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Kunstwerke von Willi Wimmer für Waging

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Ein Holzschnitt von Willi Wimmer. (Foto: Eder)

Willi Wimmer, Jahrgang 1929, kann auf ein langes Kunstschaffen zurückblicken. Geboren ist er auf dem Haumerhof in St. Georgen, wo er sich 1964 sein Atelierhaus eingerichtet hatte. Um 1980 hat er sich auf dem Wimmerhof in Wolkersdorf am Waginger See eingekauft und diesen umfassend renoviert. Hier hat er in den vergangenen Jahrzehnten gewohnt und gearbeitet.


Aus gesundheitlichen Gründen musste der inzwischen 85-Jährige letztes Jahr in ein Pflegeheim nach Landshut ziehen und kann sich daher nicht mehr um seinen umfangreichen Fundus kümmern. Daher hat seine Gattin wesentliche Teile des Lebenswerkes ihres Mannes in verschiedene Hände gegeben. Dabei kam auch die Gemeinde Waging in den Genuss eines mächtigen Stapels von rund 100 farbigen Originalholzdrucken.

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Ein Teil dieser Werke wird aus Anlass des Passionsmarktes am morgigen Sonntag von 10 bis 17 Uhr in der Waginger Tourist-Info gezeigt. Einige davon bleiben bis zur nächsten Fotoausstellung Mitte April hängen und können weiterhin betrachtet werden. Und in Zukunft werden immer wieder Bilder von Willi Wimmer die Räume der Tourist-Info schmücken, wie Kulturreferentin Hedwig Witzleben informiert.

Wimmer war von Haus aus Ingenieur, der sich jedoch durch Selbststudium und Fortbildung zum anerkannten Bildhauer und Maler geformt hatte. Der gebürtige St. Georgener gründete 1958 die »Gruppe 58« und nahm 1959 an der Sommerakademie in Salzburg mit Oskar Kokoschka teil. Vielfach hat er im Chiemgauer Raum und im Haus der Kunst in München seine Werke präsentiert. Er beteiligte sich auch an Ausstellungen in Augsburg, Wien oder Nürnberg. Seine Kunstwerke lagen meist im sakralen Bereich. Das Kreuz ist Zielpunkt und formaler Anlass seiner Bilder und Skulpturen. 1998 ist er mit dem Grafikpreis des Traunsteiner Kunstvereins geehrt worden, im gleichen Jahr wurde er mit dem 3. Kunstpreis beim Ökumenischen Kirchentag in Ulm ausgezeichnet.

Vor allem waren es Holzschnitte, mit denen Wimmer seine Weltsicht ausdrückte, die er als Einheit von Technik und Natur auf dem Fundament des Glaubens begriffen hat. Der bildhauerische Umgang mit Holz und die malerische Auseinandersetzung mit Farbe vereinten sich bei ihm zum Holzschnitt. In Holzstöcke oder Bretter hat er Darstellungen eingeschnitten, wobei die natürlichen Maserungsstrukturen des Brettes erhalten bleiben. So stehen das eher technische Element des Schnittes und das natürliche Element der Maserung im Kontrast nebeneinander. In der Presse wurden dann der eingefärbte Druckstock und das Papier zusammengeführt. Häufig legte Wimmer auch mehrere Farbaufträge übereinander oder variierte die ins Holz geschnittenen Darstellungen. Religiöse Themen, wie etwa das Kreuz, waren dem Künstler ein Anliegen.

Viele Dutzend Blätter aus seiner umfassenden Sammlung im Format 100 mal 70 Zentimeter hat Wimmers Frau schon vor einiger Zeit dem Waginger Ortsheimatpfleger und Vorsitzenden des Vereins für Heimatpflege und Kultur, Franz Patzelt, übergeben. Ihr liege daran, so die Schenkerin, dass die Werke ihres Mannes nicht würdelos entsorgt, sondern von guten Händen betreut würden. Patzelt nahm die Werke für Waging dankend entgegen und versprach, sie geordnet zu verwahren und beizeiten in Ausstellungen der Öffentlichkeit zu präsentieren – was jetzt erstmals am morgigen Sonntag geschehen wird, angeregt und organisiert von Kulturreferentin Hedwig Witzleben. he

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