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Kleine Tiere, große Wirkung: Fledermäuse im Hambacher Forst

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Bechsteinfledermaus
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Im Streit um die Rodung des Hambacher Forstes hatte der BUND argumentiert, dass der Wald mit seltenen Tieren wie der Bechsteinfledermaus geschützt werden müsse. Foto: Dr. Renate Keil/BUND-Fledermauszentrum Hannover Foto: dpa

Kerpen (dpa) - Selbst mit ausgebreiteten Flügeln ist die Bechsteinfledermaus nicht viel größer als eine menschliche Hand. Doch das kleine Tier hat enormen Einfluss: Auch ihm zuliebe haben Richter vorerst die umstrittene Rodung des Hambacher Forstes gestoppt.


Der Wald beheimate seltene Tierarten und müsse deshalb geschützt werden, argumentierte das zuständige Oberverwaltungsgericht Münster.

Die sieben bis zwölf Gramm leichte Bechsteinfledermaus gehört dem Naturschutzbund (Nabu) zufolge zu den besonders gefährdeten Arten. Das liegt auch daran, dass sie gern wandert und daher nirgendwo gehäuft auftritt. Mit ihren großen Ohren ist sie zwar nicht sonderlich schnell, aber dafür umso wendiger beim Manövrieren.

Auch das Große Mausohr gehört zu den seltenen Fledermäusen im Hambacher Wald, die die Richter geschützt sehen wollen. Laut Nabu hält sie sich außer im Wald auch gern auf den Dachböden von Kirchen oder Schlössern auf. Mit einer Flügelspannweite von rund 40 Zentimetern ist sie etwas größer als die Bechsteinfledermaus.

Die Rodung des Hambacher Forsts ist nicht das erste Projekt, bei dem Fledermäuse zum Politikum werden: In Baden-Württemberg etwa stritt die Bahn sich mit Naturschützern um die Nutzung eines Tunnels, der als Rückzugsort für die Tiere diente. Vor rund zehn Jahren musste außerdem der Ausbau der Autobahn 44 gestoppt werden, weil der geplante Bauabschnitt Lebensraum seltener Arten war.

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