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Lachen ist die beste Medizin

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Unser Bild zeigt (von links) Paul Clark als Zauberer, Fuad Nassor als Sultan, Gerhard Fischer als Leibdiener beim Versuch, den Sultan zu kurieren. (Foto: M. Heel)

Bereits seit sieben Jahren kann man sich darauf freuen: Immer im Januar führt die Traunsteiner Theatergruppe »Die Pampelmusen« in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS ein Stück auf. Dieses Jahr nun stand »Der schlaflose Sultan« auf dem Programm, ein Märchen für Kinder und Erwachsene; geschrieben, für die Bühne eingerichtet und inszeniert von Barbara Mende.


Die Rolle des Märchenerzählers Ali hatte dabei Adam Nassor übernommen, der uns eingangs in die Welt des Orients entführte, in eine blühende Stadt zwischen Wüste und Meer, wo einst ein mächtiger Sultan residierte, der zwar alles hatte, was sich ein Sultan nur wünschen kann, einen Harem, eine Schatzkammer, Rennpferde usf., der aber von einem seltsamen Leiden befallen war: Er konnte nicht mehr schlafen!

Und schon befanden wir uns in den Gemächern des Sultans Harun al - Raschid, wo dieser, umgeben von seinem Hofstaat, mit seinem Schicksal hadert und seinen Leibdiener Muheddin anweist, endlich etwas zu unternehmen. Ein herbeigerufener Sterndeuter hat den Durchblick und findet heraus, was genau den Sultan plagt. Ein Dschinn, ein böser Geist, wütet in seinem Kopf und lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Doch wer oder was kann den Sultan davon befreien? Eine Belohnung wird ausgesetzt, und sogleich bieten viele ihre Künste an. Als Erster geht ein erfahrener Zauberer ans Werk, entpuppt sich aber als Versager. Auf ihn folgen zwei Kräuterhexen, die aber auch kein Mittel finden, nicht zuletzt deswegen, weil sie sich ständig widersprechen. Erfolglos bleibt auch ein Schlangenbeschwörer, der mit seiner sprechenden Schlange Jala antritt, und die angebliche Wunderpaste der Köchin Tula bewirkt … ebenfalls nichts.

Halb verzweifelt, lässt der Sultan nun einen Derwisch antanzen, aber auch dessen Therapie, den Patienten mit Schlägen auf den Kopf zu kurieren, verfängt nicht. Da kommt die Rede auf, der Sultan könnte geheilt werden, indem man ihn zum Lachen bringt. Also holt sein Leibdiener Muheddin einen Witzeerzähler heran, dem er zuvor aber den Großteil der ausgesetzten Belohnung abpresst.

Doch oh weh, auch der Witzeerzähler bemüht sich vergeblich, und wird mit Stockhieben für sein Versagen bestraft. Mittendrin gelingt ihm jedoch die Flucht, hin zum gierigen Leibdiener, den er auffordert, nun fairerweise auch den Großteil der Strafe auf sich zu nehmen. Muheddin will davon natürlich nichts wissen, die zwei streiten sich immer heftiger, und als der Sultan Zeuge dieser grotesken Auseinandersetzung wird, kann er nicht an sich halten … und fängt an zu lachen. Und siehe da, kurz darauf liegt er im Bett und genießt endlich die Wonnen des Schlafes, getreu dem Motto: Lachen ist doch die beste Medizin. Treffend besetzt und großartig gespielt war somit für beste Unterhaltung gesorgt, zumal neben der so spannenden wie humorvollen Handlung auch prächtige Kostüme, phantasievolle Masken und eine kurzweilige Choreographie zu bewundern waren. Die dankbarste Rolle hatte dabei Gerhard Fischer, der als Leibdiener (und Prügelknabe) des Sultans (Fuad Nassor) schwer beschäftigt war, es allen recht zu machen.

Spielfreudig, mit Witz und Elan agierten auch Paul Clarke (Spielmann/Sänger und Zauberer), Uli Englmaier (Sterndeuter), Dr. Eva Weiß und Agi Hoßfeld (Kräuterhexen) Bernd Karrer und Gemma Clarke (Schlangenbeschwörer und Schlange), Christiane und Luisa Jung (Köchin und Küchenjunge), Adam Nassor (Derwisch) sowie Werner Hoßfeld (Witzeerzähler). Mit dabei waren außerdem noch Emily Clarke, Lea Englmaier und Hannah Gnad.

Von Paul Clarke stammte auch die fetzige Musik, das Bühnenbild hatte Dr. Christoph Jung entworfen und angefertigt, die Kostüme waren das Werk von Barbara Mende und Christine Ruff, und für die Maske waren Dr. Eva Weiß und Christiane Jung zuständig.

Kein Wunder also, dass alle fünf Vorstellungen restlos ausverkauft waren und das Publikum nicht mit Applaus sparte. Wolfgang Schweiger