weather-image
-1°

Liebesgrüße aus Tirol

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Nach vielen Irrungen und Hindernissen sind der Vogelhändler und die Christel von der Post wieder vereint. (Foto: Heel)

Carl Zellers »Der Vogelhändler« von 1891 gehört zu den beliebtesten Werken aus dem so genannten »Goldenen Zeitalter« der Wiener Operette, das mit unsterblichen Liedern wie »Grüß Euch Gott, alle miteinander«, »Ich bin die Christel von der Post« oder »Schenkt man sich Rosen in Tirol« aufwartet. Wie gut diese Lieder auch heute noch ankommen, davon konnte man sich jetzt bei der Aufführung der Operette im vollbesetzten Saal des Traunreuter k1 überzeugen.


Präsentiert vom Operettentheater Salzburg unter der Regie von Lucia Meschwitz war das Stück bis in die Nebenrollen nicht nur bestens besetzt, sondern begeisterte auch durch seine so präzise wie kurzweilige Inszenierung, die die etwas verwickelte Handlung mit ihren vielen Scheinidentitäten (verkleidete Kurfürstin, angeblicher Kurfürst) gut verständlich machte. Ein weiterer Pluspunkt war die hervorragend gespielte Musik (Leitung: Christian Pollack), ausgeführt von Musikern der Staatsoper Brasov.

Anzeige

Schauplatz der Operette ist die Rheinpfalz, wo Adam, Vogelhändler aus Tirol, wieder einmal seine Braut, die Christel von der Post, aufsucht. Da er aber außer ein paar Vögeln nichts in die Ehe einbringen kann, bittet Christel den Kurfürsten um einen Posten für ihren Bräutigam. Allerdings ist der, dem sie ihre Bitte vorträgt, nicht der Kurfürst, sondern der hoch verschuldetet Graf Stanislaus, der Christel, in der Hoffnung auf ein Rendezvous, alles verspricht. Adams Eifersuchtsanfall bleibt nicht aus und er sucht Trost bei der hübschen Marie, die niemand anders ist als die Kurfürstin, die genau weiß, dass ihr lebenslustiger Mann nicht nur Wildschweinen nachstellt.

Der Operettentenor Camillo dell’ Antonio gab dabei mit geschmeidigem Gesang und jugendlichem Charme den Vogelhändler Adam, als resolutes Postfräulein erfreute Christine dell’ Antonio mit leichtem Sopran und erfrischender Präsenz. Die zweite – musikalisch ebenso wichtige – weibliche Hauptrolle, die Kurfürstin Marie, spielte Doris Langara mit rundem, fraulichem Sopran, und eine Idealbesetzung war auch Bassbariton Manfred Schwaiger, der den intriganten, korrupten Baron Weps kongenial verkörperte. Die zweite große Tenorrolle, den Neffen des Barons, Graf Stanislaus, einen Schwerenöter und Tunichtgut, sang Thomas Reisinger. In den Nebenrollen überzeugten Franziska Stanner als Baronin Adelaide und Max Sahliger als Dorfschulze, und als bestechliche Professoren gaben Stefan Fleischhacker und Brigitte Wegenberger ein ganz wunderbares Duo ab.

Das Tüpfelchen auf dem i bildeten die spritzigen Balletteinlagen beim Finale, ausgeführt von Mitgliedern der Staatsoper Brasov, und auch der Chorgesang ließ keine Wünsche offen. So erlebte man einen rundum gelungenen Operettenabend, dargeboten auf sehr hohem Niveau, so dass man beschwingt nach Hause gehen konnte. Wolfgang Schweiger

- Anzeige -