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»Kulturhof Stanggaß« folgt auf Hotel »Geiger« – Anlage zum Feiern, Speisen, Schlafen

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Bischofswiesen: "Kulturhof Stanggaß" als Club, Restaurant und Hotel – Projekt von Dr. Bartl Wimmer
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Die Topografie des ehemaligen »Geiger«-Grundstücks wird bei den Planungen für den »Kulturhof Stanggaß« optimal ausgenutzt. Das Modell hatten die Architekten im Gemeinderat dabei. (Foto: Kastner)

Bischofswiesen – Geradezu erleichtert sind die Bischofswieser Lokalpolitiker, dass das viele Jahre brach liegende »Geiger«-Grundstück nun endlich wieder einer touristischen Zukunft zugeführt wird. Bauherr Dr. Bartl Wimmer, der die Planungen für seinen »Kulturhof Stanggaß« mit Nachdruck vorantreibt, konnte am Dienstag im Gemeinderat Gratulationen aus allen Fraktionen entgegennehmen.


Schon in zwei Jahren könnte die großteils in Holzbauweise geplante Anlage mit Hotel- und Waldzimmern, Gastwirtschaft und Festsaal den Betrieb aufnehmen. Denn Probleme bei der Genehmigung sollte es wohl nicht geben, wie die Ergebnisse der 1. Auslegung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens vermuten lässt.

Dr. Bartl Wimmer, der das Areal vor gut zwei Jahren für 2,4 Millionen Euro ersteigert hatte, war zur Präsentation der neuesten Planungen und Entwicklungen selbst in den Gemeinderat gekommen. Mit dabei hatte er wieder Städteplaner Manfred Brennecke vom Büro ArcArchitekten, der sich bei der Neuplanung des Hotel »Edelweiss« in Berchtesgaden einen Namen gemacht hatte, und den Landshuter Landschaftsarchitekten Prof. Hermann Brenner.

Führungskräfte stehen fest

Erstmals präsentierte Wimmer am Dienstag den offiziellen Namen des Projekts, dem er den Namen »Kulturhof Stanggaß« gab. Denn die Anlage, die sich am historischen Einfirsthof orientiert, soll mehr sein als ein Hotel: eine Stätte der Begegnung mit Gasthaus, Festsaal und Denkwerkstatt.
Das Hotel mit über 100 Betten im guten Vier-Sterne-Bereich sollen künftig Wimmers Tochter Miriam Wimmer und deren Mann Nuri Irshaid leiten, für das Gasthaus mit guter Regionalküche sollen Marko Lauterbach (Küchenchef) und Carmen Henzinger (Restaurantleitung) zuständig sein. Und die Organisation des Festsaals mit bis zu 300 Plätzen soll in den Händen von Sabine Henninger liegen. In die Denkwerkstatt creative ALPS mit zwei oder drei Büros will man Jens Badura einbinden. Der Leiter des Ramsauer Bergkulturbüros will hier im Zusammenspiel von Kulturprojekten, Kreativwirtschaft, und angewandter Forschung an Zukunftskonzepten für den alpinen Raum arbeiten.

Erneut nannte Wimmer für sein Projekt den Begriff »Enkeltauglichkeit«. Denn auch den nachfolgenden Generationen soll es Spaß machen, in dem Objekt ihrer Arbeit nachzugehen.

Dass sich gegenüber dem im Juli 2018 präsentierten Planungsentwurf nur geringfügige Änderungen ergaben, war den Ausführungen von Architekt Manfred Brennecke zu entnehmen. Es sollen 24 Hotelzimmer mit 75 Betten in einem Längstrakt und zehn weitere Stadlzimmer in fünf eigenständigen Hütten geben. Alle Gästezimmer sollen so situiert werden, dass sie auf der ruhigen Südostseite mit Blick auf die angrenzende Wiese und die Berge liegen. Als zusätzlicher Schallschutz ist die Errichtung eines Seminarhauses für rund 110 Personen oberhalb der Staatsstraße geplant. Das Seminarhaus soll auch die Denkwerkstatt und eine Sommerausgabe für den Biergarten beherbergen.

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So sah das ehemalige Hotel »Geiger« in der Stanggaß aus, bevor es Anfang 2018 abgerissen wurde. (Foto: Kastner)

Heizhaus rückt nach hinten

Neu sind die Positionen von Bushaltestelle und Heizhaus. Die Bushaltestelle rückte etwas nach Norden, das Heizhaus mit einer Hackschnitzelheizung wurde von der Straße weg nach hinten in Richtung Hang verlagert. In dem Gebäude wird es auch Garagen geben, darüber sollen sich ein Atelier, ein Gewächshaus und ein Yogaraum befinden.

Landschaftsarchitekt Hermann Brenner zeigte sich begeistert von der Lage des Projekts und stellte die Außenanlagen mit Parkplatz und Zugangsmöglichkeiten vor. Er freute sich darüber, dass man fast alle Bäume auf dem Areal werde erhalten können. »Es ist ein intensives ökologisches Konzept«, betonte Brenner.

Lob von allen Seiten für das Konzept gab es im Rahmen der Aussprache. 2. Bürgermeister Thomas Resch (Freie Wähler) zollte den Planern Respekt, weil man das Projekt »mit gewaltiger Konsequenz« durchgezogen und die Topografie des Geländes perfekt genutzt habe. Nur die Kubusform des Gebäudes trifft nicht ganz den Geschmack Reschs, was der aber verkraften konnte. Von einem »hervorragenden Konzept« sprach auch Josef Pletzer für die CSU und Hans Metzenleitner (SPD) wollte vor den Planern gar »den Hut ziehen«. Hier werde sich der Gast im Einklang mit den Einheimischen befinden.

Sogar Paul Grafwallner (UBB) schloss sich den Lobeshymnen an. Nun bekomme man ein würdiges Nachfolgeprojekt für das Hotel »Geiger«. Grafwallner, Ortsvorsitzender des Bund Naturschutz, kündigte sogar eine Klausurtagung des BN Bayern an, die man im neuen Kulturhof abhalten wolle. Er hoffe, dass die Anlage dann in zwei Jahren auch fertig sei, sagte Grafwallner mit einem Schmunzeln im Gesicht. Und Michael Sturm von den Grünen merkte an, dass man von Bartl Wimmer auch nichts anderes erwartet habe. »Hoffentlich können wir dort bald das erste Fest machen.«

Bebauungsplan wird erneut ausgelegt

Und dann wurde es doch noch formell. Bauamtsleiter Hannes Grill verlas die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, die im Rahmen der ersten Auslegung vorgebracht worden waren. Große Probleme sind im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens allerdings nicht zu erwarten. Jeweils einstimmig fasste das Gremium dazu die entsprechenden Beschlüsse. Die erneute Auslegung des Bebauungsplans wird nun vorbereitet.

Deutlich wurde im Rahmen des Abstimmungsverfahrens, dass die Gemeinderäte im Bereich der Anlage auf der Staatsstraße 2097 unbedingt eine Temporeduzierung von aktuell 70 km/h auf 50 km/h fordern. Das muss allerdings außerhalb des Bebauungsplanverfahrens erfolgen.

Fotos vom damaligen Abriss des »Geiger«-Hotels:

Ulli Kastner