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Mädchen (11) in München vergewaltigt: 43-Jähriger festgenommen – er ist vorbestraft

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Marcus da Gloria Martins
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Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Münchner Polizei. Foto: Wera Engelhardt Foto: dpa

München – Nach der Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens in Obergiesing ist ein 43-jähriger Münchner festgenommen worden. Der Mann ist bereits siebenfach einschlägig vorbestraft. Die DNA am Opfer brachte die Ermittler auf die Spur des mutmaßlichen Täters.


Schneller Fahndungserfolg: Im Fall der von einem Mann mit Wolfsmaske vergewaltigten Elfjährigen hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Das sagte Sprecher Marcus da Gloria Martins bei einer Pressekonferenz am Donnerstag Nachmittag in München.

Nach Angaben der Beamten wurde das Mädchen am Dienstag im Münchner Stadtteil Obergiesing von dem maskierten Mann überfallen, in ein Gebüsch gezerrt und dort schwer sexuell missbraucht. Passanten, die in der Nähe des Tatorts vorbeiliefen, hatten die schlimme Tat zunächst gar nicht bemerkt.

Der in München wohnhafte Verdächtige ist bereits achtfach vorbestraft – unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Der 43-jährige Deutsche war laut Polizei einige Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Er lebte zuletzt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft, so Oberstaatsanwältin Anne Leiding bei der Pressekonferenz am Donnerstag.

Pressekonferenz der Polizei und Staatsanwaltschaft München
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Anne Leidig (l), Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München I., Ignaz Raab (M), Leiter Kommissariat 15, und Marcus da Gloria Martins (r), Sprecher der Münchner Polizei. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa

Ein Treffer in der DNA-Datenbank brachte die Ermittler auf die Schliche des Mannes. Der Leiter des Kommissariats 15, Ignaz Raab, gab Auskunft darüber, dass im Intimbereich und an der Unterwäsche des Opfers "tatrelevante männliche DNA" sichergestellt worsen sei. Außerdem belegen, so Raab, Videoaufnahmen, dass der Verdächtige Kontakt zu dem Mädchen hatte.

Er soll am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft werde Haftantrag gegen den 43-Jährigen stellen, so Oberstaatsanwältin Anne Leiding. Von der Wolfsmaske, die der Mann zur Tatzeit trug, fehlt bislang jede Spur.

Zeugen, die die Tat zwar gesehen, aber falsch eingeschätzt hatten, meldeten sich ebenfalls bei den Behörden. Da der Verdächtige das Mädchen im Gebüsch zu Boden gedrückt habe, hätten die vorbeifahrenden Passanten das Geschehen nicht bemerkt.

Festgenommen wurde der mutmaßliche Täter am Vormittag an seinem Arbeitsplatz. Als er die Polizisten sah, wollte er flüchten. Der 43-Jährige wurde in der Vergangenheit bereits unter anderem wegen Nötigung, versuchter sexueller Nötigung und sexuellem Missbrauchs von Kindern in 17 tatmehrheitlichen Fällen verurteilt.

Suche nach Hinweisen
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Eine Polizistin sucht mithilfe eines Suchhundes in einem Waldstück nach Hinweisen. Foto: Lino Mirgeler Foto: dpa

Nach Aussage des Opfers trug der Mann während der Tat neben der Wolfsmaske auch Handschuhe aus Latex. Nach dem Überfall habe er der Elfjährigen und ihrer Familie gedroht, sie zu töten, sollten sie jemandem von dem Vorfall erzählen. Das Mädchen ist nach Angaben der Polizei körperlich leicht verletzt worden. Die Beamten hegen keine Zweifel daran, dass die Schilderungen des Opfers der Wahrheit entsprechen.

Die Ermittlungsgruppe "Wolf" aus 25 Polizisten fahndete nach dem Täter. Gleichzeitig erhielten die Beamten zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung. Verstärkte Polizeipräsenz an den Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in dem Gebiet ist die Folge.

Landläufig werde eine solche Tat wie sie am Dienstag in Obergiesing geschehen ist, als Vergewaltigung bezeichnet, so Sprecher Gloria Martins. Juristisch handele es sich wegen des jungen Alters des Opfers um einen Fall schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

red/dpa