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Liverpool braucht ein Wunder - Klopp: »Sollten es versuchen«

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Mohamed Salah wird verletzt vom Platz getragen und fällt für den FC Liverpool aus. Foto: Owen Humphreys/PA Wire Foto: dpa

Der FC Liverpool steht im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Barcelona vor einer Herkulesaufgabe. Die Reds müssen ein 0:3 aus dem Hinspiel wettmachen - ohne zwei ihrer Top-Stürmer.


Liverpool (dpa) - So ganz abgeschrieben hat Jürgen Klopp die Hoffnung auf ein Wunder noch nicht. »Weil es Fußball ist, ja«, sagte der Coach des FC Liverpool vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona am 7. Mai (21.00 Uhr/Sky und DAZN).

An der Anfield Road müssen die Reds gegen das Ensemble um den im Hinspiel überragenden Lionel Messi eine 0:3-Niederlage wettmachen. »Wir werden es mit allem, was wir haben, versuchen«, kündigte Klopp am Montag an. Auf die Frage, was sich ändern müsse im Vergleich zur vergangenen Woche, scherzte der ehemalige Dortmunder Meistercoach: »Das Ergebnis.«

Nach dem klaren Ausgang, das dem Spielverlauf im Camp Nou nicht ganz gerecht wurde, gab sich Klopp zurückhaltender als sonst. »Es ist nicht der Abend, um große Töne zu spucken und Dinge zu sagen wie: Es ist erst Halbzeit, wir brauchen ein frühes Tor, und all solche Sachen«, sagte der 51-Jährige, der zudem auch noch auf seine beiden Top-Stürmer Mohamed Salah und Roberto Firmino verzichten muss.

»Zwei der besten Angreifer der Welt fehlen und wir müssen vier Tore schießen. Das macht das Leben nicht leichter, aber so lange wir elf Spieler auf dem Feld haben, werden wir es versuchen«, sagte Klopp, verkündete am Montag aber auch verhalten-optimistisch: »Wir müssen bereit sein für 95 Minuten, vielleicht auch länger.«

Auf einen Gegner, der die Partie auf die leichte Schulter nimmt, darf Klopp derweil aber wohl nicht hoffen. Barça-Trainer Ernesto Valverde schonte beim 0:2 im Liga-Duell bei Abstiegskandidat Celta de Vigo praktisch die gesamte Stammformation. Messi, Nationaltorwart Marc-André ter Stegen und sechs weitere Stützen gehen ausgeruht ins Duell gegen Liverpool. Diese Strategie brachte den seit dem vorigen Wochenende erneut als Meister feststehenden Katalanen in Spanien derweil allerdings den Vorwurf der »Wettbewerbsverzerrung« ein.

Ob und inwieweit Valverde diese Kritik getroffen hat, weiß man nicht. Der 55-Jährige ist ein Trainer der leisen, zurückhaltenden Töne. Wenn er etwas unterstreichen will, hebt er die Stimme nur ganz leicht. Etwa, als er vor dem Rückspiel in Liverpool daran erinnerte, dass ein Drei-Tore-Vorsprung aus eigener Erfahrung keine Garantie ist.

»Voriges Jahr hatten wir auch einen Drei-Tore-Vorsprung, und man hat uns dennoch ausgeschaltet«, warnte er dieser Tage in Anspielung auf das Viertelfinal-Aus vergangene Saison gegen AS Rom (4:1, 0:3).

Das ist aber auch bisher die einzige Niederlage von Barcelona in 21 Königsklassen-Begegnungen unter der Ägide Valverdes. Am Dienstag muss der Coach nur auf Ousmane Dembélé verzichten. Der 21 Jahre alte frühere BVB-Profi zog sich in Vigo schon nach fünf Minuten eine Verletzung am rechten Oberschenkel zu.

Bei einem Finaleinzug der Katalanen, die das dritte Triple der Clubgeschichte nach 2009 und 2015 anstreben, wäre ein Einsatz Dembélés am 1. Juni im Madrider Wanda Metropolitano nicht sicher.

Es wird der fünfte offizielle Auftritt Barcelonas an der Anfield Road sein. Alle bisher erzielten Ergebnisse würden den Katalanen zum Weiterkommen reichen. Die einzige Niederlage gab es 2001 (0:1). Neben einem 1:1-Remis 1976 feierten man auch zwei Siege: Einen 3:1-Erfolg im Jahr 2001 und ein 1:0 im Jahr 2007.

Der frühere Liverpool-Profi Luis Suárez, der ebenso wie Philippe Coutinho ein Wiedersehen mit den alten Fans erleben wird, weiß aber: »Noch ist nichts gewonnen, in der Champions League darfst du nicht den Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam sein, denn das bezahlst du meistens sehr teuer.«

Vorschau auf UEFA-Website

Klopp-Aussagen bei BBC Sport