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Künstlerische Momentaufnahmen

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Flüchtige Erlebnisse werden in ihrer Dynamik festgehalten: Fotografien von Regine Richter (Foto: Uta Grabmüller)

Die kommunale Galerie im Gebäude der Grassauer Tourist-Info hat schon manche Fotoausstellung gesehen, vor allem Dokumentationen zur Ortsgeschichte, zusammengestellt von Olaf Gruß, oder, um ein anderes Beispiel zu nennen, eine Werkschau des international tätigen, inzwischen verstorbenen Grassauer Fotografen Müller-Brunke.


Die laufende Ausstellung jedoch eröffnet einen ganz neuen Einblick in diese Form der Kunst. »Malerische Fotografie« nennen die Aussteller Regine Richter und Peter Stetefeld die Präsentation ihrer Werke in Grassau. Wer den großen Galerieraum betritt, sieht sich 50 Fotografien gegenüber, die ihn sofort mitten ins Leben, ins Erleben, ins Mit-Erleben versetzen. Ausschnitte aus Alltagsszenen, wie sie uns täglich begegnen, sind hier mit der Kamera festgehalten, halten Erinnerungen fest, stellen Erinnerungen in Frage, bieten eine eigene Deutung scheinbar selbstverständlicher Erinnerungen an.

Die Motive? Wir sehen Landschaftsbilder, Menschen in Bewegung, eine Straßenszene, Musikanten, den Hauch einer Frühlingsblume, das Aufrichten eines Maibaums mit Kraft und Dynamik, einen flüchtigen Blick auf den See - bekannte Erlebnismomente, die hier aber mit einer besonderen Bewegung während des Aufnehmens technisch abstrahiert werden.

So rufen die beiden Künstler mit dem eigenwilligen Blickwinkel ihrer Kamera, mit dem Verwischen von Konturen und mit pastellartigen Farben jeweils neue Beobachtungen auf Motive hervor, die uns bekannt sind und die doch so neu aufleuchten. Der Betrachter fragt sich angesichts des Vertrauten: Habe ich es so erlebt?

Kann es nicht auch anders gewesen sein? Regine Richter und Peter Stetefeld, beide im Chiemgau zu Hause, sind durch ihre professionelle Arbeit auf dem Gebiet des Medien-Designs bzw. der Schmuckgestaltung geschult in Verarbeitung von Materialien und Inhalten. Dieses Können übertragen sie auch auf die Technik der Fotografie. Ihre Ausstellung nimmt uns mit auf diesem experimentellen Weg. Eine interessante Ausstellung nicht nur für Freunde der Fotografie oder der Malerei, sondern für alle Menschen, die offen durchs Leben gehen.

Mit einer sehr gut besuchten Vernissage wurde die Präsentation »Malerische Fotografie« von Bürgermeister Rudi Jantke eröffnet. Sie ist noch zu sehen bis 3. November (Mo. bis Fr. von 9 bis 12 und von 14 bis 16.30 Uhr, Kirchplatz 3, Eintritt frei). Uta Grabmüller