weather-image
Grassauer Achtklässlerinnen meisterten eine 24-stündige Babybedenkzeit

Kurze Nächte und eine große Aufgabe

Grassau. Welche Tragweite ein eigenes Kind haben könnte, durften Schüler der 8. Klasse der Mittelschule Grassau nun selbst erfahren. Eine Woche lang mussten sich die neun Schüler um ihre anvertrauten »Babys« kümmern. Das Präventionsprojekt, organisiert von Sozialarbeiterin Saskia Adam und Gerti Rutz vom Kinderschutzbund hatte großen Erfolg.

Die Schülerinnen Janine Haushalter (von links), Armanda Haziri und Blerta Hajzeri wurden von Lehrerin Stefanie Baumann ebenso unterstützt wie Sofia Mittermaier. Begleitet wurde das Projekt von Gerti Rutz, die auch die beiden Jungs Can Jetzlsperger und Danny Biedermann wie auch Louisa Schreiber de Oliviera auf die Probleme einer frühen Elternschaft hinweisen konnte. (Foto: Schule)

Mit der Aufgabe scheinen die Schüler zwischen 14 und 16 Jahren auch ein Stück weit erwachsener geworden sein. Abwechselnd mussten sich die sieben Mädchen und zwei Buben, um die Babysimulatoren kümmern. 24 Stunden lang übernahm jeder Schüler die volle Verantwortung: Das Baby füttern, beruhigen, Wickeln, Nähe geben und aufpassen.

Anzeige

Wie anstrengend dies war, davon erzählt Danny Biedermann: »Immer wenn ich schlafen wollte, fing das Baby an zu schreien. Anfangs wusste ich gar nicht, was ich tun sollte. Alle drei Stunden hat es geschrien.« Dennoch sei ihm das Baby richtig ans Herz gewachsen.

»Ich hatte es mir nicht so anstrengend vorgestellt. Würde es aber allen empfehlen, auch einmal auszuprobieren«, erklärt seine Klassenkameradin Sophie Mittermeier. Für sie würde eine frühe Mutterschaft nicht in Frage kommen, denn erst wolle sie eine Ausbildung machen und dann die Welt bereisen.

Die Schüler wurden bei dem Projekt nicht alleine gelassen, vielmehr wurden im Unterricht mit der Klassenleiterin Stefanie Baumann, mit der Sozialpädagogin Saskia Adam und mit Gerti Rutz vom Kinderschutzbund die Aufgaben und Anforderungen an Eltern und auch die Auswirkung von Schwangerschaften Minderjähriger thematisiert.

Zum Abschluss wurden die Daten des Babysimulators ausgelesen und gaben Auskunft, wie die Schüler mit den Puppen umgegangen sind. Saskia Adam zeigte sich begeistert, denn die Auswertung war durchweg positiv. tb