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Klassik mit nordischer Folklore im Bunde

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Das dänische Streichquartett und der Klarinettist David Orlowsky begeisterten die Zuhörer mit dem Klarinettenquintett von Johannes Brahms. (Foto: Aumiller)

»The Danish String Quartet« gastierte zum ersten Mal in Salzburg in der Reihe Kammermusik im Wiener Saal der Stiftung Mozarteum.


Die jungen Dänen, zu denen sich beim Brahms-Quintett noch der Klarinettist David Orlowsky zugesellte, boten einen exquisiten Konzertabend auf hohem musikalischen Niveau. Die Freude und Intensität, mit der sie ans Werk gingen, sprühten Funken in die Zuhörerschaft, die jedes Stück mit vielfachen Bravorufen und begeistertem Applaus quittierte.

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Die vier jungen Streicher zeigen sich als ein bestens aufeinander eingespielter Klangkörper in exzellenter Ausgewogenheit. Ihr Spiel ist geprägt von einer spezifischen Klanglichkeit, die sich in einer edlen, beflügelten und gleichzeitig warm fülligen Tonqualität definieren lässt. Ihre breite dynamische Palette bewegt sich von filigran schwebender Tongebung bis zum vollmundigen Klingen in großer Ausdrucksintensität, die aber stets dem »Wohlklang« verbunden bleibt. Ihre Stärke ist ein kantables Musizieren. Sie sind zudem federnde Rhythmiker, voller Temperament und Feuer, mit unverbrauchter Freude am hingebungsvollen Spiel, aber auch von sensibler Zartheit und Delikatesse. Alle vier profilieren sich auf Augenhöhe mit ihren solistischen Qualitäten, die sie zu einem homogenen Gesamtklang verschmelzen.

Das Quartett C-Dur op. 20 Nr. 2 von Joseph Haydn, 1172 komponiert, stammt aus den sechs sogenannten »Sonnenquartetten«, die ihren Namen rein zufällig aus der aufgehenden Sonne auf dem Titelblatt der Erstausgabe abbekommen haben. In der Wiedergabe der Dänen zeigt sich die Nr. 2 als ein charmantes Musikstück, das unmittelbar anspricht. Das Cello spielt eine bevorzugte Rolle, bleibt aber dennoch dem balancierten Miteinander verpflichtet. Das auftrumpfende Unisono gibt dem Adagiosatz den Kern und geht in einen fein singenden Ausdruck über. Das tänzerische Element im Menuett weckt beinahe Dudelsack- Assoziation und eine ungewöhnliche Haydn-Fuge eilt mit vier verschiedenen Themen dem Ende zu.

Als Spezialität der Dänen folgen mehrere Bearbeitungen nordischer Volksmusik, die das Quartett inzwischen als eine Art Image begleiten. Der Primgeiger gibt zu jedem Stück eine erläuternde Moderation. Es sind traditionelle Weisen, die für Streichquartett arrangiert werden. Die Ideen dazu bringen die Streicher selbst ein, Primgeiger und Cellist geben dann meist die feste Form hinzu. Aber der Spontaneität des Augenblicks bleibt immer noch die Tür geöffnet, heißt es erklärend. Es sind norwegische Walzer, Märchenstücke, ein Menuett eines Fiddlers im 18. Jahrhundert oder eine Melodie über einen Inselbewohner. Es ist eine Mischung aus klassischem Anspruch, Volksmelodik und modernem Touch. Die vier Musiker spielen mit Verve, Hingabe, rhythmischer Prägnanz und melodischen Bögen.

Der Zauber springt auf die Zuhörer über und spinnt sich fort im anschließenden Klarinettenquintett in h-Moll op. 115 von Johannes Brahms. Der Klarinettist David Orlowsky integriert sich als Solist ins gut tarierte Miteinander, tritt im Adagio solistisch hervor im Dialog mit jeweils einem Streicher. Er besticht mit reinem Ton und Ansatz und mit der guten Korrespondenz und Einfühlsamkeit mit den Streichern. Gefächerte Rhythmik, feine Kantilenen in leiser Melancholie und Lyrik bringen die Interpreten zu schöner Wirkung. Die singenden Qualitäten kommen hier besonders zum Tragen. Die Brahmsischen ungarisch folkloristischen Farben schälen die fünf Kammermusiker mit flottem Zugriff, rhythmisch akzentuiert und fantasievoll heraus. Das Zuhören wird zum herrlichen Genießen.

Die Traunsteiner Kammermusikliebhaber können am 1. September im Rahmen der Traunsteiner Sommerkonzerte in den Genuss kommen, das »Danish String Quartet« zu erleben. Elisabeth Aumiller

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