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Klangimpressionen zum Träumen

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Maximilian Hornung (von links), Nicholas Rimmer und Andreas Ottensamer verschmolzen ihre Einzelleistungen zu einer Einheit. (Foto: Aumiller)

Beim sechsten Traunsteiner Sommerkonzert haben sich der Klarinettist Andreas Ottensamer, der Cellist Maximilian Hornung und der Pianist Nicholas Rimmer zu einem hochkarätigen Trio formiert. Die drei klasse Solisten der jüngeren Generation verschmolzen ihre brillanten Einzelleistungen zu einer Einheit, zu einem größeren Ganzen in einem fabelhaft balancierten Miteinander.


Minutiös passten sie die Dynamik in vielfältigen Abstufungen gegenseitig an und mischten farbenreiche Schattierungen zu einem schillernden Gesamtklangbild. In den unterschiedlichen Werken, sei es in der Serenade des dänischen Komponisten Emil Hartmann, in den Trio-Miniaturen von Paul Juon oder in den Trios von Nino Rota und Johannes Brahms, hatte stets die Musik das Primat, war der instrumentale Einsatz kein Zurschaustellen der eigenen Brillanz, sondern das Mittel zum musikalischen Ausdruck, zum Dienst am Werk. Das Ergebnis war wunderbar, spannend und berührend.

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Unterschwelliges Pulsieren befeuert die Intensität

Unterschwelliges Pulsieren gewährte fein gesponnener Lyrik oder zarter Elegie maßvolle Ruhe und befeuerte beherzte Intensität in den Forte-Aufschwüngen und flinken Bravourpassagen.

Der dänische Komponist Emil Hartmann wirkte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er erhielt seine Ausbildung von seinem Vater und seinem Schwager, dem Komponisten Nils W. Gade. Er hinterließ eine stattliche Anzahl von Werken verschiedener Gattung. Die Serenade op. 24 zeigten Ottensamer, Hornung und Rimmer als erfrischendes Stück mit einer reizenden Romanze im Mittelsatz, die sie in romantisch empfindsamer Lyrik spielten. Das Cello sang in herrlicher Kantilene, die Klarinette mit schimmerndem balsamischem Ton in ruhigem Fließen und dazu das Klavier mit perlendem Lauf. Temperamentvoll flott in vitalem Lauf gestaltete das Trio dann das finale Allegro.

Der italienische Komponist Nino Rota, der in der Jugend als Wunderkind galt, war mit 150 Filmmusiken bekannter als mit seinem Konzertœvre. In seinem Trio begann das Klavier wie ein fröhlich plätschernder Quell, bevor sich Klarinette und Cello gepaart einbrachten. In anregendem Klingen vereinten sich die Drei, um dann den 1. Satz etwas plötzlich zu enden.

Es schloss sich der elegische Andantesatz mit samtig singender Melodik an, auf der Basis von konzentrierter Spannung mit ruhiger Versponnenheit musiziert. Klarinette wie Cello zeigten ihre Fülle an Farben und Schattierungen, vom Klavier schön und bereichernd ergänzt. Das Allegro nahmen sie lustig und brachten die Stimmungsunterschiede fabelhaft einleuchtend, zeigten virtuose Brillanz, Temperament und gleichzeitig Liebreiz im flotten Klangspazieren.

Paul Juon erhielt seine Ausbildung am Moskauer Konservatorium, er hatte an der Berliner Hochschule für Musik zwischen 1906 und 1934 eine Professur inne.

In den Trio-Miniaturen »Rèverie«, »Humoreske«, »Elegie« und »Danse phantastique«, kamen die Stimmungen bildhaft zum Ausdruck. Träumerisch begann das Klavier, das Cello mischte sich ebenso verträumt ein und die Klarinette setzte Glanzlichter drauf. Ob humorvoll oder elegisch, das Trio brachte die passende Farbe und Rhythmik klar zum Ausdruck und das Walzertempo am Schluss mit den folkloristischen Beimischungen wurde zum aufmunternden Tänzchen.

Klare Linien und ausdrucksvolle Eloquenz

Mit klaren Linien und ausdrucksvoller Eloquenz wurde das Trio a-Moll op. 114 von Johannes Brahms zum krönenden Pluspunkt. Anmut und Kraft, Heiteres und Melancholisches, Leidenschaft und Romantik, Kontraste und ruhigen Atem brachten die drei wunderbaren Musiker eindringlich und berührend der Zuhörerschaft nahe, die mit großer Begeisterung und anhaltendem Applaus reagierte.

Der Klarinettist Andreas Ottensamer war am Ende dann ganz schnell verschwunden – zum Zug nach Wien, wie Maximilian Hornung mitteilte, aber dafür beschenkten Hornung und Rimmer das Auditorium mit der bezaubernden traumschön gespielten Zugabe für Cello und Klavier, »Der Schwan« von Camille Saint-Saës, und entließen das Publikum mit dem nachhaltigen Erlebnis eines kostbaren Kammermusikabends. Elisabeth Aumiller

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