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Klangvolle Träumerei mit den schönsten Duetten

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Mit den schönsten Duetten der Romantik verzauberten (von links) Pianistin Aida Pieper, Sopranistin Christine Graus-Mallach und Tenor Heribert Pieper ihre Zuhörer im Grabenstätter Schlossökonomiesaal. (Foto: M. Müller)

In den Genuss der schönsten Duette der Romantik kam das Publikum bei einem Liederabend in der Schlossökonomie Grabenstätt. Sabine Rosenberg, Mitglied bei den Chiemgau-Autoren, eröffnete das Konzert mit der Vorstellung der freischaffenden Grabenstätter Künstler und Musiker Aida und Heribert Pieper – dieses Mal am Klavier sowie als Tenor zu hören. Gemeinsam mit der kongenialen Sopranistin Christine Graus-Mallach aus Laufen, die ihre klassische Gesangsausbildung am Mozarteum in Salzburg absolviert hat, sangen und spielten sie sich auf Anhieb in die Herzen ihrer begeisterten Zuhörer.


Zum Auftakt gaben die drei Künstler den »Gruß« des romantischen Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy zum Besten, gefolgt von einem emotionalen Gedicht über die »Liebe« aus der Feder von Sabine Rosenberg, das sie selbst auf sanfte und anmutige Weise vortrug. Sopranistin Christine Graus-Mallach beeindruckte nicht nur mit ihrer feinen Stimme, sondern auch mit ihrer ausdrucksstarken Mimik und Gestik. Ihr Duett-Partner, Tenor Heribert Pieper, stand ihr aber in nichts nach, obgleich er den ruhenden Männerpol verkörperte – ein Ohrenschmaus für jeden Liebhaber romantischer Lieder. Nicht zu vergessen Aida Pieper am Konzertflügel: Ihre Hände flogen sicher über die Tastatur und webten einen wunderbaren Klangteppich, auf dem die Sänger brillierten.

»Die Romantik verkörpert die Sphäre der Poesie, sie macht die Wand zwischen Wachen und Träumen durchlässig, lässt das Märchenhafte und Mythische ein«, erläuterte Sabine Rosenberg deren Bedeutung als prägende Stilrichtung in der Musik und Literatur des 19. Jahrhunderts. Ungemein klangvoll waren auch »Schwesterlein« und »Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß gehen« von Johannes Brahms. Dabei schlüpften Tenor und Sopranistin einen Moment lang in die Rolle eines echten Liebespaars – ein Genuss für Ohren und Augen! Im dritten Teil folgten Stücke von Robert Schumann. Bei dessen Lied »Unter’m Fenster« war es dem Publikum noch einmal vergönnt, ein miteinander um die Wette singendes und köstlich amüsant flirtendes Gesangsduett von Heribert Pieper und Christine Graus-Mallach zu erleben, temperamentvoll begleitet von der brillanten Pianistin Aida Pieper.

Moderatorin Sabine Rosenberg, die gekonnt durch den Abend führte, unterhielt zum Konzertende mit einem feinen Gedicht über den »Löwenzahn«. Da niemand nicht ohne Zugabe nach Hause gehen wollte, ließen die Künstler passend zum Monat Mai noch Mendelssohn-Bartholdys wunderschönes Werk »Maiglöckchen und die Blümelein« erklingen. Die Besucher werden sich ganz bestimmt noch lange an diesen klangvoll-verträumten Abend erinnern. Markus Müller