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Künftig sollen mehr Züge fahren

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Auf der Bahnstrecke Mühldorf-Traunstein sollen künftig mehr Züge fahren. Durch einen neuen Zwei-Stunden-Takt, der voraussichtlich ab Mitte nächsten Jahres umgesetzt werden soll, wird aber auch befürchtet, dass es an der Kreuzung in Sankt Georgen zu noch mehr Staus der Autofahrer kommen könnte. (Foto: Rasch)

Traunreut – In einem ersten Schritt ist es jetzt gelungen, die Bahnlinie zwischen Traunstein und Mühldorf zu stärken. Künftig sollen mehr Züge fahren. Auf die »frohe Botschaft«, die Matthias Krause von der Südostbayernbahn überbrachte, reagierte der Stadtrat in einer Sitzung jedoch unterschiedlich. Die Stärkung der Strecke wurde grundsätzlich begrüßt, es wird aber auch befürchtet, dass durch noch mehr »Geisterzüge« die Wartezeiten für die Autofahrer am Bahnübergang noch länger werden.


Wie Krause mitteilte, sei es durch den Einsatz der Gemeinden entlang der Strecke und des Kreistags gelungen, einen Zwei-Stunden-Takt zu erreichen. Zwischen Traunreut und Traunstein bleibe es beim bisherigen Ein-Stunden-Takt. Die Umsetzung des Zwei-Stunden-Takts auf der Strecke Mühldorf-Traunstein werde aber noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, sagte Krause. Die Südostbayernbahn erarbeite jetzt mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft die neuen Taktzeiten und habe sich dafür einen Termin zwischen zwölf und 18 Monaten gesteckt. »Es kann auch sein, dass es ein bisschen schneller geht.« Wenn es etwa Mitte 2020 so weit ist, könnten die Fahrgäste von Montag bis Sonntag im Zwei-Stunden-Takt von Mühldorf nach Traunstein und umgekehrt fahren.

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Größere Infrastrukturmaßnahmen seien nicht geplant. Lediglich der Bahnhof in Hörpolding solle etwas »aufgehübscht« werden. Durch ein Umkoppeln der Gleise plane die Bahn auch, dass in Hörpolding ein Umsteigen der Fahrgäste nach Traunreut entfalle. Weiter teilte Krause mit, dass im Zuge der neuen Taktzeiten auch ein gemeinsamer Tarif von Bahn und Bus ein erklärtes Ziel sei.

In der Diskussion gingen die Meinungen auseinander. Während von einigen Stadträten die Stärkung der Strecke begrüßt und sogar der Bau neuer Gleise und Trassen gefordert wurde, waren andere weniger begeistert davon, wenn noch mehr Züge fahren.

Nach Ansicht von Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) sei es höchste Eisenbahn, dass am Kreuzungspunkt in Sankt Georgen, wo die Schiene die Straße kreuzt, was passieren muss. Wenn der neue Zwei-Stunden-Takt bei der Bahn komme, müsse gleichzeitig an der Kreuzung was passieren, forderte Gorzel. 15 Minuten sei er zuletzt an einem Nachmittag an der Kreuzung gestanden und habe hinter der Ampel 50 wartende Autos gezählt. »Ich bitte darum, jetzt Gas zu geben.!«

»Wir sind nicht glücklich, weil bei jedem Zug in Sankt Georgen alles steht«, meinte auch Bernhard Seitlinger (CSU), der nahe der Kreuzung wohnt. Er befürchte mit der neuen Zugtaktung noch mehr Ärgernis. »Ich kenne das Problem in Sankt Georgen«, sagte Krause und versuchte, die Wogen zu glätten. In der Vergangenheit sei viel schief gelaufen, »aber lasst uns jetzt in die Zukunft schauen«.

Günther Dzial (SPD) forderte sogar eine große Schleife. Traunreut dürfe kein Stichbahnhof bleiben, betonte er. Gezielt sprach er dabei die Vision der Bahn an, von Traunreut über Traunwalchen bis Matzing eine neue Zugstrecke zu bauen. Nach vorliegenden Skizzen könnte das Gleis vom BSH-Standort in Traunreut über Oderberg nach Traunwalchen entlang der Robert-Bosch-Straße (Staatsstraße) nach Matzing gebaut werden. Die jetzige Bahnstrecke zwischen Matzing und Sankt Georgen würde dann aufgelöst werden.

Bürgermeister Klaus Ritter kann sich diese Vision zum heutigen Zeitpunkt noch nicht vorstellen. »Machen wir doch jetzt den ersten Schritt und aktivieren wir die Taktzeiten und bekommen wir erst mal mehr Frequenz auf die Bahn. Wenn das funktioniert, können wir in die Vision 2045 gehen.« Erklärtes Langzeitziel müsse es sein, die Fahrgäste bis zum Flughafen München zu bringen, so der Bürgermeister. ga

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