwaltung solle zudem erörtert werden, wie man ein Corporate Design, also ein einheitliches Aussehen der Kreisverkehre erreichen könne. Bambach wies darauf hin, dass Ramsau die Errichtungskosten erstattet bekomme, für den Unterhalt aber selbst sorgen müsse.

Gerackert und geschuftet wird in der Ramsau derzeit an mehreren Stellen gleichzeitig. Und, obwohl es laut Martin Bambach »klasse funktioniert«, hinkt man dem Zeitplan etwas hinterher. Andreas Rupp vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Bad Reichenhall erläutert, warum: ramponierte Wasserleitungen, die gleich mit erneuert werden.

»Wir ziehen das ohne Pause mit Hochdruck durch«, betont Bambach. Das heißt, auch unter Verkehrsvolllast im Sommer. Und der Mann vom Staatlichen Bauamt warnt: »Ohne Behinderungen wird es nicht gehen.« Vor allem in den beiden je einer Woche langen Vollsperrungen für die Asphaltierung im Juli beziehungsweise im Oktober.

Danach soll aber alles schöner sein. Und besser. Mit einer deutlich erweiterten Beschränkung auf 50 km/h. Richtung Wachterl bis 20 Meter nach dem letzten Haus und Richtung Berchtesgaden bis 200 Meter nach dem Reichlfeld. Christian Fischer