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Krisengespräche zur Watzmann Therme

Berchtesgaden - Noch gibt es keinen abgesegneten Rettungsplan für die Watzmann Therme, die aufgrund eines drastischen Besucherrückgangs in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist (wir berichteten). Nachdem die Pachtzahlungen der Watzmann Thermen GmbH an den Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee im letzten Jahr nicht in der festgelegten Höhe von 696 000 Euro geflossen sind, sucht man beim Verband derzeit nach einer Lösung.

Die Suche nach Lösungen zur Bewältigung der Finanzkrise bei der Watzmann Therme geht weiter. Vorerst noch hinter verschlossenen Türen. Anzeiger-Archiv

Am Mittwoch trafen sich der Aufsichtsratsvorsitzende der Watzmann Therme, Franz Rasp, TRBK-Chef Stefan Kurz, Tourismusdirektor Michael Grießer und Franz Ilsanker, zuständig für die TRBK-Finanzen, zum zweiten Mal zu einer Krisensitzung. »Das ist eine sehr komplizierte Geschichte und wir wollen Lösungsvorschläge unterbreiten«, sagte Stefan Kurz gestern Donnerstag dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Wie die aussehen, wollte er allerdings noch nicht sagen. »Zuerst müssen wir die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden informieren«, sagte der TRBK-Chef. Das soll am kommenden Mittwoch der Fall sein. Hinterher will Stefan Kurz alle Fragen beantworten, wie er versichert.

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Die Pacht, die die Watzmann Thermen GmbH an den Zweckverband für das Bad zu entrichten hat, war in den letzten 15 Jahren schon öfters Streitthema. Die anfängliche Monatspacht von 130 000 DM war viel zu hoch angesetzt und konnte bei Weitem nicht erwirtschaftet werden. Das führte dazu, dass die Therme das erste Betriebsjahr mit einem Verlust von 1,7 Millionen DM abschloss. Schon im folgenden Betriebsjahr ging es allerdings wieder bergauf, nachdem die Pacht auf 50 000 DM reduziert worden war.

Erneut zum Streitpunkt wurde die Pacht im Jahr 2004, als Verbandsvorsitzender Stefan Kurz dem Zweckverband einen Sparkurs verordnet hatte und durchsetzte, dass ab sofort die gesamten Pachteinnahmen an den Verband fließen. Zuvor hatten die Gemeinden noch 50 Prozent der Pachteinnahmen erhalten, was die Marktgemeinde Berchtesgaden auch gerne weiterhin so gehabt hätte. Deren Verbandsräte wurden im Zweckverband allerdings überstimmt.

Die aktuellen Turbulenzen sind dagegen von äußeren Einflüssen verursacht. So sorgte vor allem der Ausbau der Bad Reichenhaller Rupertus Therme zum Familienbad für enormen Konkurrenzdruck. Die durchschnittliche tägliche Besucherzahl in der Watzmann Therme lag einst bei weit über 1 000, heute bewegt man sich auf die 700 zu. Allerdings war man vor der Thermeneröffnung noch viel vorsichtiger gewesen. Damals hatte man die zu erwartende tägliche Besucherzahl auf rund 600 geschätzt. UK