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Herabstürzende Schneemassen im Mitterkaserbereich durch eigenen Schneepflug ausgelöst

Lawine verschüttet »Wiesel« am Jenner

Schönau am Königssee – Mit dem Schrecken davon kam am Dienstagvormittag der Fahrer einer Pistenraupe im Mitterkaserbereich des Jenners. Sein »Wiesel« wurde durch eine Lawine weitgehend verschüttet, der Fahrer blieb unverletzt. Die Lawine war oberhalb durch einen Schneepflug, der die Straße für die Baufahrzeuge räumte, selbst ausgelöst worden.

Dieses Archivbild von Ende November zeigt in etwa den Bereich, in dem der Schneepflug mit seiner Räumarbeit die Lawine ausgelöst haben muss. (Foto: Kastner)

Wie Betriebsleiter Wilfried Däuber dem »Berchtesgadener Anzeiger« auf Nachfrage bestätigte, führte der Pistengerätefahrer einen Materialtransport zur Gassprenganlage durch, mit der die Schneemengen oberhalb des Hohlwegs abgesprengt werden. Das »Wiesel« war gerade im Mitterkaserbereich auf der Baustraße unterwegs, als es von einer Lawine erfasst wurde, die aus dem Steilgelände unterhalb der Bergstation herabrutschte. Die Lawine war von einem oberhalb eingesetzten Schneepflug ausgelöst worden.

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Das sehr kleine Pistengerät wurde von den Schneemassen weitgehend verschüttet, wurde aber nicht mitgerissen. Der Fahrer konnte sich selbst aus dem Führerhaus befreien. Das Fahrzeug selbst wurde beschädigt, unter anderem an der Windschutzscheibe. »Es ist nicht viel passiert, aber wir hatten natürlich Glück«, sagte Wilfried Däuber.

Ohnehin ist der frühe Wintereinbruch für die Arbeitsbedingungen an der neuen Bergstation wenig ideal. Doch trotz der erheblichen Schneemengen, die in den letzten beiden Wochen in höheren Lagen gefallen sind, gehen die Arbeiten weiter. Allerdings ist ein beträchtlicher Aufwand notwendig, um die Straßen schneefrei zu halten. Darüber hinaus muss vor allem im Bereich des Hohlwegs und des Spinnergrabens für Lawinensicherheit gesorgt werden. Im Spinnergraben gibt es regelmäßig Lawinensprengungen, wofür der Berchtesgadener Bergbahn AG drei eigene Sprengmeister zur Verfügung stehen. Immerhin quert die Baustraße direkt den lawinengefährdeten Bereich unterhalb des Spinnergrabens.

Bauen und betonieren ist laut Däuber trotz der aktuell harten Bedingungen möglich. An der Baustelle Bergstation steht eine Betonpumpe und die Betonmischer liefern regelmäßig Nachschub. Trotz der zumeist frostigen Temperaturen ist betonieren möglich. »Dafür gibt es die entsprechenden Zusatzstoffe und warmes Wasser«, weiß Wilfried Däuber. UK