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Bürgermeister Franz Rasp kündigt auf Bürgerversammlung möglichen Neubau an – Lob für Feuerwehr nach Brand

Lösung für Buswartehäuschen an der Schießstätte in Sicht

Berchtesgaden – Nun wird es vermutlich doch eine von allen Seiten akzeptierbare Lösung für die Schulbushaltestelle an der Schießstätte geben.

Das Buswartehäuschen an der Schießstätte ist nur ein Provisorium. Diese Aussage war am Dienstag erstmals zu hören. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp kündigte am Dienstag auf der Bürgerversammlung im »Bräustüberl« an, dass er dem Gemeinderat einen den Richtlinien entsprechenden Neubau des Bushäuschens vorschlagen werde. Das derzeit auf dem Parkplatz unterhalb der Straße stehende provisorische Häuschen soll dann als Wachshütte für die Skispringer an den Kälberstein kommen. In seinem gut halbstündigen Bericht fasste Bürgermeister Rasp die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres in der Marktgemeinde zusammen.

Erst kurz vor der Bürgerversammlung war Franz Rasp aus München zurückgekehrt, wo es bei der Regierung von Oberbayern ein Gespräch zur geplanten Ausweitung des Rufbusses auf den Berchtesgadener Bereich gegeben hatte. »Der Rufbus in Berchtesgaden wird zum 1. Januar 2018 starten«, kündigte der Bürgermeister an. Alle Bushaltestellen des Regionalverkehrs Oberbayern bis hinauf zur Roßfeld-Maut würden dann auf Anforderung angefahren. »Das ist vor allem für Personen, die kein Auto haben, eine erfreuliche Nachricht«, betonte Rasp.

Zu erfahren war des Weiteren, dass im Markt Berchtesgaden aktuell 7 841 Einwohner registriert sind, 51 Prozent davon Frauen. Untergebracht sind im Ort außerdem 29 Asylbewerber, im letzten Jahr waren es noch 63. Im Jahr 2016 wurden darüber hinaus 69 Geburten, 127 Sterbefälle und 166 Eheschließungen beurkundet.

Schnelle Feuerwehr verhindert Schlimmeres

Mit einem Bild vom brennenden Perlerlehen am Obersalzberg zeigte Bürgermeister Franz Rasp, »wie knapp es am Freitag war«. Der Rathauschef: »Wenn die Feuerwehr nur fünf Minuten später gekommen wäre, dann wäre auch das Haupthaus abgebrannt.« Im Erdgeschoss des Haupthauses seien wegen der Hitze schon die Fensterscheiben zersprungen und das Dach sei schon schwarz geworden. »Das zeigt wieder, wie dankbar wir dafür sein müssen, dass wir eine leistungsstarke Feuerwehr haben.«

Dieses Lob wollte der Bürgermeister aber an alle Wehren des südlichen Landkreises aussprechen, die auch bei diesem Brand hervorragend zusammengeholfen hätten. Für den Gemeinderat sei es eine Selbstverständlichkeit, die Wehr mit den erforderlichen Fahrzeugen auszustatten. Und aktuell laufe endlich auch der letzte Bauabschnitt für das Feuerwehrhaus. Dank sprach Rasp auch den Nachbarn am Obersalzberg aus, die die betroffene Familie unter anderem bei der Versorgung des Viehs enorm unterstützt hätten.

Insgesamt investiert die Marktgemeinde Berchtesgaden heuer 4,56 Millionen Euro, vor allem in die Wasser- und Abwasserversorgung. Darüber hinaus wurden rund 2 500 Quadratmeter Asphaltflächen im laufenden Jahr erneuert. »Wir kommen mit der Sanierung relativ gut voran«, versicherte der Rathauschef. Das gilt auch für die Sanierung der Wanderwege, so hat man unter anderem den Gletschermühlenweg am Soleleitungssteg erneuert.

Die 150 000 Euro, die in die Kälbersteinschanze investiert wurden, bekommt die Gemeinde erstattet. Bekanntlich wurde die Finanzierung des Schanzenunterhalts in den letzten Jahren immer schwieriger. Bürgermeister Rasp ist aber zuversichtlich, dass es hier zu einer Lösung kommen wird. »Wir sind jedenfalls nicht bereit Steuergelder in die Anlage zu investieren. Das ist nicht unsere Aufgabe«, unterstrich Rasp.

Für den Bauhof schaffte man im laufenden Jahr lediglich einen Hochlader für den Unterhalt der Wanderwege an. Markant war im abgelaufenen Jahr der Streusalzverbrauch. Der erreichte mit 1 520 Tonnen eine Rekordmarke. »Der letzte Winter kam zwar spät, aber er hat nicht mehr aufgehört«, sagte Rasp.

Breitbandausbau stagniert

Wenig Freude macht den Verantwortlichen im Rathaus aktuell der Breitbandausbau in der Gemeinde. Bereits im August hätte die Deutsche Telekom vertragsgemäß mit den Arbeiten in Maria Gern und auf der Buchenhöhe fertig sein sollen. »Von einer Fertigstellung in den nächsten Wochen kann nun keine Rede mehr sein«, sagte der Bürgermeister. Das Problem sei, Spleiß-Firmen zu finden, die die Kabel an die Kästen anschließen. »Wir kommen hier einfach nicht vorwärts, aber leider gibt es keine Alternative zur Telekom«, bedauerte der Rathauschef.

Gebühren für Wasser und Abwasser werden steigen

Die Bürger mussten außerdem zur Kenntnis nehmen, dass die Gebühren für Wasser und Abwasser wohl bald steigen werden. Franz Rasp machte dafür den Investitionsbedarf in Höhe von rund 5 Millionen Euro verantwortlich. Trotz der Investitionen kündigte der Rathauschef an, dass man die Schulden künftig um rund 1 Millionen Euro jährlich reduzieren könne. Aktuell beträgt die Gesamtverschuldung noch rund 20 Millionen Euro, 7,5 Millionen Euro davon sind rentierliche Schulden. »Das ist noch viel zu viel«, so der Bürgermeister.

Als Aufgaben für die Zukunft nannte Rasp die Punkte: Bildung, Jugend, Senioren, Daseinsvorsorge bei Wasser und Abwasser sowie Sanierungen im Bestand. Und natürlich wird es im Zweckverband auch um die Zukunft der Watzmann Therme gehen. Dazu gibt es am Donnerstag, 7. Dezember, um 19 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung im Kleinen Kongresshaussaal. »Erst nach dieser Veranstaltung wird der Verband seinen Beschluss fassen«, versicherte der Bürgermeister. Ulli Kastner