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»Lückenschluss« am Obersalzberg

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Vertreter der beteiligten Institutionen konnte Peter Renoth (l.), stellvertretender Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, zur Eröffnung des neuen Wanderwegs am Obersalzberg begrüßen. Fotos: Anzeiger/Kastner und Bayerische Staatsforsten (1)
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Gegenüber dem Hotel »Interconti« beim Hochbehälter der Marktgemeinde Berchtesgaden beginnt der neue Weg, der jetzt Wanderer direkt zum Kehlstein leitet.
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Wanderer müssen nun nicht mehr die von Bussen befahrene Kehlsteinstraße nutzen, sondern haben ihren eigenen Weg.

Berchtesgaden – Ortsunkundige Wanderer laufen ab sofort keine Gefahr mehr, sich auf dem Weg zum Kehlstein zu verirren. Wer vom Hintereck aus zu Fuß den Aussichtsberg in Angriff nehmen oder vom Gipfel wieder zum Hintereck absteigen will, der findet jetzt auch im unteren Teil quasi als »Zubringer« zur Dalsenwinkelstraße einen ausgeschilderten Wanderweg vor. Den haben die Bayerischen Staatsforsten in den letzten Monaten mithilfe zahlreicher Unterstützer realisiert. Sie alle waren am Donnerstag zur kleinen Eröffnungsfeier auf den Obersalzberg gekommen.


Das Problem dieser Wanderwegslücke war schon seit Jahrzehnten bekannt. Bislang aber hatte sich niemand dieser Misere angenommen. »Vielleicht weil es sich um ausmärkisches Gebiet handelt«, mutmaßte Stefan Kurz, Vorsitzender der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, am Donnerstag bei der kleinen Eröffnungsfeier. Kurz hatte für die Bayerischen Staatsforsten und alle am Projekt Beteiligten genauso lobende Worte im Gepäck wie Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. »Es war immer ein Drama, den Leuten zu erklären, wie sie vom Kehlstein zurück zur Busabfahrtsstelle kommen«, sagte Rasp. Deshalb sei dieser Lückenschluss sehr wichtig.

Freilich freute sich stellvertretender Forstbetriebsleiter Peter Renoth über die Anerkennung dieser Initiative zur touristischen Entwicklung des Obersalzbergs. Denn schließlich hatten sich in den letzten Jahren zwischen dem Hintereck und dem Dalsenwinkel immer wieder Wanderer verirrt. Auf diesen teilweise gefährlichen Missstand hatte Bergwachtmann Berti Kastner mehrmals hingewiesen. Wanderer mussten auf dem Weg zum oder vom Kehlstein bislang große Umwege gehen oder im unteren Teil die für Fußgänger offiziell gesperrte Kehlsteinstraße benutzen.

»Die Bayerischen Staatsforsten übernahmen bei dem Projekt Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung«, ließ Peter Renoth die Festgäste wissen. Der zuständige Revierleiter Förster Frank Rothhaar hatte die Trasse erarbeitet und die Bauleitung übernommen. Bevor jedoch die Firma Fendt aus der Ramsau mit den Bauarbeiten beginnen konnte, musste das Gelände am Obersalzberg noch auf mögliche Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht werden. »Es wurde nichts gefunden«, so Renoth.

Eigentlich wollte man den neuen Weg noch im Herbst eröffnen, doch anhaltender Regen verzögerte dies bis jetzt. »Dass die Trasse richtig gewählt wurde, beweist die Tatsache, dass sie bereits im vergangenen Winter gut von den Tourengehern angenommen wurde«, sagte Renoth, der während seiner kurzen Ansprache auch zweimal Wanderern den Weg frei machen musste, die das neue Angebot bereits nutzten.

45 000 Euro kostete das Projekt insgesamt, 10 000 Euro steuerte der Markt Berchtesgaden bei. Und das Salzbergwerk Berchtesgaden hatte Grund zur Verfügung gestellt, der größte Teil befindet sich allerdings auf Forstgebiet. Gefördert wurde das Projekt von der Bayerischen Forstverwaltung aus dem Topf der besonderen Gemeinwohlleistungen. Und damit die Wanderer den neuen Weg auch finden, hat die DAV-Sektion Berchtesgaden ein Beschilderungskonzept entwickelt, das sie zusammen mit der Tourismusregion und den Bayerischen Staatsforsten finanzierte. Von den Parkplätzen am Hintereck bis zum Kehlsteinhaus gibt es nun eine durchgehend beschilderte Wegführung. Beginn ist unweit der Busabfahrtsstelle beim märktischen Hochbehälter.

Mit dem neuen Wanderweg bekommt auch der Salzwandweg Richtung Ligeret eine Aufwertung. Gedacht ist beispielsweise daran, den sogenannten Klingeckkopf freizuschneiden. Bei entsprechender Aussicht könnte er durchaus ein beliebtes Kurzwanderziel werden. Ulli Kastner

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