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Landschaften der Seele

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H. G. Lehmann vor einem seiner Werke im NUTS. (Foto: Heel)

So wie viele Schriftsteller stets ein Notizbuch dabei haben, trägt der Traunsteiner Künstler Helmut Günter Lehmann immer ein Skizzenbuch mit sich, und das bereits seit seinem 10. Lebensjahr.


Oder anders gesagt, der 1948 in Rothenburg ob der Tauber geborene und seit vielen Jahren im Chiemgau heimische Künstler hat sein Talent früh entdeckt. Zwar war sein erster Berufswunsch Bühnenbildner gewesen, aber nach einem Diplom an der Pariser Kunstakademie und einem Studium an der Werkkunstschule in Würzburg stand die Richtung fest und er machte sich mit vielen Ausstellungen rasch einen Namen.

Weil die Kunst aber ein unsicherer Arbeitgeber ist, absolvierte er ein weiteres Studium an der Pädagogischen Hochschule Bamberg und war anschließend vier Jahrzehnte lang als Fachlehrer für Kunst und Zeichnen tätig. Von daher rührt wohl auch seine Neigung, Schulen und sozialen Einrichtungen seine Werke zur Verfügung zu stellen bzw. den Erlös aus dem Verkauf seiner Werke karitativen Zwecken zuzuführen. Denn gearbeitet wird auch weiterhin jeden Tag, häufig inspiriert von Aufenthalten in der freien Natur oder von der Begegnung mit Menschen, die sein Interesse geweckt haben. Sehr erfreulich also, dass wieder einmal ein kleiner Ausschnitt dieser ungewöhnlichen Schaffenskraft zur Zeit im Foyer der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS zu besichtigen ist.

Dabei ist auf den ersten Blick klar: An Stilrichtungen, Sujets und Motiven herrscht bei Lehmann kein Mangel. Experimentierfreudig und mit feinem Gespür für Stimmungen und spannende Perspektiven wechselt er lebhaft zwischen abstrakten Ausbrüchen und gegenständlicher Darstellung, konkret und doch rätselhaft, unfassbar. Dabei zeigt er keine Scheu vor dem Einfachen und vermeintlich Trivialen, setzt er auf klare Konturen und kräftige Farben, auf eine Dynamik im Ausdruck, die den Betrachter unmittelbar anspricht.

Dies betonte bei der Vernissage auch Franz-Josef Fuchs, der Lehmann als außergewöhnlichen Künstler und großzügigen Menschen würdigte und bei dieser Gelegenheit auch auf ein gemeinsames Buchprojekt aufmerksam machte, denn bekanntlich ist Lehmann auch als Illustrator vieler Publikationen hervorgetreten.

Die Ausstellung, deren Erlös zu 100 Prozent dem Förderverein »Freunde der Kulturfabrik NUTS e. V.« zugute kommt, ist noch bis zum 31. Oktober von Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr und an Veranstaltungstagen ab 18 Uhr zu sehen. Wolfgang Schweiger