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Bad Reichenhaller Philharmonie präsentiert ihr Jahresprogramm 2017

»Kunst macht Freude, aber viel Arbeit«

Mit dem Programm 2017 steuert die Bad Reichenhaller Philharmonie in ihrer 149. Saison bereits auf das große 150-Jahr-Jubiläum 2018 zu. Harald Labbow, seit 2016 Vereinsvorsitzender, und Generalmusikdirektor Christian Simonis präsentierten das Programmangebot zum Start in ihre Spielzeit 2017.

Präsentierten mit viel Elan das Programm für 2017: Christian Simonis (von links), Yan Zhang, Sophie Ferge und Harald Labbow. (Foto: Aumiller)

»MONUMENTE« ist der Titel der Konzertreihen, die im Hauptprospekt vorgestellt sind. Der zweite Prospekt der Kurmusik, in dem dann die 156 Kurkonzerte, Sonntagsmatineen und Wunschkonzerte zu finden sind, erscheint Anfang Januar. »Monumente gibt es nicht nur in der Baukunst, sondern genauso in der Musik, bei Komponisten, Dirigenten und Orchestern«, ergänzte Labbow erklärend zum Jahresmotto.

Den Spruch »Kunst macht Freude, aber verdammt viel Arbeit« hat Labbow auf einer Werbetafel gelesen und inzwischen festgestellt, dass die Aussage voll zutreffend ist. Er möchte den Spruch aber umdrehen und ihn zu seinem Spruch machen, wenn er sagt: »Es macht zwar verdammt viel Arbeit, aber es macht auch viel Freude.« Harald Labbow führte weiter aus: »Unser Ziel ist, die Philharmonie etwas mehr in die Breite und die Qualität des Orchesters hinaus in den ostbayerischen Raum zu tragen und unser Fundament zu stärken, damit die Philharmonie weit über Bad Reichenhall hinausstrahlt. Wir haben in Bad Feilnbach, in Altötting, im österreichischen Mattighofen und in Traunstein gespielt und die Menschen, die nicht die großen Musikzentren bereisen, sind dankbar für das qualitative Angebot«. Die seit vielen Jahren bestehende Kooperation mit den Musikhochschulen in München, Nürnberg und mit dem Salzburger Mozarteum soll jetzt auf feste Beine gestellt und auch schriftlich fixiert werden. Damit leiste man Nachwuchsarbeit und »wir wollen das Orchester sein, mit dem sich die Studierenden profilieren können, und setzen damit eine Basis für Kultur«, so Labbow weiter.

Christian Simonis stellte in seiner humorvoll lebendigen Art die programmatischen Inhalte für die kommende Spielzeit vor. Er verbrämte die Vorschau anschaulich mit launigen Geschichtchen und zeigte für die kommenden Aufgaben große Begeisterung. »Es ist ein Geschenk, sein Leben mit Musik verbringen zu dürfen und zu musizieren – ebenso für das geschätzte Publikum, das zuhören darf. Wir alle sind beschenkt aus den göttlichen Momenten, die den Komponisten gegeben wurden. Dann sieht die Welt anders aus. Es ist nicht so, dass das Positive das Negative verdrängt und wir uns etwas vormachen. Vielmehr verlieren wir nicht den Glauben an das Menschliche in uns. Und das wird in den nächsten Jahren noch enorm wichtig sein«, sagte Simonis mit großer Überzeugungskraft und gab somit der Hoffnung Ausdruck, »dass Sie 2017 viele Momente mit diesem 'Monument' haben werden und sich sagen können: 'Heute bin ich beschenkt nach Hause gegangen'«.

Angereichert wurde die Programmvorstellung mit Musik aus Don Giovanni. Die beiden Konzertmeisterinnen Yan Zhang und Sophie Ferge spielten Arrangements für zwei Violinen von Leporellos sogenannter »Registerarie«, dem Duett »La ci darem la mano« und der sogenannten »Champagnerarie«. Bereits im Jahr 1809 habe man solche Hausmusik-Arrangements der Opernmelodien bearbeitet, um diese allgemeiner zugänglich zu machen, fügte Simonis erklärend hinzu.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bad-reichenhaller-philharmonie.de. Elisabeth Aumiller