weather-image
25°

Kostenloses Surfen für alle

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Freuten sich, dass künftig an fünf Hotspots in drei Gemeinden das Surfen im Internet kostenfrei ist (v.l.): Bürgermeister Franz Rasp, Finanzminister Dr. Markus Söder und Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber. (Fotos: Pfeiffer)
Bildtext einblenden
Bestimmt einen Großteil des Tages des Heimatministers: das iPhone 6, mit extra großem Bildschirm.

Berchtesgaden – Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder hat am Freitag im ehemaligen Nationalparkhaus am Franziskanerplatz kostenfreies Internet für Teile von Berchtesgaden angekündigt. »Das Internet ist für manchen mittlerweile wichtiger als das Frühstück«, sagte Söder. Der Freistaat ergänzt mit seinem Programm »BayernWLAN« eine Initiative der Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Ramsau, Schönau am Königssee und Marktschellenberg für kostenfreies WLAN. Bis Ende 2016 sollen gut frequentierte Orte der fünf Talkesselgemeinden von diesem Zugang profitieren.


Gemeinsam mit Landtagsabgeordneter Michaela Kaniber und Bürgermeister Franz Rasp wurde der Hotspot am Franziskanerplatz freigeschaltet. Vier weitere sollen im Laufe der nächsten Wochen folgen. So sollen Berchtesgaden-Besucher künftig auch rund um den Bahnhof ins Internet gehen können. Weiterhin kommen Königssee-Urlauber rund um die Touristinfo am Großparkplatz in den Genuss kostenlosen Internets. Ein weiterer Hotspot wird am Rathaus in Unterstein aktiviert werden, ebenso bei der Wimbachbrücke in Ramsau. Berchtesgaden hatte sich in Zusammenarbeit mit den Aktiven Unternehmern bereits im Vorfeld intensiv um ein flächendeckendes Internet für den Markt stark gemacht. »Der Landkreis macht nun einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung«, sagte Söder vor Vertretern der fünf beteiligten Gemeinden.

20 000 Euro soll die Installation der Hotspots kosten, zudem kommen monatliche Betriebskosten in Höhe von 800 Euro hinzu.

»Staat und Kommunen haben sich bei diesem Projekt optimal ergänzt«, freute sich Söder. Informationen zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in und um die Gemeinden im Berchtesgadener Land können jetzt direkt abgerufen und »Erinnerungsfotos sofort an Freunde und Verwandte« versendet werden, so Söder, der sich eingestehen musste, dass sein Smartphone einen großen Teil seines Tages bestimme: »Ich stehe morgens auf, werfe erst einmal meiner Frau einen lieben Blick zu und nehme dann mein Telefon, um mich über Neuigkeiten zu informieren.«

Urlauber würden Internet erwarten, »ohne geht es mittlerweile nicht mehr, Gäste beschweren sich dann«, sagte Söder, der mit seiner Familie erst kürzlich in Berchtesgaden über Ostern Urlaub gemacht hatte. Bestärkt wurde er von Richard Lenz, stellvertretender Bürgermeister von Schönau am Königssee, der als Campingplatz-Betreiber über einschlägige Erfahrungen mit Kunden berichtete, die bereits bei instabilen Leitungen Beschwerden äußerten.

Instabile Leitungen soll es künftig dank der Hotspots nicht mehr geben. Bis zu 500 Megabyte an Datenvolumen könne jeder Nutzer, der sich ins Netz einwählt, verbrauchen, sagte Max Burghartswieser von der Firma MBCOM. »Das ist ein Wert, der sich sehen lassen kann«, sagte Söder, der darauf hinwies, dass es durchaus Seiten gebe, die nicht angesurft werden könnten. Die Haftung übernimmt in diesem Fall der Provider. Bis zu 200 Nutzer können sich pro Hotspot gleichzeitig einloggen und im Internet unterwegs sein.

Bürgermeister Franz Rasps Ziel ist es, im Talkessel eine »flächige Abdeckung« zu erreichen. Neben den fünf nun angekündigten Hotspots werden künftig auch weitere Gemeinden in den Genuss des kostenfreien Internets kommen. So soll etwa der Ortskern von Bischofswiesen mit einem Hotspot versehen werden, darüber hinaus Marktschellenberg.

Ziel des Staatsministeriums ist es, den Freistaat bis 2020 mit einem engmaschigen Netz von kostenfreien WLAN-Hotspots zu überziehen, die alle unter der einheitlichen Kennung »@BayernWLAN« erreichbar sind. Das Heimatministerium arbeitet aktuell an einem bayernweiten Konzept hierfür. Bayern will einen neuen deutschlandweiten Standard prägen und Schrittmacher für die Entwicklung von freiem WLAN in den Bundesländern sein. Söder: »Wir wollen hier deutschlandweit eine Vorreiterrolle einnehmen«, sagte er im ehemaligen Nationalparkhaus vor rund 30 Anwesenden.

Nach dem Breitband-Ausbauprogramm der Staatsregierung, für das der Freistaat 1,5 Milliarden Euro investiert, ist das »BayernWLAN« der nächste Schritt der Heimatstrategie. In den nächsten Jahren sollen alle geeigneten Behörden mit »BayernWLAN« ausgestattet werden. Kilian Pfeiffer