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Kerzensegnung, Lichterprozession und Blasiussegen

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Kaplan Josef Rauffer gab den Gläubigen den Blasiussegen mit auf den Weg.

Martkschellenberg – Am Vorabend zu »Mariä Lichtmess« fand in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Marktschellenberg die traditionelle Kerzensegnung mit anschließender Lichterprozession um den oberen Markt und nach dem Gottesdienst der Blasiussegen statt. Kaplan Josef Rauffer zelebrierte den Gottesdienst und die Feierlichkeiten. Ihm zur Seite stand Diakon Bernhard Hennecke. Der Kirchenchor unter Chorleiter Adrian Suciu hatte die musikalische Gestaltung in Händen.


Nachdem noch in der Kirche die Kerzen der Gläubigen entzündet wurden, formierte sich der Zug um den oberen Markt, um dann wieder in das Gotteshaus einzuziehen. Dort wurde gemeinsam der Festgottesdienst gefeiert. Vorne in der ersten Bank hatten die diesjährigen Kommunionkinder Platz genommen, die der Kaplan als Teil seiner Predigt geschickt durch ein Frage- und Antwortspiel auf Sinn und Bedeutung der Kerzen hinführte. Die Kinder nahmen lebhaft teil und konnten, dank guter Vorbereitung im Unterricht, alle Fragen zufriedenstellend beantworten.

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Nach dem Gottesdienst dankte Kaplan Rauffer allen, die an den Vorbereitungen zu dieser Feier mitgewirkt hatten, und auch dem Kirchenchor und lud nach dem Schlusssegen alle zum »Blasiussegen« ein. Dieser Aufforderung kamen alle Kirchenbesucher gerne nach, denn sie hoffen, unter dem Schutzmantel des hl. Blasius vor Krankheiten und Missständen im Halsbereich geschützt zu werden.

Bereits im 4. Jahrhundert feierte die Kirche in Jerusalem das Fest zunächst am 14. Februar, dem 40. Tag nach dem Fest »Erscheinung des Herrn«, später dann 40 Tage nach Weihnachten, der Geburt Jesu. Es wurde bald als der erste Einzug Jesu in Jerusalem betrachtet. Aus dem Grund, auch mit Blick auf den Lobgesang des Simeon, kam es im 7. Jahrhundert zu Lichterprozessionen. Die Gläubigen wollten Christus entgegengehen, ähnlich wie sie es aus den Evangelien kannten, wo die Menschen den erwachsenen Jesus am Palmsonntag begrüßten.

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Die Kirche leuchtete beim Gottesdienst festlich. (Fotos: Franz Heger)

Die Kerzen, mit denen die Gläubigen das Kommen Jesus in die Welt nun symbolisch begleiteten, wurden eigens zu diesem Fest geweiht. Der Brauch der Kerzensegnung führte dazu, dass das Fest als »Mariä Lichtmess« bekannt wurde, denn die westliche Kirche betonte lange Zeit eher die Reinigung Marias als Festinhalt. Das Marienfest war deshalb auch unter dem Namen »Mariä Reinigung« bekannt. Erst seit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird es wieder als »Herrenfest«, also mit Bezug auf Jesus, gefeiert. Somit lautet der offizielle Name auf Latein »Praesentatio Jesu in Templo«, zu Deutsch »Darstellung des Herrn«.

Daneben ist Mariä Lichtmess ein wichtiger Tag für die Dienstboten. An diesem Tag entschied sich oft, ob die Dienstboten beim Bauern bleiben durften oder sich um eine neue Stelle bemühen mussten, und sie konnten sich auf den erwarteten Lohn freuen. Das Ereignis war in der Regel mit ein paar freien Tagen verbunden, die oft zu einer ausgiebigen Feier genutzt wurden.

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Bei der Prozession erleuchteten die Kinder mit ihren Kerzen den Nachthimmel.

Franz Heger