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Loch krönt goldene WM für deutsche Rodler

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Felix Loch
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Felix Loch jubelt über seinen Sieg in Winterberg. Foto: Caroline Seidel Foto: dpa

Der einstige Dominator ist zurück: Der zuletzt schwächelnde Rodel-Star Felix gewinnt zum Abschluss der Titelkämpfe in Winterberg sein sechstes WM-Gold und untermauert seine Ausnahmestellung. Und dann lüftet er noch sein streng gehütetes Geheimnis.


Winterberg (dpa) - Nach der Zieldurchfahrt reckte Felix Loch triumphierend die Siegerfaust in die Luft, dann zog er seinen Vater und Bundestrainer Norbert Loch auf den Schlitten und bejubelte das unerwartete WM-Gold.

»Das ist Wahnsinn. Nach dieser Saison hier zu gewinnen, ist der Hammer - ein richtig geiler Tag«, schwärmte Felix Loch nach dem Gewinn des insgesamt sechsten WM-Titels seiner Karriere auf der Bahn in Winterberg.

Nach Silber im Sprint sorgte der 29 Jahre alte Ausnahme-Rodler aus Berchtesgaden mit seinem ersten Saisonsieg für Riesenerleichterung im deutschen Lager und strafte seine Kritiker Lügen. Anschließend verriet er mit einem breiten Lächeln sein streng gehütete Erfolgsgeheimnis im Sauerland: Er war auf den Kufen von Weltmeisterin und Seriensiegerin Natalie Geisenberger zu Tal gerast.

»Ich hatte einen Deal mit Geisi. Wir leihen uns schon mal 'ne Schiene. Heute habe ich ihre Kufen aufgezogen, es war die richtige Entscheidung«, erklärte Loch, warum er am Ende 0,10 Sekunden schneller war als der Österreicher Reinhard Egger. Dritter wurde Semjon Pawlitschenko (Russland).

Felix Loch hatte saisonübergreifend ein Jahr lang kein Weltcup-Rennen mehr gewonnen. Und bei der WM vor zwei Jahren hatte er erstmals seit 2007 keine Medaille geholt. Im Vorjahr folgte das Olympia-Debakel in Pyeongchang, als er auf Gold-Kurs liegend durch einen Fahrfehler noch am Podest vorbeifuhr. Loch gestand: »Deswegen hat dieser WM-Titel für mich einen besonderen Stellenwert.«

»Da fallen Felsbrocken von einem ab«, bekannte sein Vater. »Jeder weiß, wie schwer die Saison für Felix war. Es war nicht abzusehen, dass er das hier schaffen könnte.« Der Sieg des Filius sei umso höher zu bewerten, da die Konkurrenz bei den Herren sehr viel größer ist als bei den Damen oder im Doppelsitzer.

Manch einer hatte bereits das Ende der Ära des zweimaligen Olympiasiegers prophezeit, weil dem einstigen Dominator und Perfektionisten die Konstanz abhanden gekommen war. »Ich habe nie an mir gezweifelt«, meinte Loch, und versicherte: »Viele sagen, ich habe hoch gepokert. Aber ich habe die ganze Saison nicht gepokert. Es lief einfach nicht.« Dass er nun auch der erste Rodler, der auf allen vier deutschen Bahnen gewann, war für Loch eine schöne Randnotiz. »Jetzt habe ich auch Winterberg abgehakt«, sagte er schmunzelnd.

Die Damen wurden bei ihrem Dreifacherfolg im Sprint und dem Plätzen eins und zwei im Einzel ihrer Favoritenrolle wieder gerecht. Dabei demonstrierte Olympiasiegerin Geisenberger ihre Ausnahmestellung und krönte ihre starke Saison mit zwei Goldmedaillen. Nach Gold im Sprit war sie auch auf der langen Strecke nicht zu schlagen und fuhr der Konkurrenz um mehr als vier Zehntelsekunden davon.

Dass die Weltcup-Führende Geisenberger sich in der Teamstaffel gemeinsam mit Loch und den Doppelsitzer-Dauersiegern Toni Eggert und Sascha Benecken zum Abschluss in der Teamstaffel mit Rang drei hinter Russland und Österreich begnügen musste, war überraschend, aber zu verschmerzen. »Nach dem Olympiasieg ist der WM-Titel das größte, was man erreichen kann. Ich bin sehr glücklich«, sagte die 30-Jährige.

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