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Khedira, Kroos, Mustafi: Weltmeister-Trio in Spanien

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Zwei Weltmeister bei den Königlichen: Toni Kroos (r) und Sami Khedira spielen in dieser Saison gemeinsam bei Real Madrid. Foto: Kiko Huesca Foto: dpa

Vigo (dpa) - Sami Khedira trug im Training eine Mütze, Toni Kroos beim Pflichtsieg gegen Gibraltar als einziger Feldspieler Handschuhe. «Sieh' an», witzelte mancher Beobachter, «die 'Spanier' sind den deutschen Herbst nicht mehr gewohnt.»


Klischees dieser Art sind aber nicht notwendig. Die deutschen Nationalspieler von Real Madrid sind in der Primera Division tatsächlich bestens akklimatisiert - wie auch Newcomer Shkodran Mustafi als dritter Weltmeister beim FC Valencia.

Khedira denkt trotz diverser Gerüchte im Sommer derzeit nicht an einen Abschied. Kroos hat sich im Eiltempo im Millionärsensemble der Königlichen behauptet und darf sich vor dem Testländerspiel der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag (20.45 Uhr) in der Wahlheimat sogar schon einen kessen Spruch erlauben.

«Die sind im Moment ruhig in Spanien», berichtete Kroos von schweigsamen Real-Kollegen vor der Kraftprobe zwischen Weltmeister und Ex-Weltmeister. «Wir hätten auch bei der WM gerne gegen Spanien gespielt, aber das lag nicht an uns.» An Respekt mangelt es dem 24-Jährigen freilich nicht. «Es ist etwas Besonderes, ganz klar. Es werden morgen zwei große Mannschaften aufeinandertreffen.»

Mit dem Titelgewinn von Rio ist das Ansehen von Kroos und Khedira zusätzlich gestiegen. Trainer Carlo Ancelotti scheint besonders vernarrt in den Ex-Münchner Kroos. Rund 30 Millionen Euro legte Real im Sommer hin, um den 24-Jährigen vom FC Bayern zu holen - und ließ kurz darauf Xabi Alonso nach München ziehen.

Hinter dem 300-Millionen-Euro Angriff um Cristiano Ronaldo, James Rodríguez und Gareth Bale verrichtet Kroos als Sechser exzellente Arbeit. «Er bedient wie ein Kellner und berührt den Ball wie ein Pianist», beschrieb die Zeitung «Marca» den Spielstil des gebürtigen Greifswalders. In allen elf Liga-Spielen stand der Spielgestalter in der Startelf.

Für Khedira - im Gegensatz zu Kroos schon ein alter Madrileño - lief die Saison keinesfalls so berauschend. Vier Kurzeinsätze, mehr ließ ein Muskelbündelriss im Oberschenkel nicht zu. Am Dienstag könnte ein Schlag auf den Knöchel aus dem Gibraltar-Spiel den Einsatz verhindern. 90 Minuten traut Löw dem Mittelfeldmann auch in Vigo eigentlich noch nicht wieder zu. Dafür würde er in Abwesenheit von Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer erstmals als Kapitän die DFB-Auswahl auf das Feld führen.

Überhaupt waren die letzten zwölf Monate ein Wellental. Der Kreuzbandriss im November 2013, das Comeback mit Champions-League-Sieg und dann nach dem WM-Triumph gleich im September die nächste langwierige Verletzung. Im Sommer wurde über einen Wechsel Khediras nach England spekuliert. Der 27-Jährige wollte bleiben. Bei Real würden auf ihn «viele schöne Herausforderungen warten», sagte er im «Kicker». Im kommenden Sommer läuft sein Fünfjahresvertrag aus. «Mein Berater ist weiterhin mit Real im Gespräch», sagte er zu einer möglichen Verlängerung.

Im Schatten von Kroos und Khedira steht noch der dritte deutsche Weltmeister in Spanien: Mustafi, der von Sampdoria Genua zum FC Valencia wechselte und nach auskurierter Oberschenkelverletzung dort schneller als erwartet einen Stammplatz erkämpfte. Sieben Pflichtspiele in Serie über die volle Distanz spielte Mustafi zuletzt und schoss sogar seine ersten drei Tore.

Der 22-Jährige freut sich auf die Partie in seiner neuen Wahlheimat, eine zwickende Wade könnte allerdings einen Einsatz verhindern. «Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Spanien ist immer noch eine Top-Mannschaft in Europa. Für uns ist es ein schöner Abschluss», sagte Mustafi, der beim 4:0 gegen Gibraltar noch zu den wenigen Aktivposten gehört hatte. Mit Mütze oder Handschuhen wurde Mustafi übrigens beim Fußball bislang nicht gesehen.

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