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Leise und starke Töne beim Brettlabend

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Die Protagonisten des letzten Bergener Brettls im alten Jahr waren (vorne von links) Constantin Zill, Siglinde Krammer und Raimund Pemler und (hinten von links) Alex Dolphin, Stephanie Balih, Martin Juth und Lukas Löffler. (Foto: Mix)

Das 11. Bergener Brettl begann mit leisen Tönen von Constantin Zill, der im Alter von 10 Jahren begonnen hat, Posaune zu spielen und später sein Studium der Jazzposaune und Komposition an der Uni Linz beendete. Constantin bezauberte das treue Publikum allerdings nicht mit Posaunenklängen, sondern mit zwei wunderbaren Liedern und begleitete sich dabei am Piano. Durch seine feine Pointierung versteht er es hervorragend, die Zuhörerinnen und Zuhörer zu überraschen.


Flott wechselte das Bergener Brettl musikalisch nach Norden. Martin Juth sang und spielte irische und schottische Lieder. Gefühlt macht er, so sagt er, schon recht lange Musik – hobbymäßig halt. Schuld daran ist die Gitarre seiner Tante, die er mit acht Jahren im elterlichen Wohnzimmer entdeckte und die beim Umzug seiner Familie nach Schottland – damals war er neun – natürlich dabei war, sein Lehrer allerdings nicht. So hat er sich autodidaktisch das Gitarrenspiel beigebracht, mehr oder weniger ernsthaft. So richtig los mit seiner »musikalischen Karriere« ging es bei seinen Reisen, wo er auch als Straßenmusiker unterwegs war. Jetzt wohnt er in Villach und macht dort Musik – seine Eltern wohnen in Bergen, und da lag ein Auftritt auf dem Bergener Brettl nahe.

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Aber auch die Literatur kam nicht zu kurz. Spontan entschloss sich Siglinde Krammer, mit einer kleinen Geschichte von Oskar Maria Graf den Winter herbeizuzaubern. Krammer ist eine hervorragende Vorleserin und versteht es immer wieder, die Zuhörer zu fesseln. Übrigens liest sie älteren und kranken Menschen ehrenamtlich vor. Lukas Löffler ist den Bergenern nicht nur als fangsicherer Torwart der 1. Mannschaft des TSV bekannt, sondern auch durch seine begeisternden Auftritte beim Grimmig&Grantig-Festival und auf dem Brettl als großartiger Singer und Songwriter.

Der Solokünstler lebt für seine Musik. Ursprünglich hat er die Songs der »Großen« gecovert, was ihm aber irgendwann zu langweilig wurde und er deshalb begann, auch eigene Songs zu schreiben: deutschsprachig und auch im bairischen Dialekt, deutschen und bairischen Pop. Und das konnte er vor dem begeisterten Publikum erneut unter Beweis stellen.

Auch Raimund Pemler fand mit seiner Laute wieder den Weg zum Bergener Brettl. Er spielte auf seinem Instrument nicht laute Musik wie in seiner Sturm- und Drangzeit als Schlagzeuger einer Hard Rock Band, sondern »leise Töne«, und zwar Renaissancemusik aus eigener Feder sowie ein Stück von Luys de Narvaez. Die Brettl-Gäste lehnten sich zurück, versetzten sich in die Zeit des 16. Jahrhunderts und genossen die leisen Töne. Als »The Knutshers« enterten die akademische Malerin und Singer-Songwriterin Stephanie Balih (Gitarre, Vocals) und der Musiker und Filmemacher Alex Dolphin (Piano, Beats, Vocals) die Bühne. Sie singen selbstkomponierte Songs in Deutsch, Englisch und manchmal auch in bairischer Mundart, ihre Texte handeln von Natur, Freiheit und Frieden, sie erzählen, was sie bewegt, und was sie bewegen möchten. Ihre Musik ist poppig, bisweilen magisch. Bei der Vorstellung meinte Stephanie: »Wir wollen Eure Ohren knutschen«. Das gelang den Beiden ausgezeichnet!

Auch das Motto des Brettls »Beim Redn keman d‘Leit zamm!« kam nicht zu kurz. Nach kurzem Stühlerücken des Publikums zum Ratschen fanden sich Martin Juth und »The Knutshers« noch zu einer spontanen Session zusammen. Dabei harmonierten die drei Musiker hervorragend mit ihrer Interpretation des Songs »I shot the Sheriff« des jamaikanischen Reggaemusikers Bob Marley und dessen Band The Wailers.

Das erste Bergener Brettl im neuen Jahr findet am 18. Januar in der Kunst- und Kulturwerkstatt statt. Platzreservierungen sind möglich per E-Mail unter bergenerbrettl@web.de oder unter Telefon 0176/24020919, Anmeldung von Künstlerinnen und Künstlern sind bis spätestens 14. Januar bei Robert Gapp per E-Mail unter r.x.gapp@t-online.de möglich.

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