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Kunst im Park am Wochinger Spitz in Traunstein

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Zwei monumentale Arbeiten aus der »Feldzeichen«-Serie des Inzeller Bildhauers Franz Xaver Angerer sind wieder zu Gast in Traunstein und – im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage und ergänzend zu einer Ausstellung im Landratsamt Traunstein – am Wochinger Spitz zu sehen.

Der weit über die Region bekannte Bildhauer Franz Xaver Angerer war der erste Künstler, der 2008 im Rahmen der Reihe »Kunst im Park« am Wochinger Spitz in Traunstein seine beeindruckenden Skulpturen gezeigt hat. Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und Franz Xaver Angerer ist nun für die Sommermonate mit zwei monumentalen Arbeiten aus der »Feldzeichen«-Serie wieder zu Gast in Traunstein.


Die Präsentation ist eingebettet in die Chiemgauer Kulturtage und sie ist eine Ergänzung zu einer großen Ausstellung im Landratsamt Traunstein, die am gestrigen Dienstag eröffnet wurde und neben Angerers charakteristischen Skulpturen auch Einblick in sein zeichnerisches, druckgrafisches und fotografisches Werk ermöglicht. Auch Angerers eigene Galerie Kunstgetriebe in Hammer ist an den Wochenenden geöffnet.

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Die Skulpturen des Inzeller Bildhauers Franz Xaver Angerer sind für eine Präsentation in der freien Natur besonders geeignet, denn sein Schaffen ist fest in unserer Landschaft, in unserer Region und in unserer Kultur verwurzelt. Nicht nur sucht und findet Franz Xaver Angerer sein Material bei ausgedehnten Streifzügen durch den heimischen Wald, sondern auch seine künstlerische Herangehensweise wächst in der direkten Auseinandersetzung mit der natürlichen Umgebung. Gleichzeitig stammen seine markanten und dennoch respektvollen gestalterischen Eingriffe in das Material Holz aus einem Strukturen- und Formenvokabular, das u.a. auch auf altes Handwerkszeug (z. B. zur Flachsverarbeitung) zurückgeht. Mit der Motorsäge gestaltet er die für sein Schaffen so charakteristischen Quer- und Längsschnitte. Die abschließende Karbonisierung durch Verbrennen dient der Konservierung und verfremdet die Oberflächen zu einem relativ glatten, einheitlichen Schwarzton.

Franz Xaver Angerer wählt seine Standorte sehr genau aus, denn seine erklärte Absicht ist es, dem Ausstellungsort selbst durch die Platzierung seiner Skulpturen zu Aufmerksamkeit und Präsenz zu verhelfen. Gestalterische Mittel dafür sind bei den hoch zum Himmel aufstrebenden »Feldzeichen« die Betonung der Vertikalen und die mittige Platzierung der beiden sich optisch miteinander verschränkenden Baumstämme auf einem von Blumenrabatten eingerahmten, elliptischen Rasenstück.

Es gelingt dem Künstler auch beim zufälligen Passanten, dessen Aufmerksamkeit zu gewinnen und die Wahrnehmung zu sensibilisieren für die existenzielle Intensität, die ein bewusstes Erleben der Natur mit sich bringen kann. Angerers aus Eichenholz gearbeiteten »Feldzeichen« wirken dadurch wie monumentale Mahnmale gegen die zerstörerischen Eingriffe in die Natur durch den Menschen. fb

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