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Lotzens erstes Tor als EM-Türöffner

Växjö (dpa) - Lena Lotzen wurde nach ihrem Premierentreffer vor Freude fast erdrückt. Einen kurzen Moment musste man Sorge um ihre Gesundheit haben. Doch sie konnte sich aus dem deutschen Jubel-Knäuel unverletzt befreien.

Befreiungsschlag
Lena Lotzen (r) erzielte das erste Tor beim 3:0 gegen Island. Foto: Mikael Fritzon Foto: dpa

«Als der Ball ins Tor ging, war das pure Erleichterung, eine unbeschreibliche Freunde. Es ist etwas ganz Besonderes, bei der EM sein erstes Tor zu schießen», sagte der 19 Jahre alte Shootingstar nach dem 3:0 (1:0) der DFB-Frauen. Mit dem Sieg gegen Island ist der Titelverteidiger wieder in der Spur und nimmt direkten Kurs auf das EM-Viertelfinale in Schweden.

Dzsenifer Marozsan berichtete am Montag vor der zweistündigen Busfahrt zum nächsten Spielort Kalmar an der Ostküste vor der Insel Öland von der gelösten Stimmung. «Es war ein tolles Gefühl, mit einem Sieg aufzuwachen», sagte die Spielmacherin, die sich zudem über eine positive Rückmeldung von Vater Janos, einst ungarischer Nationalspieler, freute. «Ich kriege nach jedem Spiel ein Feedback. Diesmal war er zufrieden und hat gesagt, dass ich so weiter machen und noch mehr selbst den Abschluss suchen soll», so Marozsan.

«Wir sind jetzt im Turnier angekommen», schwärmte Celia Okoyino da Mbabi, die sich nach Lotzens Führung (24.) als Doppeltorschützin (55./84.) auszeichnete. «Die drei Punkte waren enorm wichtig, um weiterzukommen», meinte Neid, die nach dem mageren 0:0 gegen die Niederlande wieder rundum zufrieden war: «Die Spielerinnen hatten sich viel vorgenommen. Sie haben eine gute Antwort gegeben auf all die Kritiker, weil sie gezeigt haben, was in ihnen steckt.»

Nun genügt dem Titelverteidiger im abschließenden Vorrundenspiel gegen das punktgleiche Norwegen (4 Zähler) schon ein Remis, um den Gruppensieg perfekt zu machen. Selbst bei einer Niederlage gegen den Ex-Weltmeister müsste schon alles völlig schief laufen, damit die DFB-Elf die Runde der besten acht Teams noch verpasst. Spielen die Niederlande gegen Island remis, ist die K.o.-Runde auch fix gebucht. Und die besten zwei der drei Vorrundendritten erreichen auch noch die K.o.-Runde.

«Natürlich wollen wir gegen Norwegen gewinnen. Es ist ja ein Mitfavorit», sagte die gegen Island beschäftigungslose Torhüterin Nadine Angerer. Auch bei der «Mutter der Jugendgruppe» war die Erleichterung nach dem Befreiungsschlag riesig. «Der Sieg tut der jungen Truppe gut. Trotzdem schicke ich die Mädels um Zwölf ins Bett», scherzte die 34 Jahe alte Spielführerin am Sonntagabend.

Dass Lotzen den Weg ins Viertelfinale freischoss und damit die Bremse löste, ist kein Zufall. Die quirlige und beidfüßige Stürmerin von Bayern München macht aus ihrer Rolle als rechte Flügelstürmerin das Beste und ist bisher die Entdeckung im deutschen Team. «Ich habe sie vor der EM gefragt, ob sie sich mit der Position anfreunden kann. Lena hat sich in der Vorbereitung unheimlich entwickelt. Ich freue mich, dass sie nun ihr erstes Tor gemacht hat - und dann noch so ein wichtiges», befand Neid.

Die 19-jährige Melanie Leupolz für die routinierte Anja Mittag auf die linke Offensivseite zu beordern, erwies zudem als Glücksgriff. Leupolz erfuhr erst in der Teambesprechung endgültig von ihrem Startelfeinsatz. «Anfangs war ich nervös, aber dann habe ich immer besser ins Spiel gefunden», sagte Abiturientin der Freiburger Eliteschule des Sports.

Über jeden Zweifel erhaben ist Toptorjägerin Okoyino da Mbabi. In ihrem 81. Länderspiel gelangen der Tochter eines Kameruners und einer Französin die Treffer 42 und 43. Schon in der EM-Qualifikation war die künftig für den 1. FFC Frankfurt spielende Angreiferin mit 17 Treffern Europas beste Schützin. «Celia ist einfach ein toller Typ. Sie reißt alle mit und ist unglaublich wichtig für die Mannschaft», lobte Neid die 25-Jährige in den höchsten Tönen.

Mit Deutschlands Fußball-Ikone Birgit Prinz mag sich Okoyino da Mababi aber längst noch nicht messen. «Einen Vergleich mit Birgit sollte niemand ziehen. Ich bin froh, dass ich diese gute Entwicklung genommen habe. Aber es gibt noch einiges zu tun, damit ich noch besser werde», betonte Okoyino da Mbabi. Neid hat das gern gehört.

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