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Landesausstellung findet wegen Corona-Auflagen nicht auf Herrenchiemsee statt

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Chiemsee: Landesausstellung fällt wegen Corona auf Herrenchiemsee aus – Verlegung nach Regensburg
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Foto: Herbert Rath/Haus der Bayerischen Geschichte/dpa

Chiemsee – Die Landesausstellung 2021 hätte eigentlich im Schloss Herrenchiemsee stattfinden sollen – stattdessen geht sie in Regensburg über die Bühne. Das teilte das federführende Haus der Bayerischen Geschichte am Donnerstag in Augsburg mit.


«Nach langen und sehr intensiven Gesprächen» habe man sich darauf geeinigt, die Landesausstellung «Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen» nicht auf Schloss Herrenchiemsee stattfinden zu lassen, so auch die Mitteilung aus dem Landratsamt Rosenheim.

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Neuer Austragungsort für die Schau vom 7. Mai bis 31. Oktober kommenden Jahres ist das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg.

Die Vertragspartner, der Landkreis Rosenheim und die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung, sind angesichts der Corona-Pandemie von ihrem Vertrag zur Präsentation der Landesausstellung 2021 zurückgetreten. Grund für die Absage ist die Ungewissheit, wie sich die Situation bis zur Eröffnung der Ausstellung entwickelt. Hygienebeschränkungen wie sie derzeit gelten, «würden die Menge der zugelassenen Besucher stark einschränken und damit zu viel Enttäuschung führen.» Schon jetzt sei es schwierig, die Schlossführungen zu bewältigen.

Wie Landrat Otto Lederer sagte, habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. «Die Landesausstellung hat ein tolles Konzept und wir befürchten, dass die Ausstellung darum deutlich mehr Menschen anlockt, als die Ausstellungsräume fassen könnten. 2011 waren rund 570.000 Besucher in der Landesausstellung im Schloss Herrenchiemsee. Unter den aktuellen Corona-Beschränkungen könnten wir nicht einmal ein Viertel der Interessierten ins Schloss lassen», sagt Lederer. «Wir befürchten, dass das zu sehr viel Verärgerung und Enttäuschung führen würde.»

Bereits jetzt sind oft schon ab Mittag die Eintrittskarten fürs Schloss vergriffen, weil der Gästeandrang die zugelassene Besucherzahl übersteigt. Bei einer Landesausstellung mit zusätzlichem Besucherzustrom würde die Diskrepanz deutlich größer. «Bei einem Besuchermagneten wie der Landesausstellung wäre also ein gesteigerter Unmut vorprogrammiert», so Lederer. In diesem Zusammenhang räumt er auch mit Gerüchten auf, die Chiemseeschifffahrt sei ein Nadelöhr und damit ein Grund für die Absage. «Die Kapazitäten, um die Besucher mit dem Schiff zur Herreninsel zu bringen, wären durchaus vorhanden.»

Im Haus der Bayerischen Geschichte laufen die Planungen für die Bayerische Landesausstellung derweil auf Hochtouren. Direktor Dr. Richard Loibl: «Wir sind sehr traurig, dass die Landesausstellung nun nicht im Schloss Herrenchiemsee stattfinden wird. Die Beweggründe unserer Partner aber können wir nachvollziehen», so Loibl. Auch die Bayerische Schlösserverwaltung kann die Entscheidung verstehen, auch wenn sie es sehr bedauert, dass die Landesausstellung 2021 nicht auf Schloss Herrenchiemsee zu Gast sein wird. Um die Umsetzung der jährlich stattfindenden Schau auch für 2021 sicherzustellen, musste im zuständigen Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst schnell eine Entscheidung getroffen werden.

red/dpa/lby