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Lohn für 30 Jahre kirchliches Engagement

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Aus den Händen von Erzbischof Kardinal Dr. Reinhard Marx erhielt Gertrud Angerer aus Berchtesgaden für ihr langjähriges kirchliches Engagement die Korbiniansmedaille. Foto: privat

Berchtesgaden/Freising - Für ihr lebenslanges kirchliches Engagement erhielt die Berchtesgadenerin Gertrud Angerer dieser Tage die Korbiniansmedaille. Die hohe Auszeichnung nahm die 80-Jährige im Rahmen eines Festaktes im Freisinger Dom aus den Händen von Erzbischof Kardinal Dr. Reinhard Marx entgegen. Große Freude über die Ehrung herrschte auch in der Berchtesgadener Pfarrei St. Andreas, die die Berchtesgadenerin unter der Federführung von Dekan Peter Demmelmair für die Verleihung der Medaille vorgeschlagen hatte.


Die charismatische und mitreißende Persönlichkeit von Gertrud Angerer hatte Prälat Otto Schüller entdeckt, mit dem zusammen sie als Pfarrjugendleiterin die Mädchenjugend der Pfarrei führte. Nach Heirat, Gründung einer Familie, Aufbau eines Schuhgeschäftes und Geburt dreier Mädchen wirkte sie hingebungsvoll an der menschlichen und beruflichen Prägung von mehreren Generationen von Auszubildenden mit. Ihr soziales Engagement fand auch einen besonderen Niederschlag in der Mitarbeit der heimischen Kolpingsfamilie Berchtesgaden, in der sie über 20 Jahre im Vorstand als Initiatorin und maßgebliche Führungsgestalt tätig war.

Durch die Verbindungen aus der Pfarrjugend mit Wilgefort Sommer, die als Missionarin nach Korea ging, und deren Bruder Karl Sommer, der als Missionar in Bolivien arbeitete, entwickelte sie immer mehr einen Missionsarbeitskreis, der die Unterstützung der heimischen Missionare zum Ziel hatte. In über 35 Jahren ihrer sozialen, karitativen und apostolisch motivierten Missionsarbeit gelang es ihr, durch ihre Beharrlichkeit die ganze Pfarrei und darüber hinaus den ganzen Talkessel Berchtesgaden für die Projekte in Korea und Bolivien zu begeistern. Durch ihr Netzwerk, durch Bildungsarbeit und Initiierung eines gigantischen Flohmarktes gelang es Gertrud Angerer, in etwa 35 Jahren große Summen für die Missionsarbeit zu erwirtschaften. Sie selbst hat diese Projekte nicht nur initiiert, sondern unter Einsatz ihrer eigenen Lebenskraft und freien Zeit von Anfang bis Ende mitgetragen.

»Mit Geschick, Freude und langem Atem ist es Gertrud Angerer gelungen, eine nachhaltige Missionsarbeit aufzubauen, die auch heute lebendig ist und die sie in den letzten Jahren an die nächste Generation übergeben konnte«, so Dekan Peter Demmelmair. Beim diesjährigen Flohmarkt arbeiteten etwa 100 Helfer eine Woche lang im Pfarrheim St. Andreas für die von ihr ins Leben gerufene Idee. Neben ihren begeisterten Akzenten in der Missionsarbeit war sie auch immer als Ratgeberin und gewähltes Mitglied in den verschiedenen kirchlichen Gremien wie Katholischer Frauenbund, Kolping und Kirchenverwaltung aktiv. Insgesamt war sie 30 Jahre (von 1983 bis 2012) in der Kirchenverwaltung St. Andreas verantwortungsvoll und gestaltend tätig. Da sie einige gesundheitliche Rückschläge verkraften musste, zieht sich Gertrud Angerer nun aus der Vereins- und Gremienarbeit stärker zurück.

Pfarrer Demmelmair: »Gertrud Angerer genießt in unserer Pfarrei hohes Ansehen und darf auf eine große und schöne Lebenszeit mit der Kirche und in der Kirche zurückblicken. Ihr ›sentiere cum ecclesia‹ bezog sich auf die Ortskirche, auf die Diözese und strahlte hinaus auf die ganze Weltkirche«. UK