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Lukas Mösmang und seine Samba Kicker aus Kienberg

„Samba-Kicker“, da schweifen die Gedanken sofort nach Südamerika und den Kickern aus Brasilien.

Foto: Wukits

Ihre Erfolge feiern sie aber nicht auf dem grünen Rasen sondern auf Sand. 2013 haben sie sich den deutschen Meistertitel im Beachsoccer geholt. Den Erfolg holten sie sich gegen 23 andere Teams und damit haben die Kienberger gleich in der neugegründeten Bundesliga mitspielen dürfen. Am Ende ist dort ein respektabler dritter Platz herausgesprungen. Lukas Mösmang ist der Kapitän der Truppe. Angefangen hat alles bei einem Turnier in Traunwalchen bei dem sie noch als „Ghana Traunwalchen“ angetreten sind. Zuletzt haben sich die Samba Kickers aber eine sportliche Auszeit gegönnt. Zum einen sind in den vergangenen Jahren einige Spieler verletzt gewesen, zum anderen sind sie ein wenig zwischen den Stühlen gesessen. In Deutschland gibt es zwei Verbände, die Beachsoccer ausrichten. Den deutschen Beachsoccer-Verband und die Beachsoccer-Abteilung des DFB. „Wir haben immer an den Turnieren des DBSV teilgenommen.

Foto: Wukits

Mittlerweile ist aber der DFB in Sachen Beachsoccer weitaus professioneller“, schildert Mösmang die jüngste Entwicklung. Mittlerweile gibt es die German Beachsoccer League. Allerdings fehlen dafür den Kienberger Samba Kickers die finanziellen Mittel. Auch personell ist es nicht möglich, über mehrere Wochenende im Jahr auf Tour durch ganz Deutschland zu gehen. So hat Lukas Mösmang in der vergangenen und in dieser Saison je nach zeitlicher Verfügbarkeit für den Wuppertaler SV Beachsoccer gespielt. „Da habe ich einige Eindrücke sammeln können. Das wäre ein möglicher nächster Schritt, der sehr spannend und reizvoll wäre“, so der Blick in die Zukunft des 23-jährigen. Unlängst sind die Kienberger Samba Kickers beim Turnier in Traunwalchen wieder angetreten. Dieses Turnier ist eine feste Größe in der Region, über 1.000 Besucher sind gekommen. Im Finale konnte die Truppe von Lukas Mösmang den Titelverteidiger aus Traunstein mit 1:0 entthronen. „Das hat richtig Spaß gemacht und die Lust auf mehr gesteigert“, freute sich Mösmang.

Foto: Wukits

Was ist beim Beachsoccer anders als beim Kick auf Rasen?

Der entscheidende Unterschied ist, dass alle viel näher am Tor sind, weil die Spielfläche kleiner ist. Deswegen ist es nicht selten, dass auch Torhüter einen Treffer erzielen können. „Man muss wirklich jede Sekunde aufmerksam sein, da jeder kleine Fehler bestraft wird“, erklärt Lukas. Gespielt wird mit vier Feldspielern und einem Torhüter. Die Spieldauer beträgt drei mal zwölf Minuten. Wichtig ist dabei die Zeitregel von fünf Sekunden um den Ball wieder ins Spiel zu bringen. Um das Spiel so fair wie möglich zu halten, gelten die letzten zwei Spielminuten als Nettozeit. Durch das kleinere Spielfeld ist der Sport mehr von Zweikämpfen geprägt. Unter besonderem Schutz steht der spektakuläre Fallrückzieher, der macht das Beachsoccer besonders attraktiv.

Gespielt wird Barfuß, da viel in der Luft gespielt wird und Dribblings im Sand sehr schwierig sind, ist der Sport was für technisch starke Fußballer. Wichtig ist die Rolle des Torhüters. Er muss mitspielen und Angriffe einleiten. Um die Unebenheiten des Sandes auszugleichen werden oft hohe Bälle spielt. „Wir von den Samba-Kickers pflegen aber auch das Flachpassspiel. Das ist bei allen Gegner gefürchtet“, plaudert Mösmang aus dem Nähkästchen. Da barfuß gespielt wird, sind Zehen und Fußnägel gefährdet. Dafür ist das Spiel auf Sand besser für die Gelenke. Lukas Mösmang und sein Bruder Thilo sind mittlerweile Mitglied der Beachsoccer-Nationalmannschaft. Bleibt die Frage, wie es einem Samba-Kicker auf den grünen Rasen ergeht? „Das ist immer eine sehr schwierige Frage. Natürlich kicken wir viel auf Rasenplätzen. Für welche Liga es reichen könnte, ist von vielen Faktoren abhängig. Festlegen will ich mich da nicht. Beachsoccer ist der etwas gesündere Sport. Aber auch nur, wenn der Sand nicht gerade zu heiß ist und man sich die Füße verbrennt“, meint Lukas lachend.

Text: Siegi Huber
Bilder: Ernst Wukits