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»Kultur stiftet Sinn und schafft Gemeinschaft«

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Unser Bild zeigt (von links) die ARTS-Vorsitzende Sigrid Ackermann, Marc Stocker von der Middler-Kulturstiftung, Patrick Brenner, Dr. Wolfgang Weiß vom Lionsclub Traunstein und Leonie Trips. (Foto: Plützer)

Der Festakt begann nicht mit Reden, sondern mit Mozart. Schließlich stand die Kultur im Mittelpunkt dieses Abends der Kulturfördervereinigung ARTS in Traunstein. Mit dem Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur und ihrem wunderbaren Geigenspiel bezauberte die junge Preisträgerin Leonie Trips, begleitet von Patrick Leung am Klavier, ihr Publikum in der Aula des Annette-Kolb-Gymnasiums. Zusammen mit dem Schauspieler Patrick Brenner erhielt die Violinistin in diesem Jahr den ARTS-Kulturförderpreis.


»Kultur stiftet Sinn und schafft Gemeinschaft. Sie ist das, was uns zusammenhält«, sagte Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel und würdigte den Kulturförderverein ARTS für sein unermüdliches Engagement. Gegründet 1992, möchte dieser Verein in allen Bereichen der Kunst fördernd tätig sein. Diese Bandbreite machte auch die Auswahl der beiden Preisträger in diesem Jahr deutlich: Die Musikerin Leonie Trips, die gerade ihr Studium am Mozarteum in Salzburg aufgenommen hat und bereits einiges an Erfahrung als Solistin und als Mitwirkende in verschiedenen Orchestern aufzuweisen hat, teilt sich die Fördersumme von insgesamt 5000 Euro mit dem darstellenden Künstler Patrick Brenner. Beide Preisträger sind gebürtige Traunsteiner. Die Stadt Traunstein, der Lionsclub Traunstein und die Middeler-Kulturstiftung Prien fungieren als die Sponsoren des Kulturförderpreises.

Der Kulturförderverein ARTS hatte für diesen Abend ein reichhaltiges Programm zusammengestellt, für das Vorsitzende Sigrid Ackermann in ihren Begrüßungsworten allen Teilnehmenden herzlich dankte.

»Theater und Musik – Geschwister auf getrennten Pfaden?« hieß der Vortrag, den Dr. Christoph Großpietsch hielt. Ein Thema, das natürlich gut zu den beiden diesjährigen Preisträgern passte. Großpietsch machte deutlich, wieviel Raum in früheren Zeiten musikalische Umrahmung bei Theateraufführungen eingenommen hätte. Eine kulturelle Gemeinschaft der beiden Künste, die heutzutage weitgehend in Vergessenheit geraten sei. Musiktheater hat sich mit dem Aufkommen der Oper zu einer vollkommen separaten Sparte entwickelt.

»Es tut sehr gut, wenn man für die Sache, an die man glaubt und für die man arbeitet, Unterstützung und Wertschätzung erfährt«, sagte Patrick Brenner in seinen Dankesworten. Der junge Schauspieler wurde in Traunstein vor allem bekannt als Gründungsmitglied des Chiemgau Theaters, das jetzt als selbstständiges Ensemble ganz neue Wege gehen möchte. Nicht zuletzt mit »Fräulein Julie« von August Strindberg feierte das Ensemble am damals eigenen Theater in Traunstein einen großen Erfolg.

Patrick Brenner studierte an der Athanor Akademie für darstellende Kunst in Burghausen Schauspiel und Regie. Sein Können stellte er an diesem Abend mit einer kleinen Lesung aus Thomas Bernhards »Theatermacher« unter Beweis. »Ich wollte mit dieser Auswahl vermitteln, wie komplex, kompliziert und detailreich so eine Theaterprobe ist«, sagte er beim entspannten Ausklang des Abends. Die Preisverleihung war schöne Gelegenheit für den wichtigen Austausch zwischen Kulturschaffenden, Wirtschaftsleuten und Politikern der Stadt, bei der die Klänge der Violinsonate in a-Moll von Robert Schumann noch nachhallten, die das Festprogramm abgerundet hatten. Ihre Überschrift: »Mit leidenschaftlichem Ausdruck«. pp